• 21.07.2019
      12:03 Uhr
      Presseclub Merkels Matriarchat - Befreiungsschlag für die CDU? | Das Erste
       

      Die Bundeskanzlerin ist immer noch für eine Überraschung gut. Nachdem Ursula von der Leyen in Brüssel zur Kommissionspräsidentin gewählt worden war, landete Angela Merkel einen echten Coup: Annegret Kramp-Karrenbauer wird neue Verteidigungsministerin. Doch was steckt hinter dieser Entscheidung? Ist es ein Akt der Stärke oder doch eher eine Verzweiflungstat?
      Darüber diskutiert WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni mit den Gästen:

      • Robin Alexander, WELT
      • Tina Hildebrandt, Die Zeit
      • Stephan-Götz Richter, The Globalist.com
      • Antonie Rietzschel, freie Journalistin

      Sonntag, 21.07.19
      12:03 - 12:45 Uhr (42 Min.)
      42 Min.

      Die Bundeskanzlerin ist immer noch für eine Überraschung gut. Nachdem Ursula von der Leyen in Brüssel zur Kommissionspräsidentin gewählt worden war, landete Angela Merkel einen echten Coup: Annegret Kramp-Karrenbauer wird neue Verteidigungsministerin. Doch was steckt hinter dieser Entscheidung? Ist es ein Akt der Stärke oder doch eher eine Verzweiflungstat?
      Darüber diskutiert WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni mit den Gästen:

      • Robin Alexander, WELT
      • Tina Hildebrandt, Die Zeit
      • Stephan-Götz Richter, The Globalist.com
      • Antonie Rietzschel, freie Journalistin

       

      Die Bundeskanzlerin ist immer noch für eine Überraschung gut. Nachdem Ursula von der Leyen in Brüssel mit knapper Mehrheit zur Kommissionspräsidentin gewählt worden war, landete Angela Merkel einen echten Coup: Annegret Kramp-Karrenbauer wird neue Verteidigungsministerin. Zum zweiten Mal hat damit eine Frau die Befehlsgewalt über fast 300.000 Mitarbeiter. Doch was steckt hinter dieser Entscheidung? Ist es ein Akt der Stärke oder doch eher eine Verzweiflungstat?

      Bisher hatte Annegret Kramp-Karrenbauer einen Platz im Kabinett strikt abgelehnt, denn sie wollte sich ganz der inhaltlichen Erneuerung der Partei widmen. Dabei war sie bisher nur mäßig erfolgreich, wenn man sich das historisch schlechte Ergebnis der CDU bei den Europawahlen ansieht. Dennoch zieht Kramp-Karrenbauer jetzt in den Berliner Bendlerblock und übernimmt eine zweite Großbaustelle: Neben der kriselnden CDU darf sie sich ab sofort auch um das skandalgebeutelte Verteidigungsministerium kümmern. Generalsekretär Paul Ziemiak schrieb gerade in einem Brief an die CDU-Mitglieder: „Die doppelte Aufgabe wird nicht leicht, denn nach wie vor gibt es viel zu tun in der CDU.“

      Wohl wahr. In sechs Wochen werden in Ostdeutschland drei Landtage neu gewählt und die Prognosen sehen für die CDU schlecht aus. Die AfD könnte in Brandenburg und Sachsen stärkste Kraft werden. Also: Warum macht Annegret Kramp-Karrenbauer das? Zieht sie nur deshalb ins Kabinett, um ihre Chancen für eine Kanzlerkandidatur zu verbessern? Ist sie der Aufgabe Verteidigungsministerium gewachsen? Lassen sich beide Jobs überhaupt miteinander verbinden? Und welche Rolle spielt Angela Merkel dabei: Ist ihr mit der Besetzung von zwei Frauen in Brüssel und im Berliner Bendlerblock ein personeller Geniestreich gelungen, womit sie ihre Macht unter Beweis stellt? Oder waren es lediglich die Umstände, die ihre wirkliche Schwäche kaschiert haben?

      • Ellen Ehni, Chefredakteurin, WDR-Fernsehen

      Ellen Ehni studierte deutsches und französisches Recht in Köln und Paris und absolvierte das juristische Staatsexamen in Berlin. Nach dem Volontariat beim NDR wurde sie Redakteurin bei „NDR aktuell“ und Reporterin für „tagesschau“ und „tagesthemen“. 2004 wechselte Ellen Ehni zum WDR und betreute als Redakteurin die Sendungen „ARD Ratgeber Recht“, „Markt“ und „Plusminus“. 2007 ging sie für fünf Jahre als Fernsehkorrespondentin der ARD nach Paris. 2012 kehrte sie als Leiterin der Programmgruppe „Wirtschaft und Recht“ nach Köln zurück. Im Januar 2017 wurde sie Chefin der Programmgruppe „Zeitgeschehen, Europa und Ausland“ im WDR-Fernsehen. Seit 2014 präsentiert sie den ARD-DeutschlandTrend in den „tagesthemen“. Seit September 2018 ist Ellen Ehni Chefredakteurin des WDR-Fernsehens.

      Die Gäste

      • Robin Alexander, Stellvertretender Chefredakteur, Welt

      Er berichtet seit 2010 für "Welt" und "Welt am Sonntag" schwerpunktmäßig über Angela Merkel und die Unionsparteien. In dieser Funktion begleitet er die Kanzlerin auf Auslandsreisen und zu internationalen Gipfeltreffen. Außerdem schreibt er Porträts, Reportagen und Meinungsbeiträge. Robin Alexander studierte Geschichte und Journalistik in Leipzig und absolvierte im Anschluss ein Volontariat bei der "taz.die tageszeitung" in Berlin. Bevor er 2008 zur "Welt-Gruppe" wechselte, war Robin Alexander Gründungsredakteur der deutschen "Vanity Fair". Er veröffentlichte mehrere Bücher. Zuletzt erschien im März 2017 „Die Getriebenen. Merkel und die Flüchtlingspolitik: Report aus dem Innern der Macht“.

      • Tina Hildebrandt, Chefkorrespondentin im Hauptstadtbüro, Die Zeit

      Tina Hildebrandt ist Chefkorrespondentin der Wochenzeitung "Die Zeit". In Bonn studierte sie Politologie, Geschichte und Germanistik und ging 1991 nach Halle/Saale, wo sie ein Volontariat beim "Mitteldeutschen Express" absolvierte. Nach Abschluss des Studiums begann sie als Parlamentskorrespondentin beim Kölner "Express" und wechselte 1997 zum Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Seit 2004 schreibt Tina Hildebrandt für die „Die Zeit“. Von 2013 bis 2019 leitete sie gemeinsam mit Marc Brost die Hauptstadtredaktion in Berlin.

      • Stephan-Götz Richter, Herausgeber, The Globalist.com

      Stephan-Götz Richter studierte an der Universität in Bonn und war zwischen 1986 und 1987 „Congressional Fellow of the American Political Science Association”. Er gründete ein Unternehmen für globale Kommunikationsstrategie in Washington, das Regierungen, globale Bankunternehmen und Organisationen beriet. Von 1990 bis 1998 schrieb er zunächst als U.S.- Korrespondent für den „Rheinischen Merkur“ und monatliche Kolumnen für „CEO Magazine“ und später für eine Vielzahl internationaler Zeitungen, Magazine und Fernsehsender. 2000 gründete Stephan-Götz Richter das Online-Magazin „The Globalist“. Er lebt seit 2016 in Berlin.

      • Antonie Rietzschel, Freie Journalistin

      Antonie Rietzschel studierte Politikwissenschaften in Bremen und arbeitete schon damals frei für „Spiegel online“ und verschiedene andere Medien. 2012 absolvierte sie ein Volontariat bei „Sueddeutsche.de“ und wurde danach dort auch Politikredakteurin, zunächst in München und später in Berlin. Seit Anfang 2018 arbeitet Antonie Rietzschel in Leipzig als freie Journalistin vor allem für die „Süddeutsche Zeitung“, wo sie die anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland begleitet.

      Der Presseclub ist eine aktuelle Diskussionssendung, in der das jeweils wichtigste politische Thema der Woche aufgearbeitet wird. Journalistinnen und Journalisten mit unterschiedlichen Standpunkten analysieren aus unterschiedlichen Blickwinkeln politische Ereignisse und Entwicklungen. Dabei wird der Hintergrund von Schlagzeilen aufgehellt, und es entsteht im Dialog ein Wettstreit um die Interpretation von politischen Vorgängen. Für das Publikum ergibt sich damit ein Angebot von Meinungen, die sich in der Diskussion überprüfen lassen müssen und auf diese Weise ihre Glaubwürdigkei

      t und Plausibilität unter Beweis stellen müssen.

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      Sonntag, 21.07.19
      12:03 - 12:45 Uhr (42 Min.)
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