• 20.01.2020
      10:30 Uhr
      Wildes Bayern Ein Film von Jürgen Eichinger | hr-fernsehen
       

      Als sich in den 1980er-Jahren im Nationalpark Bayerischer Wald der Borkenkäfer außergewöhnlich stark vermehrte und die Nationalparkverwaltung eine Bekämpfung bewusst unterließ, hatte das weitreichende Folgen. Binnen weniger Jahre starben mehrere Tausend Hektar alter, ehemals wirtschaftlich genutzter Fichtenbestände in den Hochlagen ab. Vom Ende des Waldes war die Rede, vom "größten Waldfriedhof" Mitteleuropas" und vom Ruin der Tourismusregionen Bayerischer Wald.

      Montag, 20.01.20
      10:30 - 11:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Als sich in den 1980er-Jahren im Nationalpark Bayerischer Wald der Borkenkäfer außergewöhnlich stark vermehrte und die Nationalparkverwaltung eine Bekämpfung bewusst unterließ, hatte das weitreichende Folgen. Binnen weniger Jahre starben mehrere Tausend Hektar alter, ehemals wirtschaftlich genutzter Fichtenbestände in den Hochlagen ab. Vom Ende des Waldes war die Rede, vom "größten Waldfriedhof" Mitteleuropas" und vom Ruin der Tourismusregionen Bayerischer Wald.

       

      Als sich in den 1980er-Jahren im Nationalpark Bayerischer Wald der Borkenkäfer außergewöhnlich stark vermehrte und die Nationalparkverwaltung eine Bekämpfung bewusst unterließ, hatte das weitreichende Folgen. Binnen weniger Jahre starben mehrere Tausend Hektar alter, ehemals wirtschaftlich genutzter Fichtenbestände in den Hochlagen ab. Vom Ende des Waldes war die Rede, vom "größten Waldfriedhof" Mitteleuropas" und vom Ruin der Tourismusregionen Bayerischer Wald.

      Aber aus dem Werk der Borkenkäfer wuchs ein neuer Wald heran, vielgestaltiger und bunter, als es der vorherige Wirtschaftswald je war. Knapp 30 Jahre nach dem Borkenkäferbefall zeigt sich der Erfolg der Nationalpark-Idee "Natur Natur sein lassen". Der "katastrophenartige" Zusammenbruch der alten Fichten war ein Anstoß zur Entwicklung in Richtung "Urwald".

      Und natürlich hatte die Veränderung des Lebensraumes auch erhebliche Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. So profitieren zahlreiche, lichthungrige und Wärme liebende Organismen von dieser Entwicklung: Zu ihnen zählen Pflanzen und Tiere, die alles verwerten können, was von den toten Bäumen übrig bleibt, wie Käfer, Schmetterlinge, Flechten und Moose.

      Der aufwändig gedrehte Film von Jürgen Eichinger zeigt, wie es im einstigen Wirtschaftswald zur "Katastrophe" kam und wie daraus heute der "Urwald von morgen" heranwächst, wie perfekt hier Werden, Wachsen und Vergehen ineinander greifen und warum der Borkenkäfer nicht zum Totengräber, sondern zum Geburtshelfer wurde.

      Ganz anders ist die Situation im Erweiterungsgebiet. Der Nationalpark wurde 1997 auf die doppelte Fläche vergrößert. Nach heftigen Bürgerprotesten hat man sich darauf geeinigt, dass der Borkenkäfer in diesem Teil des Parks weiter bekämpft wird - bis ins Jahr 2027. Mit verheerenden Folgen für die Natur: Motorsägen, Harvester, Rückezüge, Lkws und großflächige Kahlschläge bestimmen hier das Bild der Landschaft - ein Eingriff, der die Nationalpark-Idee ad absurdum führt.

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 27.01.2020