• 15.04.2021
      10:35 Uhr
      Länder - Menschen - Abenteuer Sauerkraut in Valparaiso - Auf deutschen Spuren in Chile | BR Fernsehen
       

      Schwarzwälder Kirschtorte, Sauerkraut, freiwillige Feuerwehr - Deutschland und Chile haben eine besondere Verbindung. 20.000 Menschen aus Chile flüchteten nach dem Militärputsch 1973 in beide Teile Deutschlands, kehrten nach dem Ende der Diktatur in ihr Heimatland zurück. Die Jahre des Exils waren nicht spurlos an ihnen vorübergegangen. Der Film trifft Menschen, die in Deutschland gelebt haben und für die das Erlebnis einer offenen Gesellschaft prägend war.

      Donnerstag, 15.04.21
      10:35 - 11:20 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Schwarzwälder Kirschtorte, Sauerkraut, freiwillige Feuerwehr - Deutschland und Chile haben eine besondere Verbindung. 20.000 Menschen aus Chile flüchteten nach dem Militärputsch 1973 in beide Teile Deutschlands, kehrten nach dem Ende der Diktatur in ihr Heimatland zurück. Die Jahre des Exils waren nicht spurlos an ihnen vorübergegangen. Der Film trifft Menschen, die in Deutschland gelebt haben und für die das Erlebnis einer offenen Gesellschaft prägend war.

       

      Auch 12.000 Kilometer von Deutschland entfernt gibt es Schwarzwälder Kirschtorte, Sauerkraut und eine deutsche freiwillige Feuerwehr: in Chile. Chile und Deutschland haben eine besondere Verbindung, nicht erst, seitdem bekannt wurde, dass die Honeckers in Chile Zuflucht suchten. 1973, nach dem Sturz des Präsidenten Salvador Allende, flüchteten 20.000 Menschen aus Chile in beide Teile Deutschlands. Die meisten von ihnen kehrten nach dem Ende der Militärdiktatur in ihr Heimatland zurück. Die Jahre des Exils waren nicht spurlos an ihnen vorübergegangen. Für viele Chilenen wurde das Erlebnis einer offenen Gesellschaft prägend. Sie brachten ihre Erfahrungen von Demokratie und Liberalität ein, als nach der Ära Pinochet eine neue demokratische Gesellschaft aufgebaut werden musste.

      Carmen Zuñiga hat ihr kleines Hotel in Viña del Mar bei Valparaíso "Offenbacher Hof" genannt, eine Hommage an 20 Jahre Leben im deutschen Exil. Sie ist heute noch dankbar für die Zufluchtsmöglichkeit und Unterstützung. Ernesto Parra wurde aus einem Todeslager gerettet, konnte in Deutschland Musik studieren und ist heute Dirigent eines Jugendorchesters in Santiago.

      Patricia Munoz kehrte als Ärztin nach Chile zurück und erzählt bei gedecktem Apfelkuchen im "Cafe Mozart", die chilenischen Männer hätten es mit ihr nicht leicht. Sie habe in Deutschland gelernt, den Mund aufzumachen und sich für ihre Rechte einzusetzen. Alvaro Camu, dessen Vater von den Putschisten erschossen wurde, flüchtete nach Ostberlin. Heute ist Alavaro Leiter des Goethe-Instituts in Santiago de Chile.

      Doch die deutsch-chilenische Geschichte ist älter als aus der Zeit der Solidarität mit den Verfolgten nach dem Militärputsch 1973. Schon Mitte des vergangenen Jahrhunderts wanderten deutsche Handwerker und Landwirte nach Chile aus. Der Aufschwung des Landes, die Förderung von Kupfer, bis heute Grundlage der chilenischen Wirtschaft, wurde auch von deutscher Ingenieurskunst beflügelt.

      Etwa 500.000 Chilenen stammen von Deutschen ab, für viele ist die deutsche Sprache auch heute noch Muttersprache. Noch heute gibt es in Chile eine Brauerei, wo nach dem deutschen Reinheitsgebot Bier gebraut wird. Und natürlich fehlen auch nicht Errungenschaften wie die "freiwillige Feuerwehr", die bei den häufigen Erdbeben und Vulkanausbrüchen unverzichtbare Hilfe leistet.

      Chile erstreckt sich über eine Länge von 4.500 Kilometern und über mehrere Klimazonen. Die Reportage führt von der Atacama-Wüste und den Salzseen inmitten großartiger Landschaften bis zur mondänen Großstadt Santiago de Chile. Weiter geht es nach Valparaíso, der einst größten Hafenstadt an der südamerikanischen Pazifikküste.

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      10:35 - 11:20 Uhr (45 Min.)
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