• 13.03.2010
      20:15 Uhr
      Der Spion, der aus der Kälte kam Spielfilm Großbritannien 1966 (The Spy Who Came in from The Cold) - DER KALTE KRIEG | BR Fernsehen
       

      Alec Leamas, in Westberlin Leiter des britischen Geheimdienstes, soll Hans-Dieter Mundt, den Ostberliner "Kollegen", außer Gefecht setzen. Erst zu spät erkennt er, dass er nur eine Marionette in einem üblen Ränkespiel war. Er bezahlt seinen Versuch mit dem Leben.

      Samstag, 13.03.10
      20:15 - 22:05 Uhr (110 Min.)
      110 Min.

      Alec Leamas, in Westberlin Leiter des britischen Geheimdienstes, soll Hans-Dieter Mundt, den Ostberliner "Kollegen", außer Gefecht setzen. Erst zu spät erkennt er, dass er nur eine Marionette in einem üblen Ränkespiel war. Er bezahlt seinen Versuch mit dem Leben.

       

      Stab und Besetzung

      Alec Leamas Richard Burton
      Nan Perry Claire Bloom
      Fiedler Oskar Werner
      Hans-Dieter Mundt Peter van Eyck
      Peters Sam Wanamaker
      ostdeutscher Verteidiger George Voskovec
      Prüfer Cyril Cusack
      Regie Martin Ritt
      Redaktion Walter Greifenstein

      Lange war Alec Leamas im Auftrag des britischen "Secret Service" in Berlin für Agenten und Überläufer zuständig - und er nahm jeden Verlust persönlich. Allerdings nicht nur er: Nachdem bei einem "Ausreiseversuch" einer seiner Agenten erschossen wird, wird Alec zurück nach London beordert. Dort bietet man ihm einen Schreibtischjob in der Finanzabteilung an - den er kurzfristig widerwillig ausführt, ehe er kündigt und sich dem Alkohol verschreibt, um sein verpfuschtes Leben zu ertränken. Als er in einem Lebensmittelladen nicht zahlen kann und der Händler ihn nicht anschreiben lässt, wird er handgreiflich und landet dafür im Gefängnis.
      Nach der Entlassung hält als einzige Nan Perryzu ihm, eine Freundin, die er kurz vor seiner Inhaftierung kennenlernte. Zu seinem großen Erstaunen scheint sich auch der Geheimdienst wieder für ihn zu interessieren - und nicht nur der eigene! Allmählich stellt sich heraus, dass Leamas angebliche Entlassung ein abgekartetes Spiel war. Der Ostberliner Staatssicherheitsdienst der DDR soll glauben, er sei bereit, überzulaufen - und so hofft man, Leamas in die DDR-Agentenkreise in Ost-Berlin einschleusen zu können. Es scheint auch prompt zu funktionieren, denn ein Mann namens Ashe nimmt Kontakt mit ihm auf. Allerdings soll Leamas nicht nur die Funktionsweise des Ost-Geheimdienstes ausspionieren - er hat auch den Auftrag, dort bewusst Unfrieden zu stiften. Aber was und wer das eigentliche Ziel dieser verwirrenden undurchschaubaren Undercover-Unternehmung mit allzu viel Unbekannten ist, durchschaut Leamas erst, als es zu spät ist.

      Hollywood-Regisseur Martin Ritt (1914-1990) schuf diese mehrfach preisgekrönte Verfilmung des gleichnamigen Romans von John Le Carré, der 2005 von der britischen "Crime Writers' Association" als bester Kriminalroman der letzten 50 Jahre ausgezeichnet wurde. An der Spitze des hochkarätigen Ensemble zeigt Richard Burton als Alec Leamas eine seiner größten Leistungen auf der Leinwand, mit einer Oscar-Nominierung, mit dem BAFTA als bester britischer Schauspieler und dem "Laurel Award" dekoriert.
      Der Spionagefilm wurde nach dem gleichnamigen Roman des britischen Autors John Le Carré gedreht, der erst zwei Jahre zuvor veröffentlicht worden war. Sein dritter Roman brachte dem Autor etliche Preise und den internationalen Durchbruch. Buch und Film brachten aber auch eine Wende im Spionage-Genre. An die Stelle strahlender Helden à la James Bond setzte John Le Carré erstmals den desillusionierten Agenten, der in den Mühlen eines schmutzigen Geheimdienstgeschäftes zerrieben wird. Regisseur Martin Ritt, der im Laufe seiner Karriere immer wieder politische und gesellschaftskritische Stoffe verfilmte, inszenierte den Stoff betont nüchtern und dennoch hochdramatisch. John Le Carré selbst hält bis heute die Inszenierung Martin Ritts für eine der gelungensten Verfilmungen seiner Romane.

      "Die Spionage-Romane von John Le Carré glänzten meist weniger durch Hochspannung, als durch eine präzise Ausarbeitung der Charaktere. Richard Burton bringt den kühlen, berechnenden Agenten, den die Liebe nur zeitweise "außer Gefecht" setzt, hier überzeugend auf die Leinwand und lässt den Rest des eigentlich hochkarätig besetzten Ensembles zur Staffage verkommen. Ein paar Wendungen sorgen dann auch für zusätzliche Unterhaltung - die große Spannung will aber auch dadurch erst ganz am Ende aufkommen" (moviemaster.de).
      "Während seit 1962 der ebenso glamouröse wie unschlagbare britische Geheimagent James Bond 007 die Welt in regelmäßigen Abständen vor Schurken rettet, geht es hier um einen britischen Spion, der Opfer einer raffinierten Intrige wird und erfahren muss, dass seine eigene Seite genauso skrupellos und heuchlerisch handelt wie die gegnerische. Seine Vorgesetzten schrecken nicht einmal davor zurück, eine Liebesbeziehung für ihre Zwecke zu missbrauchen. Alec Leamas ist alles andere als ein strahlender Held. Martin Ritt (Regie), Paul Dehn und Guy Trosper (Drehbuch) hielten sich bei der Verfilmung eng an die literarische Vorlage von John Le Carré. Der Film wird vor allem durch Dialoge getragen. Auch die sachliche und realistische, kühle und nüchterne Inszenierung entspricht dem Spionageroman" (Dieter Wunderlich).

      Wird geladen...
      Samstag, 13.03.10
      20:15 - 22:05 Uhr (110 Min.)
      110 Min.

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 01.10.2022