• 07.02.2020
      05:40 Uhr
      Newton Drogen am Steuer | 3sat
       

      Planquadrat in Wien: Die Polizei erwischt in einer Nacht 24 Drogenlenker! Aber: Bei 200 parallel durchgeführten Alkotests ist keiner betrunken. Glaubt man diesen Schlagzeilen, so ist die Botschaft: „Don't Drink and Drive“ angekommen. Dafür scheinen immer mehr Kiffer die Straßen unsicher zu machen. Eine genaue Unfallstatistik gibt es nicht. „Newton“ hat sich die wissenschaftliche Forschung zum Thema „Verkehrssicherheit und Drogen“ angesehen.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 07.02.20
      05:40 - 06:05 Uhr (25 Min.)
      25 Min.
      Stereo HD-TV

      Planquadrat in Wien: Die Polizei erwischt in einer Nacht 24 Drogenlenker! Aber: Bei 200 parallel durchgeführten Alkotests ist keiner betrunken. Glaubt man diesen Schlagzeilen, so ist die Botschaft: „Don't Drink and Drive“ angekommen. Dafür scheinen immer mehr Kiffer die Straßen unsicher zu machen. Eine genaue Unfallstatistik gibt es nicht. „Newton“ hat sich die wissenschaftliche Forschung zum Thema „Verkehrssicherheit und Drogen“ angesehen.

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Matthias Euba

      Planquadrat in Wien: Die Polizei erwischt in einer Nacht 24 Drogenlenker! Aber: Bei 200 parallel durchgeführten Alkotests ist keiner betrunken. Glaubt man diesen Schlagzeilen, so ist die Botschaft: „Don`t Drink and Drive“ angekommen. Dafür scheinen immer mehr Kiffer die Straßen unsicher zu machen. Eine genaue Unfallstatistik gibt es nicht. „Newton“ hat sich die wissenschaftliche Forschung zum Thema „Verkehrssicherheit und Drogen“ angesehen.

      Klaus Robatsch und sein Team vom Kuratorium für Verkehrssicherheit haben mehr als 1000 Autofahrerinnen und Autofahrer befragt. „Hochgerechnet sind pro Jahr 177.000 Österreicherinnen und Österreicher nach Drogenkonsum mit dem Auto unterwegs, und 722.000 fahren alkoholisiert,“ fasst der Verkehrssicherheitsforscher die Studie zusammen.

      Anders als beim Alkohol gibt es für Suchtgift in Österreich keine Grenzwerte - im Gegensatz zu anderen Ländern. Auffällige Lenkerinnen und Lenker bringt die Polizei zum Amtsarzt. Stellt dieser eine Fahrbeeinträchtigung fest und ergibt die Blutabnahme Spuren einer illegalen Droge, wird ein Strafverfahren wegen Fahrens unter Drogeneinfluss eingeleitet und der Führerschein ist weg - für mehrere Monate. „Manche Leute meinen, dass hier Verkehrs- und Drogenpolitik vermischt werden,“ kritisiert ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer. Das Suchtgift, das am häufigsten entdeckt wird, ist Cannabis. Und hier beginnt das Problem: Gabriele Fischer, Psychiaterin und Drogenexpertin am Wiener AKH erklärt: „Studien zeigen, dass 25 Prozent der Jugendlichen, die einen Führerschein haben, zumindest einmal in der Woche Cannabis konsumieren. Wenn diese jungen Menschen fünf Tage später das Auto lenken, besteht sicher keine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit.“ Auch wenn THC, der psychoaktive Wirkstoff im Cannabis im Blut tagelang und im Harn sogar wochenlang nachweisbar ist. Das bestätigen wissenschaftliche Untersuchungen am Fahrsimulator oder im Testgelände. Sie zeigen, dass Versuchspersonen nach dem Rauchen eines Joints nur einige wenige Stunden nicht fahrtüchtig sind.

      Große Verkehrsstatistik-Studien aus den USA – dort ist in elf Staaten das Rauchen von Cannabis legal - zeigen im Durchschnitt eine Erhöhung der Unfallrate bei Cannabiskonsum um das Doppelte, das entspricht der Auswirkung von 0,5 Promille Alkohol. Ein weiteres Problem: Droge ist Droge, egal ob legal oder illegal. Immer mehr kranke Menschen bekommen vom Arzt Opioid- oder Cannabishaltige Medikamente verschrieben. Auch bei ihnen findet man im Blut Spuren. Was bedeutet das für ihre Verkehrstüchtigkeit? Selbst auf vielen rezeptfreien Medikamenten wie Hustensaft, Schmerz- oder Grippemitteln steht der Vermerk: „Kann Ihre Verkehrssicherheit gefährden.“ Experten schätzen, dass bis zu einem Viertel aller Verkehrsunfälle direkt oder indirekt mit der Einnahme von Medikamenten zusammenhängen.

      Für „Newton“ testen Experten mit Fahrsimulatoren und verkehrspsychologischen Tests, wie Versuchspersonen unter dem Einfluss dieser „legalen“ Drogen Auto fahren. Und das Newton-Team begleitet die Polizei bei einem Praxistest neuer Speicheltestgeräte, mit denen tatsächlich beeinträchtigte Drogenkonsumenten in Zukunft besser aufgespürt werden sollen.

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 28.11.2020