• 19.06.2017
      23:15 Uhr
      Die Tagebücher einer Nanny Spielfilm USA 2007 (The Nanny Diaries) | hr-fernsehen
       

      Annie Braddock hat zwar einen Collegeabschluss, aber noch keine Ahnung von ihrer beruflichen Zukunft. Um Bedenkzeit zu haben, heuert sie einstweilen als Kindermädchen an. Der Job als Nanny bei einer reichen New Yorker Familie ist eine echte Herausforderung. Die versnobte Dame des Hauses geriert sich als Sklavenhalterin, und ihr vernachlässigter Sohn ist ein kleiner Satansbraten. Doch mit der Geduld einer Ethnologin, die eine fremde Kultur studiert, findet Annie selbst in ausweglosen Situationen überraschende Lösungen.

      Montag, 19.06.17
      23:15 - 00:50 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      Stereo

      Annie Braddock hat zwar einen Collegeabschluss, aber noch keine Ahnung von ihrer beruflichen Zukunft. Um Bedenkzeit zu haben, heuert sie einstweilen als Kindermädchen an. Der Job als Nanny bei einer reichen New Yorker Familie ist eine echte Herausforderung. Die versnobte Dame des Hauses geriert sich als Sklavenhalterin, und ihr vernachlässigter Sohn ist ein kleiner Satansbraten. Doch mit der Geduld einer Ethnologin, die eine fremde Kultur studiert, findet Annie selbst in ausweglosen Situationen überraschende Lösungen.

       

      Den Collegeabschluss hat Annie (Scarlett Johansson) längst in der Tasche. Ihre Mutter (Donna Murphy), die sich als Krankenschwester für die Ausbildung ihrer Tochter krummlegte, hofft auf eine Karriere Annies an der Wall Street. Doch in der Finanzwelt fühlt diese sich fremd wie auf einem anderen Stern. Nach einem gründlich verpatzten Bewerbungsgespräch tritt der Zufall auf den Plan: Im New Yorker Central Park bewahrt Annie einen kleinen Jungen vor einem Unfall und wird vom Fleck weg als Kindermädchen einer reichen New Yorker Familie engagiert. Diese bewohnt eine ganze Etage in der luxuriösen Park Avenue, doch für die Nanny bleibt nur eine Besenkammer.

      Die neue Arbeitgeberin Mrs. X (Laura Linney) entpuppt sich als Tyrannin, die Annie wie eine Leibeigene behandelt. Und ihr fünfjähriger Schützling namens Grayer (Nicholas Reese Art) ist ein verzogener Bengel. Während Mr. X (Paul Giamatti), ein Finanzhai, jedem Rock hinterhersteigt, flüchtet die Dame des Hauses sich in Shopping, Yoga und Wohltätigkeitsveranstaltungen. Trotz ihres oft beschworenen Stresses bleibt ihr stets Zeit, um Annie zu schikanieren.

      Gipfel der Peinlichkeit ist ein Coaching-Seminar, in dem reiche Mütter und ihre Nannys sich unter therapeutischer Anleitung „die Wahrheit“ sagen dürfen. Allen Widrigkeiten zum Trotz avanciert die liebevolle Annie für den vereinsamten Grayer bald zum Mutterersatz. Als das patente Kindermädchen dann noch mit einem gut situierten Harvard-Studenten (Chris Evans) aus der Nachbarschaft anbändelt, wird Mrs. X erst recht zur Furie.

      Die herzige Sozialkomödie basiert auf einem Bestseller von Emma McLaughlin und Nicola Kraus, die ihre Erfahrungen als Kindermädchen in besseren Kreisen schilderten. Das Regie-Ehepaar Shari Springer Berman und Robert Pulcini, mit Dokumentarfilmen bekannt geworden, porträtiert das Milieu der reichen Upper East Side im Stil einer satirischen ethnologischen Feldstudie.

      Hollywoodstar Scarlett Johansson glänzt in der ungewohnten Rolle des unsicheren Aschenputtels, das unter der herablassenden Art der Reichen leidet. Mindestens ebenbürtig agiert Laura Linney als Luxus-Mutti zwischen Konsum und Depression, die ordentlich austeilen kann, aber auch tragische Züge aufweist.

      Auf amüsante Art blicken „Die Tagebücher einer Nanny“ nicht nur hinter die Kulissen des scheinbar beneidenswerten Lebensstils des Dollar-Adels. Mit der Perspektive auf die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, auf Drill und Wohlstandsvernachlässigung, hält der Film auch ein überzeugendes Plädoyer für Nestwärme und Fürsorge.

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