• 09.05.2021
      23:35 Uhr
      Sophie Scholl - Die letzten Tage Spielfilm Deutschland 2005 | Das Erste
       

      Basierend auf Interviews mit Zeitzeugen und den Original-Vernehmungsprotokollen der Gestapo inszenierte Marc Rothemund nach dem exzellenten Drehbuch von Fred Breinersdorfer das sensible Porträt einer außergewöhnlichen jungen Frau.

      Sonntag, 09.05.21
      23:35 - 01:28 Uhr (113 Min.)
      113 Min.
      VPS 23:50

      Basierend auf Interviews mit Zeitzeugen und den Original-Vernehmungsprotokollen der Gestapo inszenierte Marc Rothemund nach dem exzellenten Drehbuch von Fred Breinersdorfer das sensible Porträt einer außergewöhnlichen jungen Frau.

       

      "Sophie Scholl - Die letzten Tage" ist das sensible Porträt einer 21-jährigen, lebensfrohen Studentin, die für die Idee der "Weißen Rose" zum Tode verurteilt wurde. Der Film schildert die letzten sechs Tage (17.-22. Februar 1943) im Leben von Sophie Scholl aus ihrer persönlichen Perspektive. Durch ihr Aufbegehren gegen den Nationalsozialismus wurden Sophie Scholl, Hans Scholl, Christoph Probst und alle anderen Mitglieder der Widerstandsgruppe zum Inbegriff für Zivilcourage, für einen friedlichen Kampf gegen Gewaltherrschaft und Unterdrückung.

      Der Film hält sich - so weit es geht - streng an die historischen Fakten (Original-Vernehmungsprotokolle), ist aber als Spielfilm geschrieben und inszeniert. Mit Feinfühligkeit und erfrischend unverkrampftem Blick auf die Geschichte gelingt es dem jungen Regisseur Marc Rothemund ("Die Hoffnung stirbt zuletzt"), die fast schon mythische Identifikationsfigur Sophie Scholl wieder zum Leben zu erwecken. Für das Projekt konnte ein stimmiges Ensemble gewonnen werden, allen voran Julia Jentsch ("Die fetten Jahre sind vorbei") in der Titelrolle. In weiteren Rollen spielen u.a. Fabian Hinrichs ("Schussangst") als Hans Scholl, Alexander Held ("Der Untergang") in der Rolle des vernehmenden Gestapo-Beamten Robert Mohr, André Hennicke ("Der alte Affe Angst") als Richter Roland Freisler und Johanna Gastdorf ("Das Wunder von Bern") als Sophie Scholls Zellengenossin Else Gebel.

      Mit diesem ergreifenden Spielfilm setzt Marc Rothemund seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Fred Breinersdorfer (Buch), Sven Burgemeister (Produzent), Martin Langer (Kamera) und Hans Funck (Schnitt) fort, die zuletzt u.a. mit dem Grimme-Preis mit Gold und der Goldenen Kamera für ihren TV-Film "Die Hoffnung stirbt zuletzt" prämiert wurde.

      Basierend auf Interviews mit Zeitzeugen und den Original-Vernehmungsprotokollen der Gestapo, die bis 1989 in den Stasiarchiven unter Verschluss lagen, inszenierte Marc Rothemund das exzellente Drehbuch von Fred Breinersdorfer als ein sensibles Porträt einer außergewöhnlichen jungen Frau und Ikone des Widerstands, das bei seiner Premiere 2005 auf der Berlinale mit Standing Ovations gefeiert wurde und den Silbernen Bären für die beste Regie sowie für die beste Schauspielerin gewann. "Sophie Scholl" war 2006 als bester ausländischer Film für den Oscar nominiert sowie 2005 für den deutschen Filmpreis und den besten europäischen Film.

      Eineinhalb Jahre lebte und arbeitete Marc Rothemund ausschließlich für "Sophie Scholl". Penibel genau recherchiert und streng an die historischen Fakten angelehnt, zeigt der Film Sophie Scholls im Verlauf der Verhöre wachsende Anspannung. Von Anfang an wollte Rothemund die Perspektive ganz eng an die Figur Sophie Scholl knüpfen und aus ihrer Wahrnehmung heraus die Verhöre und den Prozess noch einmal ins Bewusstsein der Kinozuschauer bringen.
      Rothemund wurde bereits für seinen ersten Kinofilm "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" (1998) als bester Nachwuchsregisseur mit dem bayerischen Filmpreis geehrt. Auch sein zweiter Film "Harte Jungs" (1999) war ein Kinoerfolg. Es folgte der Fernsehfilm "Die Hoffnung stirbt zuletzt" (2002), der 2003 den Adolf-Grimme-Preis in Gold gewann. Zuletzt führte er Regie für den Kinofilm "Pornorama" (2007).
      Rothemund wusste, dass die Besetzung der Sophie Scholl maßgeblich für das Gelingen des Projekts verantwortlich sein würde. Nach langer Suche entschied er sich für Julia Jentsch, was sich als richtige Wahl herausstellte. Mit viel Sensibilität und großem Einfühlungsvermögen stellt sie Sophie Scholl eindringlich und authentisch dar - sei es in mädchenhafter Scheu oder fiebriger Auflehnung. Für ihre Rolle gewann sie 2005 bei der Berlinale den Silbernen Bären für die beste Schauspielerin, den Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin und den Europäischen Filmpreis. Julia Jentsch gelang spätestens mit Hans Weingartners "Die fetten Jahre sind vorbei" (2004) der endgültige Durchbruch auf der Kinoleinwand. Der Film wurde beim Filmfestival in Cannes 2004 als erste deutsche Produktion im Wettbewerb seit 1993 gefeiert und mit dem Münchner Filmförderpreis und dem Deutschen Filmpreis in Silber ausgezeichnet. Danach spielte sie in Oliver Hirschbiegels "Der Untergang" (2004), der 2005 für den Oscar nominiert war. Im Kino war sie zuletzt in Bettina Oberlis "Tannöd" (2009) und in Franziska Buchs "Hier kommt Lola!" (2010) zu sehen.

      André Hennicke stellt den Präsidenten des Volksgerichtshofs, Dr. Roland Freisler, so lebensnah dar, "dass uns bei seinem hasserfüllten Gebrüll das Blut in den Adern gefriert" - so das Urteil "Der Zeit". Er gab 1985 in "Junge Leute in der Stadt" sein Kinodebüt. Als Produzent war er für "Knockin' on Heavens Door" (1997) mit Till Schweiger und Moritz Bleibtreu in den Hauptrollen verantwortlich. Seitdem spielte er in zahlreichen Produktionen mit, unter anderem "So weit die Füße tragen" (2001) von Hardy Martins und überzeugte als Kriegsheimkehrer in "Kalt ist der Abendhauch" (2000). Auch im Berlinale-Beitrag "Der alte Affe Angst" (2003) war er zu sehen und schließlich in Hirschbiegels "Der Untergang" (2004). Auf der Kinoleinwand spielte er zuletzt in Jo Baiers "Henri 4" (2010) und in Johannes Nabers "Der Albaner" (2010) mit.

      Ist Sophie die zum Handeln Entschlossene, so markiert Bruder Hans den intellektuellen Part. Verkörpert wird er von Fabian Hinrichs, der dafür 2005 mit dem New Faces Award geehrt wurde. Der Kinodurchbruch gelang ihm mit der Darstellung eines Zivilsoldaten im Thriller "Schussangst" (2003), der beim Filmfestival von San Sebastián 2003 mit der Goldenen Muschel ausgezeichnet wurde.

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      23:35 - 01:28 Uhr (113 Min.)
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