• 30.10.2013
      10:05 Uhr
      Münchner Runde Abgehört und ausgespäht - Der ganz normale Wahnsinn? | BR Fernsehen
       

      Die Abhör-Affäre um Merkels Handy zieht immer weitere Kreise. Schon ihr Vorgänger Gerhard Schröder wurde als Kanzler von den Amerikanern ausgehorcht. Das Verhältnis zwischen Obama und Merkel ist auf einem neuen Tiefpunkt. Hatte er wirklich nichts von dem Lauschangriff gewusst? Schon gibt es Rufe nach schärferen Sanktionen. Ist Abhören eine Straftat? Wie kann man sich schützen? Und vor allem fragen sich viele Politiker: Wem können wir noch trauen? Gäste:

      • Wolfgang M. Heckl, Deutsches Museum München
      • Don F. Jordan, US-Journalist
      • Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesjustizministerin

      Moderation: Sigmund Gottlieb

      Mittwoch, 30.10.13
      10:05 - 10:50 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Die Abhör-Affäre um Merkels Handy zieht immer weitere Kreise. Schon ihr Vorgänger Gerhard Schröder wurde als Kanzler von den Amerikanern ausgehorcht. Das Verhältnis zwischen Obama und Merkel ist auf einem neuen Tiefpunkt. Hatte er wirklich nichts von dem Lauschangriff gewusst? Schon gibt es Rufe nach schärferen Sanktionen. Ist Abhören eine Straftat? Wie kann man sich schützen? Und vor allem fragen sich viele Politiker: Wem können wir noch trauen? Gäste:

      • Wolfgang M. Heckl, Deutsches Museum München
      • Don F. Jordan, US-Journalist
      • Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesjustizministerin

      Moderation: Sigmund Gottlieb

       

      Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesjustizministerin
      Sie schockieren die aktuellen Enthüllungen um das Ausspähen von Angela Merkels Handydaten: "Dass jetzt heute unter Freunden Gespräche ausspioniert werden, hat eine neue Qualität. So etwas hätte man sonst nur im Verhältnis der USA mit dem Iran vermutet." Das Argument "Kampf gegen den Terror" rechtfertige nicht derartige Methoden: "Kein Mensch glaubt, dass im Kanzleramt die Achse des Bösen sitzt." (Passauer Neue Presse, 26.10.13)

      Wolfgang M. Heckl, Generaldirektor Deutsches Museum München
      Ihn überraschen die aktuellen Enthüllungen dagegen nicht: "Ich habe vor vier Jahren hier am Tisch gesagt, 'Jede meiner E-Mails wird mitgelesen'. Das hat damals keinen aufgeregt. Aber das ist seit langem bekannt." Über die Arbeitsweisen der Geheimdienste sagt er: "Der amerikanische Geheimdienst hat die Philosophie zu sagen, sammle alle Daten und analysiere sie dann. Die Deutschen haben eher eine rechtsstaatliche Philosophie, die besagt, nur bei einem begründeten Verdachtsmoment darf abgehört werden. Das ist der große Unterschied." (Der Sonntags-Stammtisch, BR, 27.10.13)

      Don F. Jordan; US-Journalist
      Angela Merkel hätte sich besser schützen und von einem gesicherten Handy telefonieren müssen, meint er: "Ein wenig blauäugig war sie schon, besonders weil sie so lange der Stasi ausgeliefert war. Da hätte sie realistischer sein müssen." Und: "Das Ganze ist zwar unappetitlich, aber die Amerikaner machen es, weil sie es können. Die deutsche Botschaft würde das Weiße Haus auch abhören, wenn sie könnte." Zudem betont Jordan: "Ich persönlich werde lieber abgehört, als in die Luft gesprengt." (Interview Münchner Runde, 29.10.13)

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