• 24.03.2019
      19:20 Uhr
      Weltspiegel Auslandskorrespondenten berichten | Das Erste
       

      Themen:

      • Lettland: Wie Lettland vom Brexit profitieren will
      • Neuseeland/Australien: Suche nach Wurzeln für den Rassismus?
      • Vietnam: Die schwimmenden Märkte verschwinden
      • Thailand: Parlamentswahlen - Hoffnung auf Opposition
      • Israel: Kampf gegen häusliche Gewalt
      • Mosambik: Hundertausende Opfer nach dem Wirbelsturm "Idai"

      Moderation: Andreas Cichowicz

      Sonntag, 24.03.19
      19:20 - 20:00 Uhr (40 Min.)
      40 Min.

      Themen:

      • Lettland: Wie Lettland vom Brexit profitieren will
      • Neuseeland/Australien: Suche nach Wurzeln für den Rassismus?
      • Vietnam: Die schwimmenden Märkte verschwinden
      • Thailand: Parlamentswahlen - Hoffnung auf Opposition
      • Israel: Kampf gegen häusliche Gewalt
      • Mosambik: Hundertausende Opfer nach dem Wirbelsturm "Idai"

      Moderation: Andreas Cichowicz

       
      • Lettland: Wie Lettland vom Brexit profitieren will

      Der Brexit sorgt für Diskussionen, auch bei vielen Letten, die nach Großbritannien ausgewandert sind. Bietet das Vereinigte Königreich noch eine Zukunftsperspektive ohne die EU? Wie willkommen sind die Letten überhaupt noch auf der britischen Insel? Wegen der Unsicherheiten planen immer mehr eine Rückkehr in die Heimat. Einer von ihnen ist Oskars Tutins. Der ehemalige Kneipenbesitzer ist vor zehn Jahren nach London ausgewandert. Jetzt steckt er mitten im Umzug nach Riga und pendelt zwischen zwei Welten. Er will zu Hause neu anfangen, sieht im Baltikum eine sichere Zukunft. Die 29-jährige Mara Ruse hilft denen, die zurückkehren wollen. Sie hat mit anderen den Verein "Mit Welterfahrung in Lettland" gegründet - sie selbst ist vor drei Jahren nach Lettland heimgekehrt. Nun unterstützt sie andere bei der Wiedereingliederung. Der Brexit als Chance: Die Regierung in Riga hat großes Interesse vor allem an den gut ausgebildeten Rückkehrern und informiert sie auch in London. "Unsere Wirtschaft wächst, die Lebensverhältnisse in Lettland verbessern sich. Wir wollen alles tun, um unsere Bürger zurück nach Lettland zu holen", sagt Lettlands Außenminister Edgar Rinkevics.

      • Neuseeland/Australien: Suche nach Wurzeln für den Rassismus?

      Neuseeland trauert um die 50 Toten des Terroranschlags von Christchurch. Die Regierung will die Waffengesetze verschärfen, Besitzer geben ihre Schusswaffen von sich aus zurück. Das friedliche Land am anderen Ende der Welt hat seine "Unschuld" verloren, heißt es. Aber woher kam der Hass, woher kommt der Rassismus, der zu diesem brutalen Verbrechen geführt hat? Der Täter stammt aus Australien. Dort ist Muslim-Feindlichkeit und Rassismus inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen, stellen Experten schon seit Jahren fest. Rechte Parteien können ihre Parolen im Parlament verbreiten, sprechen ganz offen über sogenannte "Endlösungen" für Muslime. Der Weltspiegel berichtet über die Trauer in Neuseeland und über die Wurzeln des Hasses, den der mutmaßliche Täter aus seiner australischen Heimat mit nach Christchurch gebracht hat.

      • Vietnam: Die schwimmenden Märkte verschwinden

      Sein Boot war einst der ganze Stolz von Herrn Trinh - sein eigenes schwimmendes Ananas-Geschäft - und es war das Zuhause für die ganze Familie. Doch das ist vorbei, wie Herr Trinh traurig erzählt: "Meine Frau und ich saßen zusammen, haben das Geld gezählt und mussten uns eingestehen, dass es nicht reicht für uns." Seine Kinder und seine Frau hat Herr Trinh inzwischen nach Ho-Chi-Minh-Stadt geschickt, damit sie dort Arbeit finden und so das Überleben der Familie sichern. Der Markt hat sich verändert, die Menschen aus dem Mekong-Delta ziehen in die boomenden Metropolen, den schwimmenden Händlern fehlen die Kunden. Was früher nur auf Wasserstraßen transportiert werden konnte, wird heute längst per Lastwagen transportiert. Die Regierung hat die schwimmenden Märkte zum erhaltenswerten Kulturerbe erklärt, aber die Touristen kommen zum Fotografieren und kaufen nicht viel. Keine gute Perspektive für Herrn Trinh und die anderen schwimmenden Händler am Mekong.

      • Thailand: Parlamentswahlen - Hoffnung auf Opposition

      "Das Land, das dir die Knarre an die Kehle setzt", so beschreiben thailändische Rapper ihre Heimat Thailand. Der "Rap gegen die Diktatur", produziert von zehn Musikern, prangert die Militärjunta an und wurde mittlerweile fast 60 Millionen Mal angeklickt. Er ist ein viraler Hit. Bis vor Kurzem war kaum denkbar, dass derartiger Protest nicht zur Verhaftung der Künstler führt. Seit dem Putsch vor fünf Jahren ist Thailand eine gnadenlose Militärdiktatur. Am Wochenende dürfen die Thailänder zum ersten Mal wieder frei wählen und an vielen Orten ist eine leise Hoffnung auf Demokratie zu spüren. Sieben Millionen Erstwähler müssen ihre Stimme abgeben - in Thailand herrscht Wahlpflicht - und sie setzen vor allem auf die erst im vergangenen Jahr gegründete Future Forward Partei. Ihr Vorsitzender will das Land grundlegend reformieren und zur Demokratie zurückkehren. Auch wenn kaum einer glaubt, dass die Armee grundsätzliche Machtverschiebungen im Land dulden wird, kann die Wahl das Land verändern. Im Gespräch mit ARD-Korrespondentin Sandra Ratzow sagt einer der Rapper, der sich keiner Partei zuordnen lassen will: "Wir müssen uns wohl mit kleinen Schritten begnügen, aber nach den Wahlen wird es wenigstens wieder mal eine Opposition geben. Die Militärs können dann nicht mehr machen, was sie wollen."

      • Israel: Kampf gegen häusliche Gewalt

      Nach außen hat niemand etwas gemerkt in all den Jahren, erzählt Ortal Sharak. Niemand hat bemerkt, dass ihr Vater ein brutales Monster war, der seine Frau und die Kinder regelmäßig schlug und misshandelte. "Es hat lange gedauert, bis ich kapiert habe, in was für einer Familie ich aufwachse", sagt die heute 35-Jährige. Immer wieder versuchte sich ihre Mutter zu lösen, wollte sich scheiden lassen, aber das Rabbinat, die religiöse Gerichtsbarkeit, empfahl ihr, Frieden mit ihrem Mann zu schließen. Doch ihr Ehemann misshandelte sie weiter. Im vergangenen Oktober kommt es schließlich zu einem tödlichen Übergriff: Ortals Vater tötet seine Frau mit einem Küchenmesser, sticht 15 Mal auf sie ein. 24 Frauen wurden 2018 in Israel Opfer häuslicher Gewalt, die Zahl steigt seit Jahren. Erst langsam wird deutlich, wie sehr es Gewalt zu Hause auch in der Mitte der jüdischen Gesellschaft gibt. Ortal Sharak kämpft jetzt für mehr Aufmerksamkeit bei den Behörden, damit nicht noch mehr Frauen das fürchterliche Schicksal ihrer Mutter erleiden müssen.

      • Mosambik: Hundertausende Opfer nach dem Wirbelsturm "Idai"

      Auch mehr als eine Woche nachdem der Wirbelsturm "Idai" über Mosambik hinweggezogen ist, gibt es noch keinen Überblick über die Ausmaße der Katastrophe. Experten fürchten, dass mindestens 600.000 Menschen Hilfe benötigen, bisher sind mehr als 500 Tote geborgen worden. Noch immer harren Menschen auf Bäumen aus und hoffen, dass Hilfskräfte mit Booten oder Hubschraubern sie retten. In der Hafenstadt Beira am Indischen Ozean sind fast alle Häuser zerstört, die Infrastruktur ist zusammengebrochen. Und für die nächsten Tage sind weitere Niederschläge angekündigt.
      Ein ARD-Team dreht im Unglücksgebiet und berichtet über die Menschen, die auf Hilfe warten, und über die Helfer, die trotz aller Widrigkeiten versuchen, so viel Unterstützung wie möglich in die betroffenen Regionen zu bringen.

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