• 08.09.2013
      10:45 Uhr
      Norddeutsche Dynastien: Robbe & Berking - Silberschmiede an der Förde Ein Film von Dagmar Wittmers | hr-fernsehen
       

      In den noblen Häusern der Welt, zum Beispiel im Bundeskanzleramt und im Weißen Haus, im Moskauer Kreml oder im Palast des Aga Khan, tafelt man mit Bestecken von Robbe & Berking. Auf dem Traumschiff "MS Deutschland" gehört das Tafelsilber der Manufaktur in Flensburg zum Ambiente. Handwerkliche Perfektion und kaufmännisches Gespür hat die Silberschmiede zum Weltmarktführer gemacht. Firmenchef ist Oliver Berking, seine Manufaktur schmiedet schon in fünfter Generation Tafelbestecke aus Silber. Handarbeit ist bei Robbe & Berking Trumpf.

      Sonntag, 08.09.13
      10:45 - 11:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      In den noblen Häusern der Welt, zum Beispiel im Bundeskanzleramt und im Weißen Haus, im Moskauer Kreml oder im Palast des Aga Khan, tafelt man mit Bestecken von Robbe & Berking. Auf dem Traumschiff "MS Deutschland" gehört das Tafelsilber der Manufaktur in Flensburg zum Ambiente. Handwerkliche Perfektion und kaufmännisches Gespür hat die Silberschmiede zum Weltmarktführer gemacht. Firmenchef ist Oliver Berking, seine Manufaktur schmiedet schon in fünfter Generation Tafelbestecke aus Silber. Handarbeit ist bei Robbe & Berking Trumpf.

       

      Firmenchef Oliver Berking hat die Devise von seinem Urgroßvater übernommen: Andere dürfen billiger sein, besser sein darf niemand!

      Als Nicolaus Robbe 1874 seine kleine Gold-und Silberschmiede in Flensburg eröffnete, trieb ihn die Not dazu. Weil er keine Anstellung fand, versuchte er mit einem Einmannbetrieb, die Familie zu ernähren. Seine Frau half in der Werkstatt mit beim Putzen und Schleifen. Oft reichte das Geld nicht, um Silber für Aufträge zu kaufen.

      Nach 20 Jahren stellte er endlich einen Gesellen ein, das war der Wendepunkt für die kleine Firma. Der junge Goldschmied Robert Berking verliebte sich in Robbes Tochter, wurde zum Schwiegersohn und Teilhaber. Er erklärte die Herstellung von Messer, Gabel und Löffel zum Hauptgeschäft der kleinen Manufaktur. Der Erfolg gab ihm recht: In kurzer Zeit war die Firma Robbe & Berking in der Region gefragter Spezialist für Tafelbesteck.

      Ein Schicksalsschlag war beinahe das Ende der Silberschmiede: Mit nur 36 Jahren ist Robert Berking in der Kollunder Bucht ertrunken. Seine Frau Henriette leitete den Handwerksbetrieb, bis die Söhne ihn übernehmen konnten. Ihr Ältester, Theodor, setzte die Familientradition fort. Mit exzellentem Handwerk manövrierte er die Firma durch die Krisen der 1920er-Jahre. "Nordische Silberschmiede" nannte sich die Manufaktur nach der Machtergreifung der Nazis. Bestecke aus Silber waren im Krieg nicht gefragt, dafür Kriegsverdienstorden aus Aluminium. Ein Staatsauftrag. Die Nachkriegszeit überlebte die Firma mit Kunstgewerbe. Wer braucht Besteck, wenn es nichts zu essen gibt. Als es in den Wirtschaftswunderjahren wieder hieß, hast du was, bist du was, war Silberbesteck das Hochzeitsgeschenk Nummer eins. Die Modelle "Isabel" und "Brigitte" waren in Norddeutschland besonders gefragt.

      Königshäuser und Nobelhotels wurden zu Neukunden, als Robert Berking Junior neue Designs entwarf und die alten Klassiker der Zeit anpasste. Die Formen von Robbe & Berking stachen die Konkurrenz aus. Sein Sohn Oliver war 22 Jahre alt, als er 1985 in die Firma kam. Der Betriebswirt ist mit dem Silberhandwerk aufgewachsen. Heute lenkt er das international aufgestellte Unternehmen mit 120 Mitarbeitern. Wenn ihm steigende Silberpreise Sorgen machen, sind die Vorfahren sein Vorbild, denn sie haben schlimmere Krisen gemeistert. Der 51-jährige Firmenchef vertraut darauf, dass eines seiner sechs Kinder die Silberschmiede einmal in sechster Generation weiterführen wird.

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      Sonntag, 08.09.13
      10:45 - 11:30 Uhr (45 Min.)
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