• 18.11.2019
      05:45 Uhr
      Presseclub Thema: 12 Euro Mindestlohn - Jobkiller oder Rezept gegen Armut? | WDR Fernsehen
       

      Nach dem Kompromiss über die Grundrente steht der Großen Koalition neuer Streit ins Haus. Der Mindestlohn soll stärker steigen als bisher.
      Was geschieht, wenn die Bundesregierung die Unternehmen jetzt zwingt, 12 Euro oder mehr zu bezahlen? Ist dies in einer Phase der wirtschaftlichen Abkühlung zu verantworten?
      Darüber diskutiert WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn mit folgenden Gästen:

      • Anette Dowideit, WELT
      • Heike Göbel, Frankfurter Allgemeine Zeitung
      • Uwe Jean Heuser, DIE ZEIT
      • Stefan Schulz, Podcaster und Soziologe

      Nacht von Sonntag auf Montag, 18.11.19
      05:45 - 06:25 Uhr (40 Min.)
      40 Min.

      Nach dem Kompromiss über die Grundrente steht der Großen Koalition neuer Streit ins Haus. Der Mindestlohn soll stärker steigen als bisher.
      Was geschieht, wenn die Bundesregierung die Unternehmen jetzt zwingt, 12 Euro oder mehr zu bezahlen? Ist dies in einer Phase der wirtschaftlichen Abkühlung zu verantworten?
      Darüber diskutiert WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn mit folgenden Gästen:

      • Anette Dowideit, WELT
      • Heike Göbel, Frankfurter Allgemeine Zeitung
      • Uwe Jean Heuser, DIE ZEIT
      • Stefan Schulz, Podcaster und Soziologe

       

      Nach dem Kompromiss über die Grundrente steht der Großen Koalition neuer Streit ins Haus. Der Mindestlohn soll stärker steigen als bisher. „12 Euro mindestens“, fordert Saskia Esken, die sich gemeinsam mit dem ehemaligen NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans um den SPD-Vorsitz bewirbt. Sonst müsse ihre Partei die Große Koalition beenden. Auch Bündnis 90/die Grünen wollen sich auf ihrem Bundesparteitag dieses Wochenende dafür stark machen, die Lohnuntergrenze kräftig anzuheben. Der Grund: Der jetzige Mindestlohn sei nicht armutsfest. Nur ein höherer Mindestlohn garantiere, dass Menschen keine Flaschen sammeln müssten. Auf Unternehmerseite löst diese Forderung Abwehrreaktionen aus, erst recht deshalb, weil sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerade deutlich verschlechtern. Die Boomjahre sind vorbei.

      Fakt ist: Der Mindestlohn hat seit 2015 hat nicht zu den befürchteten Jobverlusten geführt. Aber: Rund eine Million Menschen verdienen in Deutschland so wenig, dass der Staat ihr Einkommen mit Steuergeld aufbessern muss. Woran liegt das? Am geringen Lohn oder eher an ihren Beschäftigungsverhältnissen? Wie kann man die Situation dieser Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten, verbessern? Bisher orientiert sich der Mindestlohn an der allgemeinen Lohnentwicklung. Aus diesem Grund steigt er ab Januar 2020 auf 9,35 Euro pro Stunde. In Großstädten kann man damit aber kaum eine Mietwohnung bezahlen. Was geschieht, wenn die Bundesregierung die Unternehmen jetzt zwingt, 12 Euro oder mehr zu bezahlen? Ist dies in einer Phase der wirtschaftlichen Abkühlung zu verantworten?

      Die Gäste

      Anette Dowideit
      Leiterin des Investigativ-Teams, WELT
      Anette Dowideit ist Chefreporterin im Investigativteam der WELT-Gruppe und schreibt vor allem zu Themenbereichen der Wirtschaftskriminalität, Missstände am Arbeitsmarkt und in der Gesundheits- und Pflegebranche, Nachhaltigkeit. Die Diplom-Volkswirtin absolvierte die Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft und schreibt seit 2004 für die WELT-Gruppe. Von 2005 bis 2009 war Anette Dowideit als USA-Korrespondentin in New York. Sie veröffentlichte mehrere Bücher. Zuletzt erschien 2019 ihr Buch “Die Angezählten – wenn wir von unserer Arbeit nicht mehr leben können“.

      Heike Göbel
      Leiterin Ressort Wirtschaftspolitik, Frankfurter Allgemeine Zeitung
      Heike Göbel ist verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Zunächst arbeitete sie im Institut für Weltwirtschaft in Kiel, bevor sie nach dem Volontariat bei den „Stuttgarter Nachrichten“ ihre journalistische Laufbahn begann. 1992 ging Heike Göbel zur „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, wo sie ab 1994 von Bonn und Berlin aus über Finanz- und Rentenpolitik berichtete und seit 2002 das Wirtschaftsressort leitet. 2005 wurde sie mit dem Preis des Steuerzahlerbundes und 2006 mit dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet.

      Uwe Jean Heuser
      Leiter des Wirtschaftsressorts, Die Zeit
      Uwe Jean Heuser leitet das Wirtschaftsressort der Wochenzeitung „Die Zeit“.
      Der promovierte Volkswirt kam 1992 als Redakteur zur „ZEIT“ und leitet seit 2000 das Wirtschaftsressort. 2015 übernahm er zusätzlich die Entwicklung des Magazins „ZEIT Geld“ und gibt das Finanzblatt seitdem auch heraus. Uwe Jean Heuser ist Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien 2017 „Kapitalismus inklusive. So können wir den Kampf gegen die Populisten gewinnen“. Zusätzlich zu seiner Tätigkeit in der ZEIT-Redaktion ist Uwe Jean Heuser Honorarprofessor für Ökonomie an der Leuphana-Universität in Lüneburg. Er wurde 2004 mit dem Herbert Quandt Medien-Preis und 2011 mit dem Dietrich Oppenberg-Preis ausgezeichnet.

      Stefan Schulz
      Podcaster, Soziologe
      Stefan Schulz studierte Soziologie und gründete gemeinsam mit Kommilitonen 2008 den Blog „Sozialtheoristen“. Von 2011 bis 2014 schrieb Stefan Schulz für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, bei der er auch volontiert hatte. Zu seinen Schwerpunktthemen gehörte vor allem Einflüsse des Medienwandels auf den Journalismus, soziale und ökonomische Strukturveränderungen im und durch das Internet und die Auswirkungen der modernen Überwachungsmöglichkeiten. Seit 2014 arbeitet Stefan Schulz mit Tilo Jung zusammen und produziert den Aufwachen!-Podcast.

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 02.04.2020