• 13.04.2011
      12:30 Uhr
      Planet Wissen Der Nil - Lebensader Ägyptens | BR Fernsehen
       

      Ägypten, so schrieb um etwa 430 v. Chr. der griechische Historiker Herodot, das sei ein Geschenk des Nils. Heute wissen wir, Herodot hatte Recht, denn inzwischen kommen Klimaforscher, Archäologen und Historiker zu dem gleichen Ergebnis.

      Mittwoch, 13.04.11
      12:30 - 13:30 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Ägypten, so schrieb um etwa 430 v. Chr. der griechische Historiker Herodot, das sei ein Geschenk des Nils. Heute wissen wir, Herodot hatte Recht, denn inzwischen kommen Klimaforscher, Archäologen und Historiker zu dem gleichen Ergebnis.

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Birgit Klaus
      Dennis Wilms
      Redaktion Mustafa Benali

      Als vor rund 7000 Jahren die feuchten Gebiete im Westen Ägyptens durch einen dramatischen Klimawandel vertrockneten, sicherte der mächtige Fluss den Menschen das Überleben. Das Wasser des Nils mit dem fruchtbaren Schlamm verwandelte die Wüste an seinen Ufern in eine rund 1000 Kilometer lange fruchtbare Oase. So entstand ein neuer Siedlungsraum für die geschundene Bevölkerung. Die Bewirtschaftung der Felder mit einem ausgeklügelten Bewässerungssystem, die Entwicklung der Schrift, die mathematisch präzise Vermessung des Landes und natürlich der Bau der einzigartigen Pyramiden, all das wäre ohne den Nil undenkbar.

      Noch heute ist der mächtige Strom für Millionen von Menschen beides: Lebensader und Schicksalsfluss, von dem das Leben und das Überleben abhängen. 6.671 Flusskilometer liegen zwischen der Quelle und der Mündung. Genaugenommen gibt es zwei Quellgebiete. Im äthiopischen Hochland entspringt der Blaue Nil. Von hier kommt in der Regenzeit der weitaus größte Teil der Wassermassen. Viel weiter südwestlich, im zentralafrikanischen Ruvenzori Gebirge, entspringt der Weiße Nil. Erst bei Karthum vereinigen sich Blauer Nil und Weißer Nil. In den insgesamt 10 Anrainerstaaten leben schätzungsweise 140 Millionen Menschen im Einzugsgebiet des Nils. Das Überleben dieser rasch wachsenden Bevölkerung wird davon abhängen, ob es ihnen künftig noch gelingen wird, die Ressourcen des Flusses nutzen zu können.

      Der Kampf um das kostbare Gut hat längst begonnen. Das rasante Bevölkerungswachstum und der damit verbundene Nahrungsbedarf machen es erforderlich, die landwirtschaftlich nutzbare Fläche intensiv zu bewässern. Vor allem für Ägypten wird das Nilwasser zu einem knappen Gut. Lautstark fordern inzwischen auch andere Länder ihren Anteil. Gelingt es nicht, die Ressourcen einvernehmlich zu nutzen, sind kriegerische Auseinandersetzungen künftig nicht auszuschließen. Der Kampf um das Wasser des Nils birgt ein enormes gesellschaftliches Konfliktpotenzial. Der Überlebenskampf könnte zu dramatischen Veränderungen führen. Ägypten liefert schon heute einen Vorgeschmack. Hier lodert ein Feuer, das sich eines Tages zu einem gewaltigen Flächenbrand entwickeln könnte.

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      12:30 - 13:30 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

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