• 18.09.2019
      00:00 Uhr
      BR-KLASSIK: KlickKlack Das Musikmagazin | BR Fernsehen
       

      Moderatorin Sol Gabetta begrüßt die Zuschauer zu einer Spezialausgabe von "KlickKlack" zum 100. Geburtstag des fast vergessenen Komponisten Mieczyslaw Weinberg. Bei den Proms in London spielte sie sein selten aufgeführtes Cellokonzert. Außerdem sind in der Sendung zu Gast: Der Geiger Linus Roth, der sich intensiv mit dem Leben und Werk von Weinberg auseinandergesetzt hat, sowie der Geiger Gidon Kremer, der schon seit Jahren Werke von Weinberg in seinen Konzerten spielt und ihm im Mai sogar ein ganzes Konzert gewidmet hat.

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 18.09.19
      00:00 - 00:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

      Moderatorin Sol Gabetta begrüßt die Zuschauer zu einer Spezialausgabe von "KlickKlack" zum 100. Geburtstag des fast vergessenen Komponisten Mieczyslaw Weinberg. Bei den Proms in London spielte sie sein selten aufgeführtes Cellokonzert. Außerdem sind in der Sendung zu Gast: Der Geiger Linus Roth, der sich intensiv mit dem Leben und Werk von Weinberg auseinandergesetzt hat, sowie der Geiger Gidon Kremer, der schon seit Jahren Werke von Weinberg in seinen Konzerten spielt und ihm im Mai sogar ein ganzes Konzert gewidmet hat.

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Sol Gabetta

      Seinen Freund Dimitri Schostakowitsch kennt heute fast jeder. Ihn selbst - kaum jemand. Wie konnte dieser Komponist nur so lange überhört werden?
      Geboren wird Mieczyslaw Weinberg 1919 in Warschau in eine jüdische Familie. Jung und hochbegabt schreibt er erste Stücke, bevor er 19-jährig zu Fuß Richtung Osten fliehen muss, als Nazideutschland Polen überfällt. Seine Familie bleibt und wird im Warschauer Ghetto ermordet. Weinberg studiert zunächst in Minsk, rettet sich weiter nach Taschkent, schließlich holt ihn Dmitri Schostakowitsch 1943 nach Moskau. Als Weinberg 1953 fälschlicherweise beschuldigt wird, die Idee einer jüdischen Republikgründung auf der Krim zu propagieren und deswegen auch inhaftiert wird, setzt sich Schostakowitsch für die Freilassung seines Freundes ein.

      Heute liegt ein beachtliches Gesamtwerk von Mieczyslaw Weinberg vor: über zwanzig Symphonien, Konzerte und Kammermusik, Liederzyklen, Opern und Filmmusik. Ein Großteil Weinbergs Musik ist einem Sujet gewidmet, das den Komponisten lebenslang umtreibt: dem Holocaust, dem sämtliche seiner Angehörigen zum Opfer fielen. Auch seinen jüdischen Hintergrund hört man in der Musik: Weinberg benutzt oft Melodien der jüdischen Volksmusik Osteuropas - auch in seinem Cellokonzert, das Sol Gabetta dieses Jahr bei den Proms in London zusammen mit dem BBC Symphonieorchester unter der Leitung von Dalia Stasevska aufführte. Für Sol ist Weinbergs Konzert hochemotionale, schicksalhafte Musik. Reich an dynamischen Extremen und zutiefst menschlich. Dieses selten gespielte Konzert in der Londoner Royal Albert Hall aufzuführen, war eines ihrer persönlichen Highlights dieses Jahr, sagt die Cellistin und KlickKlack-Moderatorin.

      "KlickKlack", das Musikmagazin für Klassik, Jazz und gute Popmusik, ist das einzige Format, in dem zwei Weltstars der Klassikszene - die Cellistin Sol Gabetta und der Percussionist Martin Grubinger - die Fernsehzuschauer hautnah miterleben lassen, wie professionelle Musiker arbeiten, proben und konzertieren. Die Bildsprache ist modern, die Kamera extrem subjektiv.

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