• 13.03.2012
      09:05 Uhr
      Kulturzeit Das 3sat-Kulturmagazin - Moderation: Cécile Schortmann | 3sat
       

      Themen u.a.:

      • Kony2012 - Das Netz jagt einen Mörder: Kampagne gegen den ugandischen Rebellenführer
      • Syrien - Gespräch mit Michael Lüders
      • Palestine Art 2.0: Freie Kunst in Ramallah - Die palästinensische Mahatta-Galerie
      • Buchpreisbindung in der Schweiz
      • Deichkind
      • Nachruf: Umdeuter des Comic - Jean Giraud alias Moebius ist tot
      • Da da & da

      Dienstag, 13.03.12
      09:05 - 09:45 Uhr (40 Min.)
      40 Min.
      Stereo

      Themen u.a.:

      • Kony2012 - Das Netz jagt einen Mörder: Kampagne gegen den ugandischen Rebellenführer
      • Syrien - Gespräch mit Michael Lüders
      • Palestine Art 2.0: Freie Kunst in Ramallah - Die palästinensische Mahatta-Galerie
      • Buchpreisbindung in der Schweiz
      • Deichkind
      • Nachruf: Umdeuter des Comic - Jean Giraud alias Moebius ist tot
      • Da da & da

       
      • Kony2012 - Das Netz jagt einen Mörder: Kampagne gegen den ugandischen Rebellenführer. Er nennt sich selbst den "Sprecher Gottes". Der ugandische Rebellenführer Joseph Kony und seine Widerstandsarmee sollen in den vergangenen 26 Jahren zehntausende Menschen verstümmelt oder getötet haben. Nun soll ein Online-Video der US-Organisation "Invisible Children" dabei helfen, Kony zu fassen. Die Resonanz im Netz ist enorm.

      Am 5. März 2012 veröffentlichte "Invisible Children" das Video "Kony 2012" auf Youtube. Bis zum 12. März klickten bereits mehr als 73 Millionen Menschen weltweit auf den Link. Ziel der Verantwortlichen ist es, mit dem halbstündigen Streifen das Bewusstsein über den vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesuchten Rebellenführer zu schärfen und ihn vor Gericht zu bringen.

      Doch es regt sich auch Kritik an der Aktion: Das komplexe Thema werde zu sehr vereinfacht, heißt es. "Invisible Children" geht es, nach Aussage der Macher primär darum, den seit 26 Jahren andauernden Konflikt in "einem leicht verständlichen Format" zu erklären. "Die Kernbotschaft soll aufzeigen, dass es einige wenige Fälle gibt, in denen Probleme schwarz oder weiß sind", sagte der 28-jährige Vorsitzende Ben Keesey. "In der Welt gibt es viele komplizierte Dinge, aber Joseph Kony und seine Taten sind schwarz und weiß." Auf ihrer Website erklärte die Organisation jedoch, dass der Film tatsächlich viele Aspekte übersehen habe.

      Für den Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Luis Moreno-Ocampo, ist die Kony-Kampagne trotz alledem ein Segen. "Kony ist schwierig. Er tötet nicht in Paris oder New York. Kony tötet in der Zentralafrikanischen Republik, keinen kümmert das", sagte er der Nachrichtenagentur AP. Nach dem Erlass des Haftbefehls gegen Kony im Jahr 2005 sei es schwierig gewesen, ihn in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. "Was diese jungen Leute mit ihren Bemühungen bewegen, ist wunderbar - und genau das, was wir brauchen", sagte Moreno-Ocampo.

      Es wird vermutet, dass Kony sich derzeit mit einer Kerngruppe seiner berüchtigten "Widerstandsarmee des Herren" ("Lord's Resistance Army", LRA) in der Zentralafrikanischen Republik versteckt. Die LRA hatte unter seiner Führung seit 1987 den Norden Ugandas, den heutigen Staat Südsudan und den Nordosten der Demokratischen Republik Kongo terrorisiert. 2006 wurde die Gruppe, die tausende Kinder zwangsrekrutiert hatte, aus Uganda weitgehend vertrieben. Die Jungen wurden zuvor jahrelang als Kindersoldaten eingesetzt, die Mädchen als Sexsklavinnen missbraucht.

      Das werktägliche Kulturmagazin mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. "Kulturzeit" bietet ergänzende Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.

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      09:05 - 09:45 Uhr (40 Min.)
      40 Min.
      Stereo

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