• 26.01.2015
      01:15 Uhr
      Entschädigt Dokumentation Deutschland 2006 | 3sat
       

      Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte zum ersten Mal in der Geschichte mit der jungen Bundesrepublik Deutschland ein Staat, Verbrechen gegen die Menschlichkeit "wiedergutzumachen". Im Jahr 1952 verabschiedete der Bundestag das von der Regierung Adenauer eingebrachte Bundesentschädigungsgesetz: Jeder KZ-Überlebende hatte danach das Recht auf Entschädigung. Seinen Schaden musste er jedoch erst "beweisen", wofür er sich ärztlichen Untersuchungen unterziehen musste. Der Film beschreibt die Absurdität einer Wiedergutmachung für NS-Verbrechen, die durch nichts wiedergutzumachen sind.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 26.01.15
      01:15 - 02:35 Uhr (80 Min.)
      80 Min.
      Stereo

      Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte zum ersten Mal in der Geschichte mit der jungen Bundesrepublik Deutschland ein Staat, Verbrechen gegen die Menschlichkeit "wiedergutzumachen". Im Jahr 1952 verabschiedete der Bundestag das von der Regierung Adenauer eingebrachte Bundesentschädigungsgesetz: Jeder KZ-Überlebende hatte danach das Recht auf Entschädigung. Seinen Schaden musste er jedoch erst "beweisen", wofür er sich ärztlichen Untersuchungen unterziehen musste. Der Film beschreibt die Absurdität einer Wiedergutmachung für NS-Verbrechen, die durch nichts wiedergutzumachen sind.

       

      Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte zum ersten Mal in der Geschichte mit der jungen Bundesrepublik Deutschland ein Staat, Verbrechen gegen die Menschlichkeit "wiedergutzumachen". Im Jahr 1952 verabschiedete der Bundestag das von der Regierung Adenauer eingebrachte Bundesentschädigungsgesetz: Jeder KZ-Überlebende hatte danach das Recht auf Entschädigung. Seinen Schaden musste er jedoch erst "beweisen", wofür er sich ärztlichen Untersuchungen unterziehen musste. Diese Untersuchungen fanden überall auf der Welt statt, wo Überlebende sich niedergelassen hatten, auch in Los Angeles.

      Lilly Engel porträtiert mit Dr. Hallauer, Dr. König, Dr. Granzow und Dr. Jussek vier der Ärzte, die nach dem Krieg in die USA auswanderten und seit 1965 mit den Untersuchungen beauftragt wurden. Drei von ihnen waren bei der Wehrmacht. Sie erzählen, wie sie zu dieser Aufgabe kamen, wie ihr Verhältnis zu den Patienten war und wie sie die grausamen Geschichten verarbeiteten. Aber sie sprechen auch von ihrer eigenen Vergangenheit, davon, wie sie das "Dritte Reich" erlebten und mit welcher Ignoranz sie zunächst den Überlebenden begegneten. Lilly Engel trifft aber auch Überlebende, die von diesen Ärzten untersucht wurden, wodurch deren Traumata der Vergangenheit wieder wachgerufen wurden. Sie beurteilen die Entschädigungszahlungen sehr unterschiedlich. Die Witwe des weltbekannten Geigers Shony Alex Braun hat beispielsweise seit ihrem Schlaganfall alles vergessen: ihre Lebensgeschichte, ihre Freunde, sogar wie sie ihren Mann kennenlernte. Nur die KZ-Nummer auf ihrem Arm weiß sie noch immer auswendig.

      Der Film beschreibt die Absurdität einer Wiedergutmachung für NS-Verbrechen, die durch nichts wiedergutzumachen sind.

      Mit dem essayistischen Dokumentarfilm "Aufschub" von Harun Farocki folgt im Anschluss ein weiterer Beitrag, der sich mit den nationalsozialistischen Verbrechen auseinandersetzt.

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 26.01.15
      01:15 - 02:35 Uhr (80 Min.)
      80 Min.
      Stereo

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