• 17.04.2021
      12:30 Uhr
      Nachtcafé Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher | hr-fernsehen
       

      "Einfach schön hier!" oder "Nichts wie weg!" - die Gefühle, mit denen Menschen auf ihre Heimat blicken, könnten unterschiedlicher nicht sein. Mit welchen Gefühlen blicken Menschen auf ihre Heimat? Was prägt ihre Heimatgefühle? Und wie verändert sich der Blick im Lauf der Zeit? - Die Gäste:

      • Dieter Kosslick, Kulturmanager
      • Abdullah Kenan Karaca, Theaterregisseur
      • Konrad Beikircher, Kabarettist
      • Gloria Gray, Schauspielerin und Sängerin
      • Sina Martin, Geschäftsleiterin einer Teddybären-Manufaktur

      Samstag, 17.04.21
      12:30 - 14:00 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      "Einfach schön hier!" oder "Nichts wie weg!" - die Gefühle, mit denen Menschen auf ihre Heimat blicken, könnten unterschiedlicher nicht sein. Mit welchen Gefühlen blicken Menschen auf ihre Heimat? Was prägt ihre Heimatgefühle? Und wie verändert sich der Blick im Lauf der Zeit? - Die Gäste:

      • Dieter Kosslick, Kulturmanager
      • Abdullah Kenan Karaca, Theaterregisseur
      • Konrad Beikircher, Kabarettist
      • Gloria Gray, Schauspielerin und Sängerin
      • Sina Martin, Geschäftsleiterin einer Teddybären-Manufaktur

       

      "Einfach schön hier!" oder "Nichts wie weg!" - die Gefühle, mit denen Menschen auf ihre Heimat blicken, könnten unterschiedlicher nicht sein. Während die einen in der regionalen Verwurzelung aufgehen, fühlen sich andere eingegrenzt und suchen ihr Glück in der großen weiten Welt.

      Gerade das letzte Jahr, in dem die Corona-Pandemie den Bewegungsradius immer mehr einschränkte, hat viele Menschen ihre Heimat noch bewusster wahrnehmen lassen. So wurde die Flucht aus den eigenen vier Wänden nicht selten auch zur Entdeckungsreise in der näheren Umgebung - und manchmal auch zum Beginn einer neuen Liebesgeschichte.
      Für manche ist von klein auf klar: "Hier komm ich her, hier will ich bleiben." Die Heimatregion ist für sie der schönste Flecken dieser Erde, ein Umzug an einen anderen Ort? Bitte nicht. Falls es beispielsweise die Ausbildung doch verlangt, wegzuziehen, freuen sie sich vor allem auf die Rückkehr nach Hause. Und so setzen sie sich gerne auch für Kultur und Bräuche der Gegend ein, aus der sie kommen.

      Solche Heimatgefühle sind für andere nicht nachvollziehbar. Sie zieht es hinaus, in die große Stadt, ein anderes Land oder gar als Digitale Nomaden zum Leben und Arbeiten an die Orte der Welt, wo es ihnen gerade eben gefällt. Für sie gilt: "Home is where your heart is" und keinesfalls auf der eigenen spießigen Scholle.

      Mit welchen Gefühlen blicken Menschen auf ihre Heimat? Was prägt ihre Heimatgefühle? Und wie verändert sich der Blick im Lauf der Zeit?

      Die Gäste:

      • Dieter Kosslick, Kulturmanager

      Viele Jahre war der rote Teppich das Zuhause von Dieter Kosslick. Als langjähriger Leiter der Berlinale war er auf Du und Du mit den Stars und Sternchen und wurde zu einem Aushängeschild der Metropole. "Als Jugendlicher wurde mir die Enge meines Dorfes bewusst und da merkte ich: Ich will hier weg." Heimat ist für den kulturbegeisterten Großstadtmenschen dennoch bis heute das Dörfchen Ispringen an der badisch-schwäbischen Grenze. Und eine Sache aus dem Ländle vermisst er in Berlin ganz besonders...

      • Abdullah Kenan Karaca, Theaterregisseur

      Eine unbeschwerte Kindheit erlebte Abdullah Kenan Karaca im bayrischen Oberammergau - selbstverständlich mit Leidenschaft für die berühmten Passionsspiele. Heute ist er selbst im Leitungsteam dieser tief verwurzelten Institution und ist stolz, dort sogar auf der Bühne zu stehen. "Mein Vater war zuerst dagegen, dass ich da mitspiele und auch in Oberammergau gab es zunächst Kritik", erklärt der Muslim, dessen Eltern aus der Türkei in die bayrische Provinz kamen.

      • Konrad Beikircher, Kabarettist

      Als "Erfinder des Rheinlands" wurde Konrad Beikircher einmal von einem Kollegen bezeichnet. Kaum jemand kann das Rheinland und seine Bewohner so humorvoll, pointiert und liebevoll beschreiben wie er, und das obwohl seine eigenen Wurzeln in Südtirol liegen. Zunächst fremdelte der ehemalige Gefängnispsychologe mit der neuen Umgebung. Doch dann lernte er sein Umfeld richtig kennen und lieben: "Dem Rheinländer ist die Gegenwart wichtiger als die Zukunft", so Beikircher.

      • Gloria Gray, Schauspielerin und Sängerin

      "Ich war wie lebendig begraben", so erinnert sich Gloria Gray an ihre Kinder- und Jugendzeit im Bayerischen Wald zurück. Im Körper eines Jungen geboren, wurde sie in ihrem Heimatort früh für ihr Anderssein verspottet und beschimpft. Kaum erwachsen, entfloh sie diesem Gefühl von Enge in der Provinz. Sie tauchte ein ins pulsierende Großstadtleben, schaffte es als Künstlerin bis nach Hollywood und fand ihren Weg zu sich selbst. Erst Jahrzehnte später kehrte die Entertainerin wieder in ihre Heimatregion zurück und fühlt sich dort heute tief verwurzelt.

      • Sina Martin, Geschäftsleiterin einer Teddybären-Manufaktur

      Die Natur, die Familie und ihre Firma: Für Sina Martin gibt es viele gute Gründe, für immer dort zu bleiben, wo sie herkommt. Ihre Heimat ist die "Spielzeugstadt" Sonneberg im Süden Thüringens, wo sie in fünfter Generation eine Teddybären-Manufaktur führt. Sie liebt die Traditionen ihres Heimatortes u

      nd sieht keinen Grund, jemals von dort wegzuziehen: "Hier habe ich alles, was ich brauche", sagt Sina Martin, die sich auch dafür engagiert, dass ihre Heimatstadt lebendig bleibt.

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