• 13.03.2010
      22:10 Uhr
      Liebesgrüße nach Moskau - Der große Radiokrieg Dokumentarfilm Deutschland 2008 - DER KALTE KRIEG | BR Fernsehen
       

      Dass es nie zu einem atomaren Krieg zwischen den USA und der UdSSR kam, ist auch ein Verdienst des Senders "Radio Freies Europa", ohne den der Kalte Krieg vielleicht anders verlaufen wäre. Filmautor Christian Bauer erzählt in seinem Film, was der Sender alles verhindern konnte.

      Samstag, 13.03.10
      22:10 - 23:40 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Dass es nie zu einem atomaren Krieg zwischen den USA und der UdSSR kam, ist auch ein Verdienst des Senders "Radio Freies Europa", ohne den der Kalte Krieg vielleicht anders verlaufen wäre. Filmautor Christian Bauer erzählt in seinem Film, was der Sender alles verhindern konnte.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Christian Bauer
      Redaktion Hubert von Spreti

      Ohne "Radio Freies Europa" wäre die Geschichte des Kalten Krieges anders verlaufen. Dass es nicht zu einem atomaren Holocaust kam, ist nicht zuletzt auch ein Verdienst von RFE. Zunächst heimlich von der CIA finanziert, später offiziell durch die amerikanische Regierung, sendete "die Stimme der Freiheit und Demokratie" - so RFE über sich selbst - von 1951 an in den jeweiligen Landessprachen nach Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und in die Tschechoslowakei. RFE war die wohl ungewöhnlichste und dabei erfolgreichste Waffe der USA im Kalten Krieg. "Liebesgrüße nach Moskau" zeigt die Erfolge und Fehlschläge des Senders. Der Film zeigt, welchen Aufwand die Regimes in Osteuropa betrieben, um die Bevölkerung am Empfang von RFE zu hindern. Störsender machten das Programm fast unhörbar. Aber RFE wehrte sich dagegen, indem es seine Frequenzen ständig wechselte - ein Katz-und-Maus-Spiel auf höchstem technischen Niveau, an dem die Hörer aktiv teilnahmen. Sie ihrerseits lebten in ständiger Angst, entdeckt zu werden. RFE berichtete nicht nur über das Geschehen im Westen, viel wichtiger noch waren die Nachrichten über das Geschehen in den Vasallenstaaten der Sowjetunion selbst. Die Machthaber selbst nutzten begierig die Nachrichten von Radio Freies Europa als verlässliche Informationsquelle über den Ostblock. Der Sender in München war in den Augen der CIA ein Tummelplatz östlicher Agenten. Es gab in jeder Abteilung Informanten, die zum Teil erpresst, zum Teil freiwillig ihre Informationen nach Osten lieferten. Es gab Morde und Mordversuche, Attentate mit vergifteten Regenschirmen und Salzstreuern, und schließlich auch eine Bombenattacke auf den Sender selbst - all das, was eine gute Spionagegeschichte ausmacht, war Teil des Alltags bei RFE. Der Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in Osteuropa und der Fall der Berliner Mauer im Herbst 1989 war ein Triumph des in München beheimateten Senders. Fast vier Jahrzehnte existierte dieses enorm wichtige Medium, um die Menschen im Herrschaftsbereich der Sowjetunion und des Warschauer Pakts mit pro-westlichen Informationen zu versorgen: Sie arbeiteten stets unter dem Motto: Unser Ziel ist es, die Herrschaft des Kommunismus zu beenden - und uns damit selbst abzuschaffen!

      "Liebesgrüße nach Moskau - Der große Radiokrieg" zeigt in Dokumenten und ungewöhnlichem Archivmaterial aus dem Kalten Krieg, in Gesprächen mit Hörern und Mitarbeitern, wie "Radio Freies Europa" als Instrument der psychologischen Kriegsführung begann, dann aber zu einer verlässlichen Informationsquelle der Menschen im Osten wurde. Nicht zuletzt deshalb, weil das Programm von Menschen gestaltet wurde, die aus den Zielländern stammten und sich ihren Landsleuten hinter dem Eisernen Vorhang verpflichtet fühlten.
      Seit 1980 war Filmemacher Christian Bauer als freier Filmemacher und Produzent tätig, und führte bei rund sechzig Dokumentarfilmen Regie. 1993 erhielt er den "Adolf-Grimme-Preis" für seinen Film "Der Ami geht heim" über den Abzug einer US-amerikanischen Garnison. Nach dem Ausscheiden aus seiner ersten Firma "Kick Film" gründete er 1989 die "Tangram Christian Bauer Filmproduktion", die 2006 vom Branchenblatt "Realscreen" in die Liste der 100 weltweit einflussreichsten Produktionsfirmen im Dokumentarfilmbereich aufgenommen wurde. Christian Bauers Film "Missing Allen" (2001) wurde unter anderem auf dem Montreal Festival (FCMM 2001) und dem Internationalen Fernsehfestival Venedig (Canal Grande 2002) als "Bester Dokumentarfilm" ausgezeichnet und war 2002 für den Europäischen Filmpreis nominiert. Sein abendfüllender Dokumentarfilm "Die Richtie Boys" stand 2005 auf der Oscar-Shortlist.
      Der international koproduzierte, große Dokumentarfilm über "Radio Free Europe", wurde zu seinem Abschied. Am 27. Juli 2009 starb Christian Bauer völlig unerwartet mit 61 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes.

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      Samstag, 13.03.10
      22:10 - 23:40 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

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