• 09.11.2014
      00:10 Uhr
      Der erste Todesschuss - Ein rätselhaftes Drama an der deutsch-deutschen Grenze Film von Hans-Dieter Rutsch | WDR Fernsehen
       

      Wenige Wochen, nachdem in Berlin die Mauer errichtet wurde, wurde der erste Mensch an der deutsch-deutschen Grenze erschossen, im niedersächsischen Ort Zicherie, der in einen Teil West und einen Teil Ost geteilt ist. Die Geschichte dieses ersten Todesschusses ist weniger bekannt als die der Mauertoten in Berlin, aber sie birgt bereits allen Wahnsinn dieser Grenze - und der deutschen Nachkriegsgeschichte - in sich.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 09.11.14
      00:10 - 00:55 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Wenige Wochen, nachdem in Berlin die Mauer errichtet wurde, wurde der erste Mensch an der deutsch-deutschen Grenze erschossen, im niedersächsischen Ort Zicherie, der in einen Teil West und einen Teil Ost geteilt ist. Die Geschichte dieses ersten Todesschusses ist weniger bekannt als die der Mauertoten in Berlin, aber sie birgt bereits allen Wahnsinn dieser Grenze - und der deutschen Nachkriegsgeschichte - in sich.

       

      Wenige Wochen, nachdem in Berlin die Mauer errichtet wurde, wurde der erste Mensch an der deutsch-deutschen Grenze erschossen, im niedersächsischen Ort Zicherie, der in einen Teil West und einen Teil Ost geteilt ist. Die Geschichte dieses ersten Todesschusses ist weniger bekannt als die der Mauertoten in Berlin, aber sie birgt bereits allen Wahnsinn dieser Grenze - und der deutschen Nachkriegsgeschichte - in sich.

      Getötet wurde der Journalist Kurt Lichtenstein, der für die "Westfälische Rundschau" auf Reportagereise war - nicht etwa ein Gegner der DDR, sondern ein ehemaliger Weggefährte von Honecker und Mielke, ein Überlebender des Holocaust, ein Kämpfer des Spanischen Bürgerkriegs und der französischen Résistance. Allerdings war er 1953 aus der KPD ausgeschlossen worden, weil er sich nicht für einen Schauprozess benutzen lassen wollte. Nach der Übersiedlung in die Bundesrepublik wurde er dort als Verfassungsfeind angesehen, auch noch, als er in die SPD eingetreten war. Am 12. Oktober kommt Kurt Lichtenstein nach Zicherie, um hier für eine Reportage Bewohner auf beiden Seiten zu interviewen. Als er einen Straßengraben überquert, der aus Sicht der DDR Staatsgrenze ist, um mit Bauern einer LPG zu sprechen, fallen plötzlich Schüsse.

      Bis heute ist unklar, ob die Todesschützen wussten, auf wen sie zielten. Die erste Urne, die die Witwe aus der DDR erhielt, war leer. Vieles spricht bis heute für die Vermutung, dass Kurt Lichtenstein eine Falle gestellt worden ist - aber nach Lage der Akten wird es keine endgültige Antwort darauf geben können. Und doch lassen sich die letzten Stunden und Minuten im Leben von Kurt Lichtenstein minutiös und spannend rekonstruieren, und die Fragen, die darum kreisen, sind bis heute brisant und aktuell.

      Die lange Nacht der Mauer

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      Nacht von Samstag auf Sonntag, 09.11.14
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 17.12.2018