• 05.06.2010
      06:45 Uhr
      Claus Peymann - Mein Leben Dokumentation Deutschland 2009 | arte
       

      Was wäre das deutschsprachige Theater ohne Claus Peymann? Undenkbar. Seit 45 Jahren macht er Theater, polarisiert und nervt, ist größenwahnsinnig, aber von Selbstzweifeln gequält.

      Samstag, 05.06.10
      06:45 - 07:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Was wäre das deutschsprachige Theater ohne Claus Peymann? Undenkbar. Seit 45 Jahren macht er Theater, polarisiert und nervt, ist größenwahnsinnig, aber von Selbstzweifeln gequält.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Johanna Schickentanz

      Forscher wollte Claus Peymann werden, "als Erster den Fuß in unbekannte Welten setzen", - und so sieht er seinen Beruf: "Jede Probe ist ein Abenteuer". Die Dichter liebt er, sie allein bewundert er: Thomas Bernhard, George Tabori, Peter Handke, Elfriede Jelinek und viele andere. So sind zahlreiche Uraufführungen zeitgenössischer Autoren ein Merkmal seiner Arbeit, aber auch seine Klassikerinszenierungen, von Shakespeare, Goethe, Kleist, Brecht und anderen, erregen Begeisterung und Ablehnung.
      Für Claus Peymann ist Theater öffentlich und damit immer politisch. "Theater kämpft für die Schwachen und Entrechteten, gegen die Mächtigen." Skandale sind für ihn Skandale der Gesellschaft.
      Stuttgart muss er verlassen, weil er für die Zahnbehandlung von RAF-Gefangenen im Stammheimer Gefängnis Geld spendet. Mit der Uraufführung von Thomas Bernhards "Heldenplatz" am Wiener Burgtheater thematisiert er den latent gegenwärtigen Antisemitismus der Österreicher und verursacht den größten Skandal in der deutschsprachigen Theatergeschichte: Allein die Ankündigung, den nach 26 Jahren aus der Haft entlassenen RAF-Terroristen Christian Klar als Praktikanten am BE zu beschäftigen, löst einen Sturm der Entrüstung aus.
      Seit Jahren versucht der Dramatiker Rolf Hochhuth mit juristischen Schritten, Claus Peymann und das Berliner Ensemble aus dem Theaterhaus am Berliner Schiffbauerdamm zu klagen, dessen Miteigentümer er ist.
      Für das Theater hat Claus Peymann auf ein privates Familienleben verzichtet. Das Theater war und ist seine Familie. Mit dem Theater möchte er, wenn auch nur für Momente, die Welt zu einem besseren Ort umgestalten. "Ich glaube an die Unsterblichkeit des Theaters wegen der Unsterblichkeit der menschlichen Probleme."
      Der Autorin Johanna Schickentanz erzählt Claus Peymann in diesem Film "sein Leben" nochmals an Originalschauplätzen und mit ausgesuchtem Archivmaterial.

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      Samstag, 05.06.10
      06:45 - 07:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

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