• 13.02.2010
      23:00 Uhr
      Im Reich der Sinne Spielfilm Japan/Frankreich 1976 (Ai no corrida/L'empire des sens) | 3sat
       

      Ein Liebespaar verliert sich mit zunehmender Leidenschaft in seiner sexuellen Lust, die sämtliche Tabus überschreitet und schließlich sogar vor Schmerz und Tod nicht mehr Halt macht.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 13.02.10
      23:00 - 00:40 Uhr (100 Min.)
      100 Min.
      Stereo

      Ein Liebespaar verliert sich mit zunehmender Leidenschaft in seiner sexuellen Lust, die sämtliche Tabus überschreitet und schließlich sogar vor Schmerz und Tod nicht mehr Halt macht.

       

      Stab und Besetzung

      Sada Abe Eiko Matsuda
      Kichizô Tatsuya Fuji
      Toku, Kichizôs Frau Aoi Nakajima
      Bettler Taiji Tonoyama
      Magd Meika Seri
      alte Geisha Kanae Kobayashi
      Regie Nagisa Oshima

      Kichizô ist der Besitzer eines Geisha-Hauses, in dem auch Sada als Dienerin und Prostituierte arbeitet. Zwischen ihnen entwickelt sich eine Leidenschaft, die alle Tabus und Konventionen hinter sich lässt und zunehmend obsessiv wird. Die Außenwelt verliert für beide immer mehr an Bedeutung. Die anfänglich noch spürbare Eifersucht des Paares auf andere Personen verschwindet in der Bedingungslosigkeit, mit der sich beide in ihrer körperlichen Liebe immer wieder einander hingeben. Die Lust, die sie in ihrer Ekstase empfinden, wird durch den Schmerz gesteigert: Sada verlangt von Kichizô, dass er sie schlägt, während sie ihn wiederum beim Sex stranguliert. Schließlich lieben sie sich bis zur totalen Erschöpfung: Mit Kichizôs Einverständnis erdrosselt Sada den Geliebten beim Akt der Vereinigung und schneidet ihm das Geschlechtsteil ab. Ein Liebespaar verliert sich mit zunehmender Leidenschaft in seiner sexuellen Lust, die sämtliche Tabus überschreitet und schließlich sogar vor Schmerz und Tod nicht mehr Halt macht. - Nagisa Oshimas Klassiker gehört in seiner Darstellung von Sexualität zu den radikalsten Werken der Filmgeschichte.

      Nagisa Oshimas 1976 entstandener Spielfilm "Im Reich der Sinne" ist in seiner Darstellung von Sexualität - neben Bernardo Bertoluccis "Der letzte Tango in Paris" - eines der radikalsten Werke der Filmgeschichte. Losgelöst von psychologischen Fragestellungen, die verstörende Nähe von Lust und Schmerz betonend, lotet der Film in Anlehnung an George Batailles Theorie des "Erotisme" das Wesen der Sexualität bis in seine dunkelsten Tiefen aus. In streng komponierten Szenen werden die Begegnungen des Paares gezeigt. In Großaufnahmen und in aller Selbstverständlichkeit kommen Lust und Schmerz, die sich auf ihren Gesichtern zeigen, zum Ausdruck. Oshima musste den in Japan gedrehten Film, der auf eine reale Begebenheit aus dem Jahr 1936 zurückgehen soll, in Frankreich fertigstellen, da er sonst der strengen japanischen Zensur zum Opfer gefallen wäre. Als sein Werk 1977 im Forum-Programm der Berlinale aufgeführt werden sollte, kam es zum Eklat: "Im Reich der Sinne" wurde als "harte Pornografie" beschlagnahmt, ein Jahr später aber für die Kinos ungekürzt freigegeben und erhielt von der Filmbewertungsstelle sogar das Prädikat "besonders wertvoll". In Japan allerdings kam das kompromisslose Meisterwerk nur in einer stark gekürzten Fassung zur Aufführung. Als nächsten Film der Reihe "Berlinale kontrovers" zeigt 3sat am Samstag, 13. Februar, um 22.40 Uhr, "Garten der Lüste".

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 13.02.10
      23:00 - 00:40 Uhr (100 Min.)
      100 Min.
      Stereo

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