• 04.11.2018
      19:20 Uhr
      Weltspiegel Moderation: Andreas Cichowicz | Das Erste
       

      Themen:

      • USA: Kongresswahlen
      • USA: Aufschwung dank Trump
      • USA: Eine Wirtschaftsbilanz
      • China: Die Folgen des Handelskriegs
      • Iran: Neue Stufe der Sanktionen
      • USA: Gott nutzt Donald Trump
      • USA: Erfolgreich in New York
      • USA: Das Schicksal der getrennten Familien

      Sonntag, 04.11.18
      19:20 - 20:00 Uhr (40 Min.)
      40 Min.

      Themen:

      • USA: Kongresswahlen
      • USA: Aufschwung dank Trump
      • USA: Eine Wirtschaftsbilanz
      • China: Die Folgen des Handelskriegs
      • Iran: Neue Stufe der Sanktionen
      • USA: Gott nutzt Donald Trump
      • USA: Erfolgreich in New York
      • USA: Das Schicksal der getrennten Familien

       
      • USA: Kongresswahlen

      Die Midterm-Wahlen in den USA gelten als Stimmungsbarometer, vor allem für die Politik des Präsidenten. In der Mitte einer Präsidentschaft gehen die Wählerinnen und Wähler an die Urne und bestimmen so unter anderem ihre Abgeordneten für den US-Kongress. „In dieser Wahl entscheidet Ihr über mich“ sagt Donald Trump auf jeder Wahlkampfveranstaltung, obwohl sein Name auf keinem Stimmzettel steht. Aber sollte sich durch diese Wahl die Mehrheit der Republikaner im Kongress zugunsten der Demokraten verschieben, wäre das für den republikanischen Präsidenten eine Niederlage. Gelingt dies den Demokraten aber nicht, wäre es eine Bestätigung für Donald Trumps Politik.

      Zwei Tage vor den Wahlen ist Weltspiegel-Moderator Andreas Cichowicz vor Ort in der US-Hauptstadt Washington D.C. und zieht gemeinsam mit den ARD-Korrespondenten Bilanz. Halbzeit für Donald Trump – was hat er erreicht? Und was bewegt zwei Jahre nach Trumps Wahl die Amerikaner in Texas, Iowa, New York oder Michigan?

      • USA: Aufschwung dank Trump

      „Ich verstehe Donald Trump und auch seinen Stil. Als Geschäftsmann musst Du mutig sein. Die Amerikaner verstehen die Sprache, die Trump spricht“, sagt der Stahl-Unternehmer Matt Seely aus Detroit im US-Bundesstaat Michigan. Vor einiger Zeit hatte er noch große Sorgen, weil er kaum Aufträge bekam, jetzt sucht er händeringend nach neuen Mitarbeitern. Seine Branche spürt einen Aufschwung: Die Folgen von Trumps Steuerreform und der Erhöhung der Militärausgaben haben den Unternehmergeist vieler Amerikaner wieder geweckt im sogenannten Rust Belt – dem Rostgürtel Amerikas.

      Jahrzehntelang war die Industrieregion eine sichere Bank für die Demokraten, aber mit dem Versprechen, Industriejobs zurückzubringen, sicherte sich Donald Trump den Sieg, wenn auch knapp. Michigan war bei der Präsidentschaftswahl 2016 ein wichtiger Meilenstein auf Trumps Weg ins Weiße Haus. ARD-Korrespondent Jan Philipp Burgard hat für den Weltspiegel mit Millionären und Arbeitern gesprochen. Quer durch alle Gesellschaftsschichten haben viele ein Loblied auf Trump und seine Wirtschaftspolitik angestimmt. „Es geht Amerika gut, dank Trump“, sagen sie hier.

      • USA: Eine Wirtschaftsbilanz

      Der amerikanischen Wirtschaft geht es seit vielen Jahren wieder gut. Unter Donald Trump aber produziert sie sogar Rekordzahlen. Wenig Arbeitslose, viel Wachstum. Was macht Trumps Wirtschaftspolitik, die „Trumponomics“ genannt wird, aus und wie nachhaltig ist diese Politik? ARD Reporterin Kerstin Klein zieht grafisch eine Wirtschaftsbilanz.

      • China: Die Folgen des Handelskriegs

      Herr Tong importiert amerikanische Luxusautos, von Ford, GMC oder Lincoln. Aber in seinem Pekinger Laden bleibt er jetzt auf diesen Wagen sitzen. Denn sie kosten zuviel. Bei der Einfuhr werden 10 Prozent Zoll aufgeschlagen- Strafzölle, das können umgerechnet schonmal 6000 Euro sein. Gut laufen die Autos aus Europa – die bevorzugen jetzt die chinesischen Kunden. „Es war nicht klug von Trump, den Handelskrieg zu beginnen“, sagt Herr Tong. So sieht es auch das chinesisch-amerikanische Paar Zahng und Jeremiah: „Man spricht schon von einem neuen kalten Krieg“, erzählt die chinesische Ehefrau dem ARD-Korrespondenten Michael Storfner in Peking, „das macht mir Sorge.“

      Seit US-Präsident Trump China zum Feind erklärt hat, ist der Streit eskaliert. Trump fürchtet den Aufstieg eines Rivalen, der den Vereinigten Staaten die Vorherrschaft streitig machen könnte. Und die chinesische Führung will nicht klein bei geben, aber die Strafzölle dämpfen spürbar Chinas Wirtschaft.

      • Iran: Neue Stufe der Sanktionen

      Die Straße von Hormus ist eine Meerenge, die den Iran von der arabischen Halbinsel trennt. An manchen Stellen ist sie keine 40 km breit – ein Nadelöhr mit einer enormen Bedeutung für den Ölexport. Denn über diesen Schifffahrtsweg wird knapp 30 Prozent des weltweit vermarkteten Rohöls transportiert, auch Richtung USA. Und deshalb ist die Straße von Hormus ein wichtiger Schauplatz im Streit zwischen USA und Iran. Geht es nach US-Präsident Trump, soll der Iran ab kommendem Sonntag kein Öl mehr verkaufen. Dann greift die zweite US-Sanktionsrunde. Der Iran droht nun damit, die Meerenge von Hormus zu schließen. Sollte es dazu kommen, käme dies einer Kriegserklärung nahe. Unserer Korrespondentin Natalie Amiri ist es gelungen, auf die Insel Hormus zu gelangen. Die Menschen dort sind arm, aber leben friedlich mit der arabischen Minderheit zusammen. Ein Krieg würde hier alles zerstören. Die Angst davor wächst.

      • USA: Gott nutzt Donald Trump

      Mike und Tara Fransman haben vier Kinder, zwei an der privaten christlichen Grundschule, zwei an der privaten christlichen High School. Die Bibel prägt den Alltag dieser jungen Familie in Iowa, prägt aber auch ihre politischen Überzeugungen. Die Fransmans sind Evangelikale, wie geschätzt rund ein Viertel der amerikanischen Bevölkerung. Zwei Themen haben 2016 ihre Wahlentscheidung beeinflusst: Abtreibungen und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Sie haben für Donald Trump gestimmt, obwohl der in den Augen vieler in der Gemeinde nicht gerade ein Musterbeispiel für Anstand und Moral ist. Mike Fransman sagt, beinahe entschuldigend: „Wir wissen, dass Gott mitunter auch Menschen zu seinem Werkzeug macht, die keine Christen sind, die anders als wir nicht an seine Botschaft glauben. Aber wir sind überzeugt: Gott nutzt Trump, um Amerika zu einem besseren Ort zu machen.“ In den Augen der Evangelikalen in Iowa sind Trumps persönliche und politische Sünden zu vernachlässigen – angesichts seiner Verdienste. Vor allem die Berufung erzkonservativer Richter begrüßen sie hier, denn mit ihnen, so hoffen die Fransmans und ihre Gemeinde, könne die amerikanische Gesellschaft wieder auf den rechten Weg kommen. Iowa im Mittleren Westen hat nur gut 3 Millionen Einwohner, spielt aber bei den Wahlen eine große Rolle: „Orakel Amerikas“ wird der Bundesstaat genannt, weil die Ergebnisse hier in der Vergangenheit oft richtungsweisend für die USA waren. Jeder, der in diesem Swing State gewinnen möchte, muss die Evangelikalen auf seine Seite bringen. Für die Demokraten ist der Wahlkampf hier eine besondere Herausforderung.

      • USA: Erfolgreich in New York

      Sie gilt als Shooting-Star der demokratischen Partei: Alexandria Ocasio-Cortez. Sie ist 29 Jahre alt und hat bei den Vorwahlen zum Repräsentantenhaus in New York ihren innerparteilichen Rivalen überraschend eindeutig besiegt. Die Akademikerin kommt aus dem New Yorker Stadtteil Bronx, ihre familiären Wurzeln sind in Puerto Rico, und sie wirbt mit linken Ideen – damit hebt sie sich sichtbar ab vom demokratischen Establishment. Ihr Einzug in den Kongress in Washington gilt als sicher. Aber kann sie auch zur treibenden Kraft für die gesamte Partei werden? ARD Korrespondentin Christiane Meier porträtiert die junge Politikerin.

      • USA: Das Schicksal der getrennten Familien

      „Das ist doch auch mein Land!“ Rose Escobar aus Texas kann nicht fassen, dass die US-Regierung ihre Familie auseinander gerissen hat. „Wir haben uns immer an die Regeln gehalten.“ Rose ist in den USA geboren. Ihre Eltern kamen vor langem aus El Salvador. Sie hat zwei Kinder. Alle sind sie US-Bürger. Nur ihr Ehemann nicht. Er war mit 16 über die Grenze gekommen, ging zur Schule, gründete sein eigenes Geschäft, zahlte Steuern. Er hatte die US-Staatsbürgerschaft beantragt, musste regelmäßig zur Kontrolle. Als er Ende Februar 2017, kurz nach dem Amtsantritt von Donald Trump, einen Routinetermin bei der Einwanderungsbehörde ICE hatte, wurde er vor den Augen seiner Frau u

      nd seiner kleinen Tochter festgenommen. Ohne Vorwarnung. José hatte sich nie etwas zuschulden kommen lassen. Bis auf den Fakt, dass er vor mehr als sechzehn Jahren als Jugendlicher illegal ins Land kam. Eine gute Woche später wurde der Mann nach El Salvador abgeschoben. Die damals zweijährige Carmen hörte auf zu sprechen. Sohn Walter fragte permanent nach seinem Vater. Rose war von einem Tag auf den anderen alleinerziehend, musste die Hypothek für das Haus plötzlich alleine stemmen. Während sie vorher keine finanziellen Sorgen hatten, müssen sie jetzt an allen Ecken und Enden sparen. Doch Rose will sich nicht damit abfinden. Sie kämpft für die Rückkehr ihres Mannes. Sie war bereits in Washington. Der demokratische Kongressabgeordnete ihres Wahlkreises hat sich ihrer Sache angenommen. Der republikanische Senator Ted Cruz dagegen war nicht bereit, sie vorzulassen. Deshalb steht ihre Entscheidung für die Wahlen fest: sie wählt den demokratischen Herausforderer Beto O’Rourke. Denn er verspricht, sich für sie einzusetzen.

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