• 23.01.2011
      20:15 Uhr
      Der alte Bürgerkapitän Lustspiel in zwei Aufzügen in Frankfurter Mundart | hr-fernsehen
       

      Das Lustspiel von Carl Malß, 1821 uraufgeführt, gibt ein dichtes Bild des bürgerlichen Milieus in der Stadt Frankfurt des Jahres 1814, als die französische Fremdherrschaft beseitigt, aber eine neue, eigene Ordnung noch nicht eingerichtet war.

      Sonntag, 23.01.11
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Das Lustspiel von Carl Malß, 1821 uraufgeführt, gibt ein dichtes Bild des bürgerlichen Milieus in der Stadt Frankfurt des Jahres 1814, als die französische Fremdherrschaft beseitigt, aber eine neue, eigene Ordnung noch nicht eingerichtet war.

       

      Stab und Besetzung

      Kimmelmann, Bürgerkapitän Hans Zürn
      Lieschen, seine Tochter Dorothea Rinck
      Gretchen, seine Nichte Sabine Neudeck
      August Weigenand, Lieschens Liebhaber Steffen Wilhelm
      vonDaxowitz, Cornet Marco Sepe
      Miller, Leibschütz Dieter Schmiedel
      Eppelmeier Andreas Walther-Schroth
      Witwe Dappelius Silvia Tietz
      Knorzheimer Axel Küffe
      Schmuttler Erich Walther
      Leimpfann Michael von Rospatt
      Tambour Peter Teeuwen
      Pompier Michael Gebhardt
      Muhme Lies Anette Krämer
      Herr Malß Joachim Schweighöfer
      Schreibbub Christian Goldmann

      Der "Bürgerkapitän", der Gastwirt Kimmelmeier, gehört als Typus der verflossenen reichsstädtischen Ära Frankfurts an. Einst Quartierchef des ausgedienten Bürgermilitärs, jetzt nur noch Spritzenmeister, hegt und pflegt Kimmelmeier nostalgisch die Erinnerung und seine alte Uniform aus besseren Zeiten; erhalten geblieben ist ihm außerdem sein "Leibschütz" Millerche, die einstige Ordonnanz. Zum dramatischen Konflikt kommt es, weil ihm der Schwiegersohn in spe, August Weigenand, nicht passt - der studiert, hat kein Geld. Erst als er sich mit einer bravourösen Rettungstat als Mann der handfesten Art profiliert, schwenkt Kimmelmeier um; der Heirat der Tochter Lieschen mit dem Angebeteten steht nichts mehr im Wege. Nichte Gretchen hingegen, die sich mit einem windigen Liebhaber, dem Freikorps-Cornet von Daxowitz, eingelassen hat und mit diesem sogar - als "Entführung" inszeniert - durchbrennt, erkennt noch rechtzeitig ihren Missgriff; kuriert und reumütig kehrt sie in den Familienschoß zurück, das Happyend ist perfekt.
      Über jedes der 14 Stadtquartiere wachte 1814 ein Bürgerkapitän, der zwar seine frühere militärische Funktion verloren hatte, aber doch eine allseits anerkannte Respektsperson geblieben war und noch als Feuerwehrhauptmann und Brunnenmeister in seinem Stadtbezirk amtierte. Die scheinbar wohlgeordnete bürgerliche Welt gerät im Laufe des Lustspiels infolge von Liebesglut und Feuersbrunst aus den Fugen. Aber der Gastwirt Kimmelmeier, der "alte Bürgerkapitän", trotzt allen seinem Wirkungskreis drohenden Gefahren. Es war das Anliegen des Dichters Carl Malß, mit diesem Werk die Besonderheiten der Mundart Frankfurts festzuschreiben und zu erhalten. Um dem Publikum und der Nachwelt eine Hilfe zum Verstehen des eigenwilligen Dialekts an die Hand zu geben¸ verfasste er ein "Wörterbuch zum Bürgerkapitän". Zum Verständnis des heutigen Publikums ist dieses Wörterbuch in die Inszenierung für das Frankfurter Volkstheater von Günter Andreas Pape eingearbeitet worden.

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      Sonntag, 23.01.11
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

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