• 12.08.2012
      07:45 Uhr
      Unsere 50er Jahre - Wie wir wurden, was wir sind (2/6) Zu neuen Ufern - Thema: Die Fünfziger | 3sat
       

      Anfang der 50er Jahre wissen Millionen Menschen nicht, was aus ihren Angehörigen geworden ist. Viele sind im Krieg verschollen, auf der Flucht oder in Gefangenschaft. Schon seit drei Jahren wartet Rose Brock in Halle auf ein Lebenszeichen ihres verschwundenen Vaters. Dann, endlich, ein Brief: Der Vater wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt, er soll gegen die DDR spioniert haben.

      Sonntag, 12.08.12
      07:45 - 08:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Anfang der 50er Jahre wissen Millionen Menschen nicht, was aus ihren Angehörigen geworden ist. Viele sind im Krieg verschollen, auf der Flucht oder in Gefangenschaft. Schon seit drei Jahren wartet Rose Brock in Halle auf ein Lebenszeichen ihres verschwundenen Vaters. Dann, endlich, ein Brief: Der Vater wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt, er soll gegen die DDR spioniert haben.

       

      Er lebt, doch im Gefängnis Bautzen sind die Häftlinge chronisch unterernährt, Typhus und TBC grassieren. Der Vater von Peter Süss kehrt aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Ein fremder Mann in einem fremden Land.

      Zu Hause hat sich alles verändert. Seine Frau liebt einen anderen Mann und in der Bundesrepublik kann er nicht Fuß fassen. Die Familie droht zu zerbrechen. 1952 will der 17-jährige Peter der bedrückenden Atmosphäre des Elternhauses entfliehen und fährt mit dem Fahrrad quer durch Deutschland, um sein Idol, den Fußballspieler Fritz Walter, zu besuchen. Bald darauf scheitert der Versuch seiner Eltern, wieder ein gemeinsames Leben aufzubauen, endgültig.

      Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen sehr persönliche Biographien von Zeitzeugen. Über sechs Folgen hinweg werden Familienschicksale erzählt, in denen sich das Lebensgefühl der Gründungsjahre beider deutscher Staaten spiegelt. "Unsere 50er Jahre - Wie wir wurden, was wir sind zeigt Deutschland - Ost und West - in den Umbrüchen der Nachkriegsjahre. Bewusst wird dabei auf die üblichen Archivaufnahmen historisch bedeutsamer Ereignisse verzichtet.

      Die Serie erzählt Geschichte vielmehr konsequent als persönliches Erleben, eben so, wie Geschichte tatsächlich erinnert wird. Ob Arbeiter oder Hausfrau, Fabrikant oder Künstler, Kriegsheimkehrer oder Überlebender, Schulkind oder Jugendliche - stets bestimmen die Erinnerungen an privates Glück und persönliche Krisen der Zeitzeugen das Geschehen: der erste Kühlschrank oder Urlaub, Eintritt in die SED, Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft, Konzert, der Aufstand des 17. Juni, die Rückkehr der Emigranten...

      Die Zeitzeugen erzählen ihre Geschichten. In ihren Biographien spiegeln sich die großen Veränderungen in Politik, Wirtschaft und Kultur. In ihren Erinnerungen wird der Alltag in den 50er Jahren sichtbar - jenseits aller Schlagwörter.

      Ein filmischer Rückblick auf eine Zeit, die viele Zuschauer noch persönlich erlebt haben, oder durch die sie entscheidend geprägt wurden. Die Serie beschreitet filmisches Neuland, denn erstmals wird Zeitgeschichte konsequent als dokumentarische Familien- und Alltagsgeschichte erzählt.

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      Sonntag, 12.08.12
      07:45 - 08:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

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