• 22.04.2018
      12:45 Uhr
      Europamagazin Moderation: Hendrike Brenninkmeyer | Das Erste
       

      Themen:

      • Niederlande: Klage gegen Zigarettenindustrie
      • Italien: Im Nachtbus auf Jobsuche
      • Großbritannien: Marodes Gesundheitssystem
      • Polen: Selbstmord aus Protest gegen die Politik
      • Frankreich: Nachbarschaftshilfe am Kiosk

      Sonntag, 22.04.18
      12:45 - 13:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Niederlande: Klage gegen Zigarettenindustrie
      • Italien: Im Nachtbus auf Jobsuche
      • Großbritannien: Marodes Gesundheitssystem
      • Polen: Selbstmord aus Protest gegen die Politik
      • Frankreich: Nachbarschaftshilfe am Kiosk

       
      • Niederlande: Klage gegen Zigarettenindustrie

      Anne Marie van Veen hat Strafanzeige gegen die Tabakindustrie erstattet. Sie bekam 2014 die Diagnose Lungenkrebs nachdem sie seit ihrer Jugend geraucht hatte. Ihre Verbündeten: die Lungenärztin Wanda de Kanter und die renommierte Anwältin Benedicte Ficq an der Spitze eines breiten gesellschaftlichen Bündnisses. Ihre Argumentation ist ein Paradigmenwechsel und weltweit einzigartig: nicht der Raucher sei schuld an den Folgen des Konsums, die Tabakindustrie solle strafrechtlich verfolgt werden. Weil sie die Raucher schon als Jugendliche innerhalb kürzester Zeit abhängig macht, etwa durch Zusatzstoffe in den Zigaretten. Und durch geschönte Angaben zur Schädlichkeit der Tabakprodukte. Die Tatvorwürfe lauten auf Betrug, schwere Körperverletzung und sogar Mord. Doch die niederländische Staatsanwaltschaft sieht keine Hinweise auf strafbares Verhalten und will nicht weiter ermitteln. Aber die Anwältin will nicht aufgeben und setzt auf die nächst höhere Instanz.

      • Italien: Im Nachtbus auf Jobsuche

      Mit knapp über 30% Jugendarbeitslosigkeit hat Italien eine der höchsten Quoten innerhalb der EU. Um einen der wenigen Jobs zu bekommen, nehmen viele junge Menschen auch weite Wege auf sich. Etwa eine Fahrt im Nachtbus zum mehrere hundert Kilometer entfernten Vorstellungsgespräch.
      Diese organisierten "Reisen der Hoffnung" bringen Bewerber für Pflegeberufe und andere freie Stellen aus dem wirtschaftlich schwachen Süditalien zu den potentiellen Arbeitgebern in den Norden. Gegründet wurde der Busdienst von zwei arbeitsuchenden Krankenpflegern, die die Kosten für Zugfahrt und Unterkunft sparen wollten. Bisher haben schon tausende Jobsuchende den Service genutzt.

      • Großbritannien: Marodes Gesundheitssystem

      Überfüllte Korridore, verschobene Operationen, akuter Pflegenotstand. Die Patienten leiden unter dem schlimmsten Ausnahmezustand im britischen Gesundheitssystem seit Jahrzehnten. Seit 1948 soll der komplett steuerfinanzierte "National Health Service" kostenlose medizinische Versorgung für alle Briten garantieren.
      Aber der NHS ist massiv unterfinanziert, während die Bevölkerung in Großbritannien immer weiter wächst und immer älter wird. Damit steigen auch die Kosten im Gesundheitswesen. Und vielen Krankenhäusern fällt es immer schwerer, genug Pflegepersonal zu finden. Schon jetzt sind landesweit 40.000 Pflegestellen unbesetzt. Beobachter gehen davon aus, dass die Brexit-Regelungen für EU-Ausländer den Fachkräftemangel massiv verstärken werden.

      • Polen: Selbstmord aus Protest gegen die Politik

      Im Oktober 2017 hatte der 54-jährige Piotr Szczęsny selbstverfasste Flugblätter vor dem Warschauer Kulturpalast verteilt. Danach übergoss er sich mit einer brennbaren Flüssigkeit und setzte sich selbst in Brand. Zehn Tage später starb Szczęsny im Krankenhaus. Die Flugblätter enthielten Kritik an der nationalkonservativen PiS-Regierung. Protest gegen die Einschränkungen bei Bürgerrechten, Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit.
      Szczęsny war zuvor nicht als politischer Aktivist aufgetreten. Er wollte mit seinem Tod die polnische Gesellschaft wachrütteln. Viele Polen gehen nach wie vor zu seiner Gedenkstätte, aber die von ihm kritisierte Politik hat sich nicht wesentlich verändert. Die Regierung scheint nach ihren jüngsten Reformvorschlägen nur zu kleinen Korrekturen bereit, Kritiker sehen immer noch eine schleichende Aushöhlung der Demokratie im Gange.

      • Frankreich: Nachbarschaftshilfe am Kiosk

      Es ist eine originelle Form der Nachbarschaftshilfe: "Lulu dans ma rue". In Paris können nach dieser neuen Geschäftsidee kleinere Dienstleistungen direkt an einem Kiosk gebucht werden. Sogenannte "Lulu-Helfer" führen Renovierungsarbeiten durch, putzen Fenster, führen Hunden aus oder übernehmen Umzüge. Dahinter steht ein gemeinnütziger Verein. Unter den schon über 300 "Lulus" befinden sich neben Arbeitslosen auch Studierende oder Menschen, die am Wochenende etwas hinzuverdienen wollen. Das Projekt hat bisher schon über 5.000 Kundinnen und Kunden.

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      Sonntag, 22.04.18
      12:45 - 13:15 Uhr (30 Min.)
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