• 14.05.2013
      22:45 Uhr
      Geheimnisvolle Orte Das Filmstudio Babelsberg | hr-fernsehen
       

      Am 12. Februar 1912 fanden in Babelsberg die ersten Aufnahmen statt: Asta Nielsen stand für den Film "Der Totentanz" im großen, lichtdurchfluteten Glasstudio. An diesem Tag wurde ein Mythos geboren: Babelsberg, die Wiege der deutschen Filmkunst. In nur drei Monaten wurde aus einem halb verfallenen Fabrikgebäude das Filmstudio - heute ist es das älteste der Welt und immer noch in Betrieb. Vor 1933 begegneten sich Amerika und Deutschland im Filmgeschäft auf Augenhöhe. Die großen Studios in Babelsberg waren Hollywood ebenbürtig. Es war eine einzigartige Erfolgsgeschichte des deutschen Kinos.

      Dienstag, 14.05.13
      22:45 - 23:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Am 12. Februar 1912 fanden in Babelsberg die ersten Aufnahmen statt: Asta Nielsen stand für den Film "Der Totentanz" im großen, lichtdurchfluteten Glasstudio. An diesem Tag wurde ein Mythos geboren: Babelsberg, die Wiege der deutschen Filmkunst. In nur drei Monaten wurde aus einem halb verfallenen Fabrikgebäude das Filmstudio - heute ist es das älteste der Welt und immer noch in Betrieb. Vor 1933 begegneten sich Amerika und Deutschland im Filmgeschäft auf Augenhöhe. Die großen Studios in Babelsberg waren Hollywood ebenbürtig. Es war eine einzigartige Erfolgsgeschichte des deutschen Kinos.

       

      In der Zeit zwischen 1919 und 1932 entstanden viele künstlerisch wegweisende Produktionen, die den Mythos der auf dem Filmgelände beheimateten Ufa begründeten. Hundert Jahre Babelsberg stehen für große Filmkunst, aber auch für Kino als Instrument totalitärer Herrschaft und Propaganda. Im Nationalsozialismus übernahm Reichspropagandaminister Joseph Goebbels in Babelsberg die Regie. Die Nazis wollten Babelsberg zur größten Filmstadt der Welt machen. Wer Jude war oder nicht linientreu, wurde rausgeworfen und vertrieben. Von diesem künstlerischen Aderlass würde sich der deutsche Film nicht mehr erholen.

      Aus Babelsberg kamen nun berüchtigte Propagandastreifen, vor allem aber Gute-Laune- und Herz-Schmerzfilme. Nach dem Krieg dienten die Studios der DEFA, die so etwas wie ein Gegenmodell zur Ufa wurde: antikapitalistisch und antifaschistisch, als Staatsfilmgesellschaft teils folgsam, teils widerständig. "Heilige Erde", so hat der Regisseur Volker Schlöndorff Babelsberg einmal genannt und damit das Geheimnis des Erfolges des Filmstudios beschrieben. Diese Aura ist es, die auch heute wieder die Großen des Kinos nach Babelsberg lockt.

      So drehen Quentin Tarantino, Roman Polanski, Tom Cruise, Kate Winslet in Babelsberg und beleben die Traumfabrik vor den Toren Berlins immer wieder aufs Neue. Der Film erzählt die turbulente Geschichte dieser Traumfabrik, die im Wechselbad der politischen und geschichtlichen Ereignisse oft auch Alptraumhaftes und Dramatisches durchlebte. Dazu führt die Dokumentation mit zahlreichen Filmausschnitten von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Die Regisseure Volker Schlöndorff und Tom Tykwer, die Schauspieler Michael Gwisdek, Angelica Domröse, Henry Hübchen und Uwe Kockisch erzählen von "unserem Hollywood".

      Ein Film von Daniel Finkernagel und Alexander Lück.

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