• 12.03.2018
      01:15 Uhr
      Vorsicht Sehnsucht Spielfilm Frankreich / Italien 2009 (Les Herbes folles) | Das Erste
       

      Mitten in Paris wird der Zahnärztin Marguerite beim Schuhkauf die Handtasche entrissen. Das Geld ist weg, doch der Pensionär Georges findet wenigstens ihre Papiere und hinterlegt sie ordnungsgemäß bei der Polizei. Pflichtschuldig bedankt Marguerite sich telefonisch bei dem Unbekannten, legt jedoch keinen Wert auf ein persönliches Treffen. In den kommenden Tagen steht ihr Telefon nicht mehr still, Georges erweist sich als aufdringlicher Verehrer, der sie unbedingt kennenlernen will. Das erfrischende Spätwerk von Regiealtmeister Alan Resnais überrascht als geheimnisvolle Liebesgeschichte.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 12.03.18
      01:15 - 02:53 Uhr (98 Min.)
      98 Min.

      Mitten in Paris wird der Zahnärztin Marguerite beim Schuhkauf die Handtasche entrissen. Das Geld ist weg, doch der Pensionär Georges findet wenigstens ihre Papiere und hinterlegt sie ordnungsgemäß bei der Polizei. Pflichtschuldig bedankt Marguerite sich telefonisch bei dem Unbekannten, legt jedoch keinen Wert auf ein persönliches Treffen. In den kommenden Tagen steht ihr Telefon nicht mehr still, Georges erweist sich als aufdringlicher Verehrer, der sie unbedingt kennenlernen will. Das erfrischende Spätwerk von Regiealtmeister Alan Resnais überrascht als geheimnisvolle Liebesgeschichte.

       

      Gerade hat sie sich ein paar neue Schuhe gekauft, da wird der Zahnärztin Marguerite von einem vorbeiflitzenden Rollerskater die Tasche von der Schulter gerissen. Ihr Portemonnaie findet der Pensionär Georges ein paar Tage später in einem Parkhaus. Anhand des Inhaltes, den er genau inspiziert, macht er sich eine gewisse Vorstellungen vom Aussehen und der Persönlichkeit der Frau, der es gestohlen wurde - und verliebt sich in sie.

      In Gedanken geht er gewisse Szenarien durch, wie er ihr am Telefon mitteilen könnte, dass er ihre Geldbörse gefunden hat, entschließt sich dann aber doch, sie lieber bei der Polizei abzugeben. Als Marguerite sie auf dem Kommissariat abholt, zeigt sie sich neugierig auf den Finder. Sie meldet sich bei ihm, um sich für seine Hilfe zu bedanken. Doch nun, da er endlich in Kontakt mit dem Objekt seiner Sehnsüchte ist, will Georges mehr als nur ein Dankeschön. Er beginnt Briefe an Marguerite zu schreiben, in denen er ihr über sein Leben erzählt, er sucht ihr Haus auf, um seine Briefe persönlich einzuwerfen und als sie ihn bittet, sie in Ruhe zu lassen, zersticht er die Autoreifen ihres Sportwagens.

      Schließlich meldet sie sich doch bei ihm, spricht mit seiner Frau, die ob der Tatsache, ihr Mann könnte sich in eine andere verliebt haben, seltsam gelassen bleibt. Nach einem Kinobesuch passt sie ihn ab, sie trinken gemeinsam einen Kaffee, doch als Hobby-Pilotin Marguerite davon redet, dass er gemeinsam mit seiner Frau zu ihrer Flugschau kommen könnte, da steht er abrupt auf und geht.

      Marguerite und Georges verpassen sich stets, obwohl sie nur einen Schritt davon entfernt sind, sich zu finden. Was zwischen den beiden ist Realität, was Sehnsucht und Wunschvorstellung?

      Mit den Literaturverfilmungen "Hiroshima mon amour" (1959, Romanvorlage: Marguerite Duras) und "Letztes Jahr in Marienbad" (1961, Drehbuch Alain Robbe-Grillet) konnte sich der Regisseur Alain Resnais, geboren 1922, bereits sehr früh in seiner Karriere in der französischen und internationalen Filmwelt etablieren.

      Mit "Vorsicht Sehnsucht" (2009) legt er ein erstaunlich erfrischendes Alterswerk vor, das, wie es Katja Nicodemus 2010 in der "Zeit" formulierte ein "filmisches Tourette Syndrom im Gewand des Boulevards" ist, "ein Film über die Freiheit, freudige Haltlosigkeit und den wunderbaren Leichtsinn des Kinos, die uns ein fast neunzigjähriger Regisseur vor Augen führt".

      In den Hauptrollen brillieren seine beiden Lieblingsdarsteller André Dussollier und Sabine Azéma (seine Lebensgefährtin und Muse). "Vorsicht Sehnsucht" war bei den Filmfestspielen in Cannes 2009 für die Goldene Palme nominiert. Sabine Azéma ist auch in seinen nachfolgenden Filmen "Vous n'avez encore rien vu" (2012, nominiert für die Goldene Palme im selben Jahr) und "Aimer, boire et chanter" (2013) wieder mit von der Partie.

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      01:15 - 02:53 Uhr (98 Min.)
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