• 15.10.2021
      06:20 Uhr
      Kulturzeit Moderation: Ariane Binder | 3sat
       

      Themen:

      • Doku "Dear Future Children"
      • 100 Jahre Donaueschinger Musiktage
      • Colson Whitehead über "Harlem Shuffle"
      • Neue Heimat für Odachlose
      • Hermann Nitschs Walküre

      Freitag, 15.10.21
      06:20 - 07:00 Uhr (40 Min.)
      40 Min.
      Stereo

      Themen:

      • Doku "Dear Future Children"
      • 100 Jahre Donaueschinger Musiktage
      • Colson Whitehead über "Harlem Shuffle"
      • Neue Heimat für Odachlose
      • Hermann Nitschs Walküre

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Ariane Binder
      • Porträt des Protestes - die Doku "Dear Future Children"

      Drei Länder, drei Konflikte und drei Frauen, die für eine bessere Zukunft kämpfen: Der 22-jährige Regisseur Franz Böhm begleitet in seinem Dokumentarfilm "Dear Future Children" die Aktivistinnen Hilda aus Uganda, Rayen aus Chile und Pepper aus Hongkong. Alle drei wollen sich mit den Missständen der Welt nicht abfinden. Sie engagieren sich gegen enorme Widerstände und nehmen große Risiken auf sich. Sie protestieren für den Klimaschutz, für Gerechtigkeit und Demokratie - zum Wohle unserer zukünftigen Kinder. Nach den großen Friedens- und Anti-Atomkraft-Demonstrationen in den 1970er Jahren hatte man "den Eindruck, die Jugend hätte sich von der Politik abgewendet", sagt Franz Böhm. "Das ist aber falsch, denn es kommt auf das Thema an, wie zum Beispiel die 'Fridays for Future'-Bewegung zeigt. So waren die letzten Jahre weltweit von kraftvollen Straßenprotesten geprägt." Als Vertreter der jungen Generation wollte er dem Protest ein Gesicht geben. Die Gewalt hat Böhm schockiert, die Unbeugsamkeit seiner Protagonistinnen beeindruckt. Mit "Dear Future Children" will er ein Zeichen setzen, "dass viele der Themen, die wir im Film behandeln - Demokratie, Gerechtigkeit, Klima - uns alle betreffen. Und wenn wir sie nicht gemeinsam lösen, können diese Probleme, diese Themenfelder zu solch einem Konfliktbereich werden, dass wir darunter leiden werden. Ich finde es umso beeindruckender, dass es weltweit vor allem junge Aktivist*innen gibt, die sich so sehr für eine bessere Zukunft einsetzen - übrigens auch für uns", so der junge Regisseur. Sein Film wurde mehrfach ausgezeichnet und kommt am 14. Oktober in die deutschen Kinos.

      • Colson Whitehead über "Harlem Shuffle"

      Colson Whiteheads neuer Roman "Harlem Shuffle" ist Thriller und Porträt des New Yorker Stadtteils in den 1950ern und 60ern zugleich. Er bietet eine weitere Facette der erzählerischen Möglichkeiten dieses Schriftstellers und eine Erkundung von Halbwelt und Ambitionen in einem afroamerikanischen Milieu. Ein Baustein zur Geschichte des Schwarzen Amerika, an der Colson Whitehead mit seiner Literatur arbeitet. Wie kann man ehrlich leben, sich nicht korrumpieren lassen, in einem Land, das so tief von Brutalität und Diskriminierung gezeichnet ist? Auch darum geht es in seinem neuen Roman. Wir haben mit Colson Whitehead darüber gesprochen.

      • 100 Jahre Donaueschinger Musiktage

      Beim ältesten Festival für Neue Musik in Deutschland gibt es musikalisch immer was zu entdecken, vor allem das, was sich jeweils als Avantgarde versteht. 2021 jährt sich das ehrenwerte Festival zum 100. Mal und bleibt ein Experiment - wie auch das Werk zum Jubiläum: Mehr als 100 Musizierende wagen den Spagat zwischen Uraufführung und Rückblick. Der Plot von Francesco Filideis Oratorium „The Red Death“ - inspiriert von Edgar Allen Poe und Dante - ist brandaktuell: Was macht eine Seuche mit unserer Gesellschaft? Donaueschingen wird immer diverser und globaler - mit Jazz, multimedialen und theatralen Werken. Thematisch immer am Puls der Zeit auch nach 100 Jahren.

      • Neue Heimat für Odachlose

      Die eigene Wohnung zu verlieren ist ein Szenario, das in der Corona-Pandemie immer mehr Menschen Sorge bereitet. Laut einer Statistik waren vor der Pandemie 22.000 Menschen in Österreich wohnungslos. Der österreichische Nationalrat hat daher im Juli ein 24 Millionen Euro schweres Hilfspaket beschlossen. Mit dem Geld sollen Zwangsräumungen rechtzeitig verhindert werden. Für Langzeit-Obdachlose kommen solche Hilfespakete aber natürlich zu spät. Sie sind auf Notschlafstellen oder Wohnheime angewiesen. Doch wie sollen die Unterkünfte gebaut sein, damit sie von den Obdachlosen auch angenommen werden? Wer lange auf der Straße gelebt hat, ist oft traumatisiert und hat jedes Vertrauen verloren. Das Architektenbüro Gaupenraub beschäftigt sich seit 20 Jahren mit der Frage und hat spezielle Lösungen entwickelt. Unter anderem haben die Pioniere das VinziDorf Wien gebaut, das jetzt für

      den Bauherrenpreis 2021 nominiert ist.

      • Hermann Nitschs Walkürenritt in Mistelbach

      Hermann Nitsch galt lange Zeit als Österreichs Skandalkünstler Nummer eins. Heute ist er Staatspreisträger, hat eine seiner berüchtigten Aktionen am Wiener Burgtheater durchgeführt, und seine Schüttbilder sind längst zu Statussymbolen geworden. Im vergangenen Sommer folgte der glühende Verehrer der Musik Richard Wagners einem Ruf nach Bayreuth. Am grünen Hügel begleitete er eine konzertante Aufführung von Wagners Oper "Die Walküre" mit einer aufsehenerregenden Malaktion. Die Bühnenbilder aus Bayreuth sind jetzt im Hermann Nitsch Museum in Mistelbach ausgestellt. Harald Wilde hat den Künstler auf seinem Schloss in Prinzendorf getroffen.

      "Kulturzeit" ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat.

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