• 29.09.2019
      12:03 Uhr
      Presseclub Widerstand gegen Draghi – Plündert die EZB unsere Rücklagen? | Das Erste
       

      Das einzige deutsche Mitglied im EZB-Direktorium, Sabine Lautenschläger, tritt zurück. Ein politischer Knall und Wasser auf die Mühlen all jener, die dem Chef der europäischen Notenbank, Mario Draghi, schon länger vorwerfen, die Krisenländer wie Italien auf Kosten der deutschen Sparer sanieren zu wollen. Zu Recht? Gäste:

      • Markus Gürne, Leiter ARD-Börsenredaktion
      • Lisa Nienhaus, Stellvertretende Ressortleiterin Wirtschaft, Die Zeit
      • Philip Plickert, Wirtschaftskorrespondent für Großbritannien, Frankfurter Allgemeine Zeitung
      • Angela Wefers, Leiterin der Berliner Redaktion, Börsen-Zeitung

      Moderation: Volker Herres

      Sonntag, 29.09.19
      12:03 - 12:45 Uhr (42 Min.)
      42 Min.

      Das einzige deutsche Mitglied im EZB-Direktorium, Sabine Lautenschläger, tritt zurück. Ein politischer Knall und Wasser auf die Mühlen all jener, die dem Chef der europäischen Notenbank, Mario Draghi, schon länger vorwerfen, die Krisenländer wie Italien auf Kosten der deutschen Sparer sanieren zu wollen. Zu Recht? Gäste:

      • Markus Gürne, Leiter ARD-Börsenredaktion
      • Lisa Nienhaus, Stellvertretende Ressortleiterin Wirtschaft, Die Zeit
      • Philip Plickert, Wirtschaftskorrespondent für Großbritannien, Frankfurter Allgemeine Zeitung
      • Angela Wefers, Leiterin der Berliner Redaktion, Börsen-Zeitung

      Moderation: Volker Herres

       

      Das einzige deutsche Mitglied im EZB-Direktorium, Sabine Lautenschläger, tritt zurück. Ein politischer Knall und Wasser auf die Mühlen all jener, die dem Chef der europäischen Notenbank, Mario Draghi, schon länger vorwerfen, die Krisenländer wie Italien auf Kosten der deutschen Sparer sanieren zu wollen. Zu Recht?

      Offiziell ist über die Gründe des vorzeitigen Rückzugs von Lautenschläger nichts bekannt. Inoffiziell heißt es: Damit wolle sie gegen die lockere Geldpolitik der EZB protestieren, mit der sie schon länger nicht mehr einverstanden gewesen sei. Erst Mitte September hatte Draghi angekündigt, die Negativzinsen weiter zu senken und den Anleihekauf wieder aufzunehmen. Ab November wird die EZB dafür jeden Monat 20 Milliarden Euro ausgeben. Dass sich daran absehbar etwas ändert, glaubt niemand. Seine Nachfolgerin Christine Lagarde wird seinen Kurs fortsetzen.

      Seither schlägt die Empörung hohe Wellen, insbesondere in Deutschland: Nicht nur bei der Politik, sondern auch bei Banken und Sparern. Denn sie sind die Leidtragenden dieser Entwicklung. 6 Billionen Euro liegen allein in Deutschland auf der hohen Kante. Doch Zinsen gibt es dafür schon lange nicht mehr, schlimmer noch: Immer mehr Kunden müssen jetzt auch noch dafür bezahlen, wenn sie Geld auf ihrem Konto parken. Gestern wurde bekannt: Nach der Nürnberger Stadtsparkasse hat jetzt auch die Münchner angekündigt, die Prämiensparverträge zu kündigen.

      Begründung: Sie seien für die Banken schlicht zu teuer.
      Draghi galt für viele als Retter der Eurozone, als er den Spekulanten gegen die europäische Währung 2012 einen Riegel vorschob. Doch: Ist seine Politik heute noch angemessen, um die Konjunktur in Europa anzukurbeln, oder überwiegen die Nachteile? Welche Konsequenzen hat das für Bürger, Wirtschaft und Finanzsystem? Und wer ist tatsächlich der böse Bube in dem Spiel: Draghi oder Politiker in Deutschland und Europa?

      • Markus Gürne, Leiter ARD-Börsenredaktion, Hessischer Rundfunk

      Markus Gürne studierte Rechts-, Politikwissenschaften und allgemeine Rhetorik in Tübingen. Während des Studiums arbeitete er im Tübinger Landesstudio des „SWF“. 1998 volontierte er beim „SDR“ in Stuttgart und wurde ARD-Korrespondent in Baden-Württemberg. 2002 baute Markus Gürne die Berichterstattung von der Stuttgarter Börse auf. 2003 ging er als Auslandskorrespondent der ARD nach Kairo und als Sonderkorrespondent in den Irak. Nach seiner Rückkehr leitete er bis 2008 die Tagesschau-Redaktion des Hessischen Rundfunks und ging dann als ARD-Korrespondent nach Südasien. Seit 2012 leitet Markus Gürne die ARD-Börsenredaktion, moderiert die „Börse vor acht“, für den Hessischen Rundfunk das Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ und seit 2016 auch das "Forum Wirtschaft" beim Sender „Phoenix“.

      • Lisa Nienhaus, Stellvertretende Ressortleiterin Wirtschaft, Die Zeit

      Lisa Nienhaus studierte Volkswirtschaftslehre und Politik in Köln und Stockholm und absolvierte parallel dazu die Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft. Ab 2006 arbeitete sie bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ überwiegend in der Wirtschaftsredaktion der Sonntagsausgabe. Im Sommer 2016 wechselte Lisa Nienhaus als stellvertretende Leiterin des Wirtschaftsressorts zur Wochenzeitschrift „Die Zeit“. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 2015 erschien ihr Buch "Die Weltverbesserer. 66 große Denker, die unser Leben verändern".

      • Philip Plickert, Wirtschaftskorrespondent für, Großbritannien, Frankfurter Allgemeine Zeitung

      Philip Plickert ist seit Mitte 2019 Wirtschaftskorrespondent für Großbritannien. Er studierte zunächst Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte in München und London und promovierte in Tübingen. Bereits während seines Studiums arbeitete er frei für verschiedene Zeitungen, sowie den „Bayerischen Rundfunk“. Seit 2007 ist Philip Plickert bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Als Teil der Wirtschaftsredaktion beobachtete er die EZB acht Jahre lang. Er veröffentlicht mehrere Bücher. 2017 erschien „Merkel: Eine kritische Bilanz“.

      Angela Wefers, Leiterin der Berliner Redaktion, Börsen-Zeitung
      Angela Wefers absolvierte zunächst eine Banklehre und studierte anschließend Volkswirtschaft in Freiburg. Parallel zum Studium praktizierte und hospitierte sie bei verschiedenen Zeitungen und begann 1988 bei der Börsen-Zeitung in Frankfurt im Unternehmensressort. 1991 baute sie in Berlin das neue Büro der Börsen-Zeitung mit auf, ging dann als Korrespondentin nach Bonn. Seit 1999 leitet Angela Wefers das Berliner Büro und betreut die Themenschwerpunkte: politische Rahmenbedingungen für den Kapitalmarkt, Finanz-, Haushalts- und Steuerpolitik, internationale Finanzmärkt. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie 2014 den DDV-Preis „Journalistin des Jahres“.

      Der Presseclub ist eine aktuelle Diskussionssendung, in der das jeweils wichtigste politische Thema der Woche aufgearbeitet wird. Journalistinnen und Journalisten mit unterschiedlichen Standpunkten analysieren aus unterschiedlichen Blickwinkeln politische Ereignisse und Entwicklungen. Dabei wird der Hintergrund von Schlagzeilen aufgehellt, und es entsteht im Dialog ein Wettstreit um die Interpretation von politischen Vorgängen. Für das Publikum ergibt sich damit ein Angebot von Meinungen, die sich in der Diskussion überprüfen lassen müssen und auf diese Weise ihre Glaubwürdigkeit und Plausibilität unter Beweis stellen müssen.

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      Sonntag, 29.09.19
      12:03 - 12:45 Uhr (42 Min.)
      42 Min.

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