• 27.03.2013
      04:35 Uhr
      Münchner Runde Thema: Zypern gerettet - Vertrauen zerstört? | BR Fernsehen
       

      Zypern bleibt also in der Euro-Zone, aber die Bedingungen sind hart. Gläubiger und reiche Kunden müssen sich an der Rettung des Landes beteiligen und Zyperns Banken stehen am Abgrund. Trifft die Entscheidung die Richtigen oder die Falschen? Zerstört diese Entscheidung zu Zypern weiteres Vertrauen der EU-Bürger? Ursula Heller diskutiert mit:

      • Dimitris Droutsas, Europaabgeordneter und ehem. griechischer Außenminister
      • Ursula Weidenfeld, Publizistin
      • Theo Waigel, früherer Bundesfinanzminister, CSU

      Zypern bleibt also in der Euro-Zone, aber die Bedingungen sind hart. Gläubiger und reiche Kunden müssen sich an der Rettung des Landes beteiligen und Zyperns Banken stehen am Abgrund. Trifft die Entscheidung die Richtigen oder die Falschen? Zerstört diese Entscheidung zu Zypern weiteres Vertrauen der EU-Bürger? Ursula Heller diskutiert mit:

      • Dimitris Droutsas, Europaabgeordneter und ehem. griechischer Außenminister
      • Ursula Weidenfeld, Publizistin
      • Theo Waigel, früherer Bundesfinanzminister, CSU

       
      • Dimitris Droutsas, Europaabgeordneter und ehem. griechischer Außenminister

      Kritisiert: "Die EU hat sich mit Zypern ein Eigentor geschossen, und vor allem wurde die Glaubwürdigkeit der EU und der Politik mal wieder in Mitleidenschaft gezogen." Und: "Ich habe Verständnis für die deutsche Haltung, Angela Merkel geht verantwortungsvoll mit der Situation um. Allerdings wurde leider Gottes die Euro-Krise immer wieder für innenpolitische Zwecke benutzt, gerade in Bayern." Er räumt ein: "Viele Probleme von Zypern sind hausgemacht, aber wir befinden uns nun einmal in einer Union und sitzen im gleichen Boot." Sein Fazit: "Wenn man das Projekt EU und die gemeinsame Währung will, führt kein Weg daran vorbei, in den sauren Apfel zu beißen und Zypern zu helfen."

      • Ursula Weidenfeld, Publizistin

      Meint: "Das Vertrauen in Europa wird erst dann zurückkehren, wenn die Bürger den Eindruck haben, dass es bei der Rettung des Euro mit nachvollziehbaren Kriterien zugeht. Auf dem Weg ist Europa an diesem Wochenende einen Schritt vorangekommen." Denn: "Es ist jedenfalls das erste Mal, dass die Eigentümer und Gläubiger der Banken, die das Problem verursachen, zur Rechenschaft gezogen werden." Und: "Das Signal ist: Die Zeit, in der die Schuldner eine ordentliche Machtposition hatten und die in den Verhandlungen ausspielen konnten, ist mit der Normalisierung an den Finanzmärkten zu Ende gegangen." Sie räumt allerdings ein: "Was jetzt kommt - Entlassungen bei den Banken, Wohlstandsverlust, Investitionszurückhaltung, eine tiefe Rezession - wird zeigen, dass die reale Krise noch vor Zypern liegt."

      • Theo Waigel, früherer Bundesfinanzminister, CSU

      Bleibt hart: "Europa und die Eurozone lassen sich nicht erpressen." Und: "Der Kompromiss ist fair und ausgewogen bezüglich der Lastenteilung. Banken und Gläubiger müssen für das Geschäftsmodell, an dem sie gut verdient haben, jetzt auch einstehen und nicht nur der europäische Steuerzahler." Er räumt jedoch ein: "Die Entscheidung war richtig, doch die Kommunikation war miserabel. Die Eurozone braucht einen anderen Entscheidungsmechanismus." Er fordert: "Die Zyprioten müssen das Programm umsetzen, nur dann werden die Gelder auch ausbezahlt."

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