• 21.04.2010
      23:40 Uhr
      Im Juli Spielfilm Deutschland 1999 - Junger Film | BR Fernsehen
       

      Die unbekümmerte Juli hat ein Auge auf den schüchternen Hamburger Referendar Daniel geworfen und lädt ihn zu einer Party ein, auf der er die Frau seines Lebens kennenlernen soll.

      Mittwoch, 21.04.10
      23:40 - 01:15 Uhr (95 Min.)
      95 Min.

      Die unbekümmerte Juli hat ein Auge auf den schüchternen Hamburger Referendar Daniel geworfen und lädt ihn zu einer Party ein, auf der er die Frau seines Lebens kennenlernen soll.

       

      Die hübsche und lebensbejahende Schmuckverkäuferin Juli findet den verklemmt schüchternen Junglehrer Daniel gerade wegen seiner Hilflosigkeit überaus anziehend und beschließt, ihn zu erobern. Unverhohlen flirtet sie mit dem Verwirrten, sagt ihm die Begegnung mit seiner ganz großen Liebe voraus und lädt ihn zu einer Party ein, denn da werde sein Schicksal auf ihn warten. Dass sie sich selbst in der Rolle der Traumfrau sieht, verrät sie natürlich nicht. Tatsächlich geht Daniel auf diese Party, doch nach Juli hält er vergeblich Ausschau. Dafür lernt er Melek kennen, und die Liebe schlägt ein wie ein Blitz. Dass Melek ein Flugticket nach Istanbul für den nächsten Morgen in der Tasche hat, um dort ihren Freund zu treffen, tut der jäh entflammten Leidenschaft keinen Abbruch. Mit dem alten Wagen seines Nachbarn macht er sich auf in die Türkei, um Melek zu erobern. Am Autobahnzubringer gleich hinter Hamburg nimmt er eine Anhalterin mit: ausgerechnet Juli, die wild entschlossen ist, den Kampf gegen die unbekannte Rivalin aufzunehmen. Damit beginnt eine Odyssee durch halb Osteuropa, die es in sich hat.

      Obwohl die Dreharbeiten zu seinem zweiten Spielfilm wegen des verheerenden Erdbebens 1999 in Istanbul unterbrochen werden mussten, gelang Fatih Akin nach eigenem Drehbuch ein "wunderbares Filmmärchen" (filmdienst, 17/2000) und "romantisch spritziges Road-Movie" (VideoWoche).

      "Nach dem sehr atmosphärischen veristischen Noir-Thriller 'Kurz und schmerzlos' aus der Hamburger Multi-Ethno-Szene nun ein mit leichter Hand inszeniertes sommerliches Abenteuer der Liebe wegen - trotz aller Vorhersehbarkeit der Handlung mit immer wieder überraschenden Wendungen und witzigen Action-Momenten" (kino.de).

      Moritz Bleibtreu in der Rolle des verklemmten und spießigen Lehrerreferendars Daniel übertraf sich selbst in diesem "kleinen Film mit großem Gefühl - so schön und aufregend wie die Liebe" (Blickpunkt:Film). "Er (Bleibtreu) spielt den verliebten Jungakademiker souverän auf dem schmalen Grat zwischen disziplinierter Weltfremdheit, trotteligem Muttersöhnchen-Gebaren und emotional entschlossenem Liebesrausch. Er macht immer nur fast ein bisschen zu viel und bleibt deshalb gerade noch diesseits der Grenze zur Klamotte auf der Seite augenzwinkernder Komik" (kino.de).

      Der damals 27-jährige Akin ließ sich nach seinem Debüt "Kurz und schmerzlos", einem atmosphärisch dichten Gangsterfilm mit einer geradezu existentialistischen Fabel, hier auf eine Mischung aus ganz anderen Genres ein, die gerade im deutschen Film mit vielen Altlasten behaftet sind: Komödie, Liebesfilm und Road Movie. "Viele werden sagen", so Akin vor den Dreharbeiten, "was macht der jetzt für'n trivialen Schwachsinn, reine Kunstfiguren und so weiter ... Dies ist ein Liebesfilm, und ich werde ihn mit nichts anderem machen als mit Liebe." Tatsächlich scheint es diese ebenso professionelle wie unbeirrt "störrische" Einstellung zu sein, die letztlich über alle sterilen Reißbrett-Entwürfe deutscher Allerweltskomödien triumphiert und einer angenehm leichten, nie leichtfertig-seichten Erzählhaltung den Weg bahnt.

      Auf dem internationalen Filmfestival von Tromsø gewann Akin den Publikumspreis.

      Wird geladen...
      Mittwoch, 21.04.10
      23:40 - 01:15 Uhr (95 Min.)
      95 Min.

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 04.02.2023