• 07.11.2011
      04:00 Uhr
      ttt - titel thesen temperamente Kulturmagazin - Moderation: Dieter Moor | Das Erste
       

      Themen:

      • Mutig, kritisch, unbeugsam: Par Par Lay aus Myanmar
      • "Halt auf freier Strecke": Andreas Dresens berührender Film über das zu frühe Sterben
      • Robert Harris' Finanzmarkt-Thriller: "Angst"
      • "Weiße Rosen aus Athen": Ein Song wird 50

      Nacht von Sonntag auf Montag, 07.11.11
      04:00 - 04:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Mutig, kritisch, unbeugsam: Par Par Lay aus Myanmar
      • "Halt auf freier Strecke": Andreas Dresens berührender Film über das zu frühe Sterben
      • Robert Harris' Finanzmarkt-Thriller: "Angst"
      • "Weiße Rosen aus Athen": Ein Song wird 50

       
      • Die UNESCO, Palästina und kein Frieden im Nahen Osten. Die Aufnahme Palästinas in die UNESCO sorgte weltweit für Aufsehen: Für die Palästinenser war es ein "Tag des Jubels", die USA und Israel waren empört über diese Entscheidung. Auch Deutschland stimmte gegen die Aufnahme Palästinas. Inzwischen haben USA ihre Zahlungen an die UN-Organisation eingestellt. Doch mit welchen Konsequenzen? Wie kann die UNSECO ihren Auftrag erfüllen, wenn einzelne Mitgliedsländer keine Beiträge zahlen? Und auch der Friedensprozess in Nahost scheint in weite Ferne gerückt: Israel hat beschlossen, hunderte Wohnungen in Ostjerusalem und im Westjordanland zu bauen.

      • Mutig, kritisch, unbeugsam: "ttt" porträtiert den verfolgten Künstler Par Par Lay aus Myanmar. Die "Moustache Brüder" sind ein Künstlertrio aus Mandalay, das besonders durch seine scharfe und satirische Kritik an dem regierenden Militärregime bekannt wurde. Der Kopf der Gruppe ist Par Par Lay, er führte bis 1996 durch die Shows bis er im selben Jahr bei einer Protestveranstaltung im Haus der weltbekannten Regimekritikerin Aung San Suu Kyi in Rangun festgenommen wurde und man ihn zu sechs Jahren Gefängnis verurteilte. Kurz nach der Freilassung begann das Trio wieder mit Aufführungen - jedoch nur auf Englisch und nur für Touristen. Aufführungen vor der einheimischen Bevölkerung sind nach wie vor streng verboten. Es darf vorsichtig gelacht werden in Myanmar, manchmal auch über die Regierung, aber man weiß nicht, ob ein falscher Scherz wieder viele Jahre Gefängnis bedeutet. Par Par Lay ist einer der mutigen bedrohten Künstler.

      • "Halt auf freier Strecke" - Andreas Dresens berührender Film über das zu frühe Sterben. Am Anfang ist die Diagnose: Gehirntumor. Was bedeutet dieser Moment der Wahrheit? Jener Augenblick, der landläufig als Schicksalsschlag bezeichnet wird? Frank und Simone sitzen beim Arzt, ihre Kinder sind in der Schule und der Arzt deutet so einfühlsam wie nötig die Bilder aus dem Kopf. Frank ist unheilbar krank. Doch was heißt das? Das Leben lassen? Sterben müssen? Der Tod überfordert das Leben. "Halt auf freier Strecke" handelt vom viel zu frühen Abschiednehmen vom Leben, von der Ehefrau, von den Kindern, von den Arbeitskollegen, von den schlechten und den liebgewordenen Gewohnheiten. Wir sehen einem Mann beim Sterben zu. Das Sterben ist seine letzte Arbeit. Andreas Dresen erzählt ein Sterbedrama, so nah an der Realität, von solch emotionaler Wucht, dass einem das Leben wie ein zerbrechlicher Aufenthalt vorkommt. Dresens Film ist eine großartige Zumutung für alle Überlebenden.

      • Robert Harris' Finanzmarkt-Thriller: "Angst". Angst, heißt es in einer deutschen Redewendung, sei kein guter Ratgeber. Doch was für den Menschen gilt, muss für Maschinen nicht zutreffen. In seinem neuen Buch "The Fear Index", das in diesen Tagen in Deutschland unter dem Titel "Angst" erscheint, entwirft der britische Erfolgsautor Robert Harris das Szenario einer weltweiten Finanzkrise, ausgelöst durch Computer-Algorithmen, die den Handel an den Börsen an sich reißen. Keine düstere Zukunftsvision, sondern ein beklemmend aktueller Thriller über das computergestützte Chaos, das in unserem Finanzsystem die Macht übernommen hat.

      • "Weiße Rosen aus Athen" - ein Song wird 50. Was macht einen Song zum Klassiker? Wenn er nach 50 Jahren nach wie vor gespielt wird? Wenn sein Titel ein halbes Jahrhundert nach seiner Veröffentlichung noch immer als Metapher funktioniert? Für die "Weißen Rosen aus Athen" trifft beides zu. Das Lied machte Nana Mouskouri 1961 zum internationalen Star. Wohl, weil es neben dem unbestreitbaren Schmelz der Sängerin zwei Dinge erfüllte: Eskapismus und Exotik. Anfang der 60er, als der Kalte Krieg auf seinem Höhepunkt war - da ging als Schlager nur privater Liebesschmerz. Doch auch heute ist der Song nicht weniger gefragt. Griechenlandkrise, Massenproteste, Schuldenschnitt - die "Weißen Rosen aus Athen" scheinen die ideale Metapher für ein krisengeplagtes Europa zu sein. Nana Mouskouri singt ihren Song noch immer. Am 29. November feiert sie in einem Konzert in Berlin 50 Jahre "Weiße Rosen".

      Ai Wei Wei, Liu Xiaobo, Liao Yuwi - wenn es um die Unterdrückung der Meinungsfreiheit und der Kunst geht, schaffen es nur wenige Namen, zumal aus China, in die Schlagzeilen der westlichen Medien. Von den allermeisten Künstlern und Intellektuellen, die nach wie vor in aller Welt verfolgt, drangsaliert und mundtot gemacht werden, wissen wir so gut wie nichts. Im Herbst wirft darum "ttt - titel thesen temperamente", das Kulturmagazin des Ersten, Schlaglichter auf weniger bekannte Namen: unter dem Titel "Verfolgt - Künstler in Gefahr!" werden fünf Wochen lang Publizisten, Schriftsteller, Musiker und Performer porträtiert, die den Machthabern in ihrer Heimat ein Dorn im Auge sind. In ihren Werken prangern sie beharrlich Missstände an, verlangen mutig die Freiheit des Wortes - und werden dafür zensiert, bedroht, eingesperrt oder aus dem Land gejagt.

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 07.11.11
      04:00 - 04:30 Uhr (30 Min.)
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