• 24.02.2012
      23:30 Uhr
      Speer und Er (2/3) Nürnberg - Der Prozess - Zum 70. Geburtstag von Heinrich Breloer | Das Erste
       

      Der zweite Teil lässt das gesamte Personal der Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse in einem spannungsvollen Nebeneinander aus authentischen Filmprotokollen und Nachinszenierungen auftreten. Im Zentrum steht der Angeklagte Speer.

      Freitag, 24.02.12
      23:30 - 01:00 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Der zweite Teil lässt das gesamte Personal der Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse in einem spannungsvollen Nebeneinander aus authentischen Filmprotokollen und Nachinszenierungen auftreten. Im Zentrum steht der Angeklagte Speer.

       

      Stab und Besetzung

      Albert Speer Sebastian Koch
      Adolf Hitler Tobias Moretti
      Gretel Speer Dagmar Manzel
      Annemarie Kempf Susanne Schäfer
      Rudolf Wolters Axel Milberg
      Rudolf Hess André Hennicke
      Baldur von Schirach Markus Boysen
      Karl Doenitz Peter Rühring
      Regie Heinrich Breloer
      Musik Hans-Peter Ströer
      Kamera Gernot Roll
      Drehbuch Horst Königstein, Heinrich Breloer

      Speer distanziert sich erfolgreich vom Pöbel des Dritten Reichs, von der "Führerclique", und stellt sich dar als einsichtigen Büßer, der nur eine Art Gentleman-Nazi war. Er will ein mutiges, männliches Bild von sich bieten und die Deutschen in ihrer Gesamtheit mit seinem umfassenden, zugleich sehr speziellen Schuldbekenntnis entlasten: "Im Einzelnen" habe er keine Kenntnis gehabt. Er schafft sich Feinde unter den alten Parteigenossen und gewinnt an Sympathie beim amerikanischen Chefankläger Robert Jackson wie auch bei der deutschen Presse und ihrem Publikum.
      Wie viele andere, so seine Behauptung, hatte auch er vom Völkermord nichts gewusst. So tritt im Nürnberger Prozess Albert Speer in einer neuen Rolle auf: Er wird hier - und vor allem mit seinen späteren Büchern - zu einer wesentlichen Entlastungsfigur bei der immer wieder aufbrechenden Diskussion über die Verbrechen dieser Generation. Im Kreuzverhör des Nürnberger Prozesses gelingt es Speer, seine tiefe Verstrickung in das Dritte Reich und seine reale Beteiligung an verbrecherischer Planung zu verschleiern und stattdessen glaubhaft zu machen, dass er der beste Freund Hitlers war und dennoch vom Genozid nichts wusste. Dies gelingt ihm durch Stilisierung seiner Person zum Künstler und unpolitischen Technokraten, der einzig sachbezogen seine quasi "neutrale" Arbeit geleistet habe.

      Im 2. Teil des groß angelegten Filmprojekts von Heinrich Breloer werden Dokumente zusammengetragen, die dahinter ein anderes Bild von Speer sichtbar werden lassen. Er beteiligte sich aktiv an der Vertreibung der Juden aus Berlin, in seinem Machtbereich und unter seiner Verantwortung entstand in Zusammenarbeit mit Himmler das Konzentrationslager "Dora" für den Bau der V2-Rakete. Diese Informationen hätten in Nürnberg den Tod bedeutet.

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      23:30 - 01:00 Uhr (90 Min.)
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