• 04.06.2024
      11:05 Uhr
      mareTV Peru - An der Küste der Inka | 3sat
       

      Dramatisch stürzt die Küste ins Meer - die "Costa" von Peru ist eine gigantische Wüste am Pazifik, 2.400 Kilometer lang. Schroff, bizarr, wie von einem anderen Stern und reich an Traditionen: In Huanchaco bauen die Nachfahren der Moche-Kultur noch heute Fischerboote aus Schilf. In Lima ziehen jede Woche bunte katholische Prozessionen stundenlang durch die Straßen. In der Hafenstadt Pisco liefern sich junge Taxifahrer einen Wettstreit, wer das schillerndste Fahrzeug hat. Und in der Einsamkeit des Paracas-Nationalparks hat ein Muschelfarmer aus einem Strandkiosk einen Gourmet-Tempel gemacht.

      Dienstag, 04.06.24
      11:05 - 11:50 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Dramatisch stürzt die Küste ins Meer - die "Costa" von Peru ist eine gigantische Wüste am Pazifik, 2.400 Kilometer lang. Schroff, bizarr, wie von einem anderen Stern und reich an Traditionen: In Huanchaco bauen die Nachfahren der Moche-Kultur noch heute Fischerboote aus Schilf. In Lima ziehen jede Woche bunte katholische Prozessionen stundenlang durch die Straßen. In der Hafenstadt Pisco liefern sich junge Taxifahrer einen Wettstreit, wer das schillerndste Fahrzeug hat. Und in der Einsamkeit des Paracas-Nationalparks hat ein Muschelfarmer aus einem Strandkiosk einen Gourmet-Tempel gemacht.

       

      Dramatisch stürzt die Küste ins Meer, die sogenannte Costa von Peru ist eine gigantische Wüste am Pazifik, 2.400 Kilometer lang. Schroff, bizarr, wie von einem anderen Stern.

      Uralte Kulturen siedelten hier, die Moche und die Chimú. Später regierten die stolzen Inka, das selbst ernannte Königsvolk der Anden. Im Städtchen Huanchaco im Norden Perus bauen sich die Fischer jeden Monat ein neues Boot: aus Schilfrohr. Die kleinen Schiffe heißen Caballito de Totora (Schilfpferdchen), weil die Form an ein Pferd erinnert und die Fischer darin knieend in den Wellen reiten. Schon vor etwa 2.000 Jahren fuhren die Moche damit hinaus aufs Meer. Carlos Segura Azola ist ein Nachfahre der Moche. Er baut gerade wieder an einem "Schilfpferdchen". Aber eigentlich beschäftigt ihn etwas ganz anderes. Carlos fürchtet das Meer, seit sein Vater bei der Arbeit ertrunken ist. Der Fischer konsultiert eine Brucha, eine Hexe. Sie versucht, ihm die Panik vorm Pazifik mit geheimnisvollen Zeremonien auszutreiben. Denn irgendwann ist Carlos` Schilfboot fertig und er muss wieder hinaus zu seinen Netzen.

      Im Süden, in der Hafenstadt Pisco, gibt es kaum private Autos. Mototaxis auf drei Rädern sind hier das Verkehrsmittel. Jedes Moto sieht anders aus, denn die jungen Fahrer liefern sich einen Wettstreit. Sie motzen ihre Dreiräder ständig auf, mit Spoilern, Spiegeln und allerlei Verzierungen. Denn, wer im Verkehrsgetümmel auffällt, bekommt die meisten Fahrgäste.

      Doch nirgendwo in ganz Peru ist der Straßenverkehr so dicht und chaotisch wie in der Hauptstadt Lima. Täglich geht Juan Ortiz deshalb mit seinem Delta-Gleiter über der Küstenstraße in die Luft. Er ist der fliegende Reporter und berichtet live für die Verkehrsnachrichten. Und er ist nicht allein mit seinem Fluggerät. Dutzende Paraglider schweben zu jeder Tageszeit an den Klippen von Lima entlang. Der Pazifik sorgt für steten Aufwind an der bis zu 160 Meter hohen Steilküste.

      Irgendwo im Labyrinth der Millionenmetropole trotten hunderte Gläubige im Takt der Musik einer Jesusstatue am Kreuz hinterher. Eine Prozession für den "Herrn der Wunder", die Blaskapelle intoniert Kirchenlieder dazu. Der Musikstudent Bruno Alvarado schleppt und spielt das größte Instrument, ein Sousaphon. Jeden Tag gibt es in Lima Dutzende Prozessionen. Praktisch für Bruno, er finanziert mit der musikalischen Begleitung sein Studium.

      Abseits des Großstadttrubels, im Paracas Nationalpark, ist es menschenleer. Mitten zwischen gewaltigen Sanddünen betreibt an einem einsamen Strand Luis Zapato einen Kiosk. Der hat sich mittlerweile zu einem Gourmettempel entwickelt, sogar die Hauptstädter strömen hierher. Vor allem wegen der Jakobsmuscheln, die Luis als einziger Lizenzinhaber weit und breit vom Meeresgrund sammelt. Inti Mar hat er seinen Strandimbiss genannt, Inti ist der Sonnengott, Mar das Meer. Bei Luis isst man also buchstäblich wie ein Sonnengott am Meer. Das geht nur hier, an der Küste der Inka.

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Dienstag, 04.06.24
      11:05 - 11:50 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 04.07.2024