• 14.07.2019
      12:03 Uhr
      Presseclub Seenotrettung und Schlepperbanden - wie soll eine europäische Flüchtlingspolitik aussehen? | Das Erste
       

      Wie kann eine europäische Flüchtlingspolitik aussehen, die gleichzeitig human und effektiv ist? Wie kann man Migranten, die bereits in Europa sind, besser verteilen? Wie bewegt man Staaten wie Ghana oder die Elfenbeinküste dazu, Rücknahmeabkommen mit der EU zu schließen? Kann man überhaupt effektiv Fluchtursachen in den Herkunftsländern bekämpfen? Und wie könnte ein Konzept legaler Arbeitsmigration aussehen?
      Darüber diskutiert ARD-Programmdirektor Volker Herres mit:

      • Liane Bednarz, Publizistin
      • Nadja Kailouli, freie Reporterin, NDR
      • Christoph von Marschall, Der Tagesspiegel
      • Mathieu von Rohr, Der Spiegel

      Sonntag, 14.07.19
      12:03 - 12:45 Uhr (42 Min.)
      42 Min.

      Wie kann eine europäische Flüchtlingspolitik aussehen, die gleichzeitig human und effektiv ist? Wie kann man Migranten, die bereits in Europa sind, besser verteilen? Wie bewegt man Staaten wie Ghana oder die Elfenbeinküste dazu, Rücknahmeabkommen mit der EU zu schließen? Kann man überhaupt effektiv Fluchtursachen in den Herkunftsländern bekämpfen? Und wie könnte ein Konzept legaler Arbeitsmigration aussehen?
      Darüber diskutiert ARD-Programmdirektor Volker Herres mit:

      • Liane Bednarz, Publizistin
      • Nadja Kailouli, freie Reporterin, NDR
      • Christoph von Marschall, Der Tagesspiegel
      • Mathieu von Rohr, Der Spiegel

       

      Drama im Mittelmeer – tagelang versuchte die Sea Watch 3 einen Hafen zu finden, der die 40 Migranten aufnimmt, die Kapitänin Carola Rackete und andere Helfer vor dem Ertrinken gerettet hatten. Die einen feiern Rackete dafür, dass sie trotz Verbots der Regierung in Rom die Flüchtlinge nach Lampedusa brachte. Matteo Salvini hingegen wirft ihr vor, illegale Einwanderer gesetzeswidrig an Land gebracht zu haben. Nach Racketes öffentlichkeitswirksamer Festnahme und Freilassung diskutiert Europa wieder mal über Seenotrettung im Mittelmeer. Brauchen wir eine neue europäische Mission? Ja, sagt die UNO und fordert die Europäer zum Umdenken auf. Die EU solle ihre eingestellten Such- und Rettungsaktionen wieder aufnehmen, verlangt der Chef des UNHCR, Filippo Grandi. Doch darüber besteht in Brüssel keine Einigkeit. Und mehr noch: Von einer gemeinsamen Einwanderungs- und Asylpolitik scheinen die EU-Mitglieder weiter entfernt denn je.

      Jahrelang, so Kritiker, haben die Nord-Europäer, auch Deutschland, Küstenländer wie Italien und Griechenland im Stich gelassen, obwohl sie mit der Zahl der Migranten überfordert waren. Horst Seehofers Aufruf, die italienischen Häfen für Flüchtlinge zu öffnen, empfinden deshalb viele Beobachter als zynisch und herablassend. Andere europäische Staaten teilen die deutsche Zustimmung zu privaten Rettungsmissionen nicht und fordern eine härtere Linie der EU in Migrationsfragen.

      Wie kann eine europäische Flüchtlingspolitik aussehen, die gleichzeitig human und effektiv ist? Wie kann man Migranten, die bereits in Europa sind, besser verteilen? Wie bewegt man Staaten wie Ghana oder die Elfenbeinküste dazu, Rücknahmeabkommen mit der EU zu schließen? Kann man überhaupt effektiv Fluchtursachen in den Herkunftsländern bekämpfen? Und wie könnte ein Konzept legaler Arbeitsmigration aussehen?

      Darüber diskutiert ARD-Programmdirektor Volker Herres mit:

      • Liane Bednarz, Publizistin
      • Nadja Kailouli, freie Reporterin, NDR
      • Christoph von Marschall, Der Tagesspiegel
      • Mathieu von Rohr, Der Spiegel

      Zu den Gästen:

      • Liane Bednarz, Publizistin

      Liane Bednarz ist promovierte Juristin und Publizistin mit dem Schwerpunkt Neue Rechte, Populismus und religiöse Bewegungen. Sie veröffentlichte Artikel in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ und bei „Spiegel Online“. Aktuell betreibt sie eine monatliche Kolumne für „Tagesspiegel Causa“ und unterhält gemeinsam mit Alan Posener den Blog „Starke Meinungen“ und ist regelmäßig als Expertin im „Deutschlandfunk“ und „Deutschlandfunk Kultur“ zu Gast. 2014 wurde Liane Bednarz mit dem Feuilletonpreis „Goldener Maulwurf“ ausgezeichnet.
      Sie veröffentlichte mehrere Bücher. Zuletzt erschien 2018 „Die Angstprediger“.

      • Nadia Kailouli, NDR-Reporterin, freie Journalistin

      Nadia Kailouli begann mit 23 Jahren als Moderatorin beim „BR“. 2011 wechselte sie als Moderatorin und Reporterin zu Einsfestival. Sie moderiert bei „tagesschau 24“ und ist Reporterin für „Panorama“, „STRG_F“, ein Youtube-Angebot von FUNK und das NDR-Kulturjournal. Für „WDR“ und „NDR“ produzierte sie unter anderem mehrere Filme über den Weg der Flüchtlinge und die private Seenotrettung. Für STRG_F und die ARD berichtete sie noch im Juni von Bord der „Sea-Watch 3“.

      • Christoph von Marschall, Diplomatischer Korrespondent, Der Tagesspiegel

      Nach einem Studium der Osteuropäischen Geschichte, Alten Geschichte, Politikwissenschaften und Geografie in Freiburg, Mainz und Krakau sowie der Promotion, absolvierte Christoph von Marschall ein Volontariat bei der "Süddeutschen Zeitung". 1991 ging er zum "Tagesspiegel", wo er zunächst in der Politikredaktion arbeitete, später die Reportageseite 3 verantwortete und von 1995 bis 2005 Leiter der Meinungsseite war. Ab August 2005 war er USA-Korrespondent des „Tagesspiegel“ und wurde 2009 White House Correspondent. Seit seiner Rückkehr nach Deutschland ist er Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion der Zeitung. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt erschien 2018 "Wir verstehen die Welt nicht mehr. Deutschlands Entfremdung von seinen Freunden".

      • Mathieu von Rohr, Leiter des Auslandsressorts, Der Spiegel, Spiegel online

      Mathieu von Rohr leitet seit April 2019 das Auslandsressort des „Spiegel“. Zunächst studierte er in Basel Geschichte und Germanistik und arbeitete für die „Basler Zeitung“. 2004 bis 2005 besuchte er die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Seit 2006 berichtet Mathieu von Rohr zunächst als Auslandsreporter für das Magazin weltweit von Krisen und Konflikten. 2011 wurde er Leiter des „Spiegel“-Büros in Paris und ab 2014, zurück in Hamburg, stellvertretender Leiter des Auslandsressorts. Er wurde mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt er mit seinen Co-Autoren 2013 den Ernst-Schneider-Preis für den Artikel: „Die Kuhhändler“.

      Der Presseclub ist eine aktuelle Diskussionssendung, in der das jeweils wichtigste politische Thema der Woche aufgearbeitet wird. Journalistinnen und Journalisten mit unterschiedlichen Standpunkten analysieren aus unterschiedlichen Blickwinkeln politische Ereignisse und Entwicklungen. Dabei wird der Hintergrund von Schlagzeilen aufgehellt, und es entsteht im Dialog ein Wettstreit um die Interpretation von politischen Vorgängen. Für das Publikum ergibt sich damit ein Angebot von Meinungen, die sich in der Diskussion überprüfen lassen müssen und auf diese Weise ihre Glaubwürdigkeit und Plausibilität unter Beweis stellen müssen.

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