• 19.12.2018
      03:55 Uhr
      Europamagazin Moderation: Hendrike Brenninkmeyer | Das Erste
       

      Themen:

      • Großbritannien: Simon Wallfisch wird Deutscher – wegen Brexit
      • Italien: Desaströse Wirtschaftspolitik
      • Rumänien: Justizreform gefährdet Rechtsstaat
      • Dänemark: Schluss mit "Heiratsparadies"
      • Spanien: Senioren als Spitzensportler

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 19.12.18
      03:55 - 04:25 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Großbritannien: Simon Wallfisch wird Deutscher – wegen Brexit
      • Italien: Desaströse Wirtschaftspolitik
      • Rumänien: Justizreform gefährdet Rechtsstaat
      • Dänemark: Schluss mit "Heiratsparadies"
      • Spanien: Senioren als Spitzensportler

       
      • Großbritannien: Simon Wallfisch wird Deutscher – wegen Brexit

      Vor zwei Jahren hatte knapp die Hälfte der Briten für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Seitdem fürchten sich viele Brexit-Gegner vor Einschränkungen ihrer persönlichen Freizügigkeit. So auch der 36jährige Simon Wallfisch, Bariton, Cellist und überzeugter Europäer. Weil er EU-Bürger bleiben will, hat er die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt und vor kurzem auch erhalten.

      Keine ganz leichte Entscheidung für den Enkel der jüdischen Holocaustüberlebenden Anita Lasker-Wallfisch, die dank ihrer Cello-Künste Auschwitz überlebte. Möglich macht den Passerwerb Artikel 116 Grundgesetz für Nachfahren früherer deutscher Staatsangehöriger, denen die Staatsangehörigkeit während des Nationalsozialismus aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist. Bis jetzt haben etwas mehr als 3.400 Briten jüdischer Abstammung einen deutschen Pass beantragt.

      • Italien: Desaströse Wirtschaftspolitik

      Seit Sommer 2018 regiert in Italien die populistische Koalition aus 5-Sterne-Bewegung und Lega Nord. Mit deren Wirtschafts- und Finanzpolitik ist nicht nur die EU unzufrieden. Auch bei italienischen Unternehmern wächst der Widerstand gegen die eigene Regierung. Sie werfen der Koalition vor, die heimische Wirtschaft zu schwächen. So etwa durch die Infragestellung von Infrastrukturprojekten oder die Zurücknahme der wirtschaftsliberalen Arbeitsmarktreform der Vorgängerregierung.

      Anfang Dezember fand in Turin eine Demonstration von Unternehmern und Wirtschaftsverbänden statt, diese Woche äußerten Handwerker in Mailand ihren Unmut. Ihre Forderungen: mehr Investitionen und Maßnahmen zur Steigerung des Wirtschaftswachstums.

      • Rumänien: Justizreform gefährdet Rechtsstaat

      Nach Ungarn und Polen als nächstes Rumänien? Beobachter befürchten auch für das südosteuropäische Land eine Abkehr von gemeinsamen EU-Grundwerten und vor allem eine zunehmende Schwächung der Justiz. So erschwere die vom Parlament im Sommer beschlossene Justizreform die Kooperation bei der internationalen Strafverfolgung und habe negative Auswirkungen auf den Kampf gegen das organisierte Verbrechen und die Korruptionsbekämpfung.

      Die Maßnahmen der regierenden Sozialdemokraten betreffen aber auch das Personal. So wurden unliebsame Richter und Staatsanwälte ausgetauscht. Als prominentestes Beispiel die langjährige Leiterin der Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft, Laura Kövesi. Keine guten Voraussetzungen für die EU-Ratspräsidentschaft, die Rumänien am 01. Januar übernimmt.

      • Dänemark: Schluss mit "Heiratsparadies"

      Dänemark ist bei ausländischen bi-nationalen Paaren ein beliebter Ort für die Hochzeit. Diese geht dort bisher relativ unbürokratisch und ohne umfangreiche Prüfungen über die Bühne. Das soll sich allerdings jetzt ändern. Damit die liberalen Regelungen nicht als Zugang zum EU-Bürgerrecht missbraucht werden, werden ab Januar die vorzulegenden Dokumente durch eine zentrale Behörde geprüft. Außerdem werden die Gebühren erhöht. Die Folge: ausländische Paare stehen jetzt Schlange bei den Standesämtern, um noch dieses Jahr zu den alten Bedingungen heiraten zu können.

      • Spanien: Senioren als Spitzensportler

      Manuel Alonso Domingo ist 82 Jahre alt – und wohl fitter, als viele 20- oder 30jährige. Er ist einer der weltweit besten Mittelstrecken-Läufer seiner Altersklasse, Europameister und Weltmeister. Die 800 Meter rennt er in unter drei Minuten. "Sport ist mein Leben", sagt der Spanier. Zuletzt konnte er bei der Senioren-Leichtathletik-WM in Malaga seinen Titel verteidigen.

      Langweilige Eurokraten, staubtrockene Dossiers, nichts als ältere Herren in dunklen Anzügen? Europa ist ganz anders, auch wenn es sich nicht auf den ersten Blick erschließt. "Wer bin ich, und wenn ja wie viele?" - dieser Berliner Sponti-Spruch beschreibt exakt die Herausforderung und die Möglichkeiten eines geeinten Europa. Diesen Prozess begleiten, fremde Mentalitäten und Perspektiven zeigen, will das Europamagazin. Mit Reportagen, Hintergrundberichten, aktuellen Beiträgen und auch Glossen werden die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten spürbar.

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      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 19.12.18
      03:55 - 04:25 Uhr (30 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 26.03.2019