• 06.03.2017
      19:20 Uhr
      Weltspiegel Auslandskorrespondenten berichten | tagesschau24
       

      Themen:

      • Kenia: Wie Menschen und Tiere unter der Dürre leiden
      • Südafrika: Wenn der Pastor mit Domestos "heilt"
      • Russland: Straflager wegen Protestplakat - Der Fall Dadin
      • Iran: Der Hüter der verborgenen Kunstschätze
      • Japan: Sechs Jahre nach Fukushima - Rückkehr der Evakuierten?

      Moderation: Natalie Amiri

      Montag, 06.03.17
      19:20 - 20:00 Uhr (40 Min.)
      40 Min.

      Themen:

      • Kenia: Wie Menschen und Tiere unter der Dürre leiden
      • Südafrika: Wenn der Pastor mit Domestos "heilt"
      • Russland: Straflager wegen Protestplakat - Der Fall Dadin
      • Iran: Der Hüter der verborgenen Kunstschätze
      • Japan: Sechs Jahre nach Fukushima - Rückkehr der Evakuierten?

      Moderation: Natalie Amiri

       
      • Kenia: Wie Menschen und Tiere unter der Dürre leiden

      Kühe auf dem Grünstreifen einer Hauptverkehrsstraße in Nairobi - auch für Kenia ein ungewöhnlicher Anblick. Weil in vielen Landesteilen Dürre herrscht, kommen die Massai mit ihren Viehherden in die Hauptstadt, um dort noch ein wenig Nahrung für ihre Tiere zu finden. Williamson Parkirey hatte schon drei Viertel seiner Kühe verloren, bevor er mit dem Rest der Herde nach Nairobi gewandert ist. Er hat schon einige Dürren durchgestanden, aber diese empfindet er als besonders bedrohlich: "Früher gab es selbst in der Trockenzeit ab und zu Regen, aber diesmal nicht", erzählt er uns. Auch im Tsavo-Nationalpark ist es heiß und knittertrocken. Seit vielen Monaten hat es keinen Tropfen geregnet, die meisten Wasserquellen sind ausgetrocknet. Das Tsavo-Ökosystem ist die Heimat von Kenias größter Elefantenpopulation, schon in normalen Zeiten bedroht von Wilderei, Klimawandel, Bevölkerungsdruck und dem Bau einer neuen Schnellbahn. Jetzt kommt noch die Dürre dazu. Kleinbauer Patrick fährt mit seinen Wasserlastern in den Tsavo-Park, um die Tiere vor dem Verdursten zu retten. Eine harte Zeit für Mensch und Tier.

      • Südafrika: Wenn der Pastor mit Domestos "heilt"

      "Es schmeckt wie Saft", sagt Chimane Bereng lächelnd. Eben hat er einen kräftigen Schluck Domestos genommen. "Domestos macht mich stark, ich fühle Gottes Kraft!" Dann muss er sich übergeben. "Gut so!", ruft Pastor Sipho Mphakathi. "Lass die bösen Geister raus!" Mphakathi ist einer von Dutzenden neuer Prediger in Südafrika, die ihren Anhängern Reinigungsmittel, Benzin oder Insektenspray verabreichen - alles im Namen Gottes. "Die Menschen sehnen sich nach intensiven religiösen Erfahrungen", erklärt der Psychologe Leonard Carr den neuen Trend. "Deshalb sind sie für solche Rituale zu begeistern." Vor allem aber sei Religion ein gutes Geschäft, weiß Solomon Ashoms: "So wetteifern die Kirchen um Aufmerksamkeit, Anhänger und damit letztendlich um Geld", sagt er. Ashoms ist einer der schärfsten Kritiker der neuen Propheten und hat selbst erlebt, wie hart der Markt der Religionen umkämpft ist: Wegen Morddrohungen hat er mittlerweile Südafrika verlassen.

      • Russland: Straflager wegen Protestplakat - Der Fall Dadin

      Tagelang wartet seine Frau Anastasia Sotowa in der Eiseskälte vor einem Straflager in Sibirien auf die Freilassung ihres Mannes: Der 34-jährige Ildar Dadin war wegen der Teilnahme an friedlichen Einzelprotesten im Dezember 2015 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte mehrmals friedlich, leise - aber beharrlich - mit Plakaten gegen die Politik Putins demonstriert. Dafür landete er in einer Strafkolonie in Karelien, wo einst auch der berühmte Erzfeind Putins Chodorkowski eingesessen hatte. Dadin berichtete in Briefen an seine Frau von Folter und Misshandlungen. Sein Fall schlug international hohe Wellen: Schließlich widerrief das Oberste Gericht die Haftstrafe. Für russische Menschenrechtler ein exemplarischer Fall, der auch ganz normale Bürger einschüchtern soll. Nachdem zunächst politische Aktivisten und Politiker aus dem Weg geräumt worden seien, werde dem Land nun signalisiert: Es kann jeden treffen. Verhaltet euch lieber ruhig, guckt fern, fallt lieber nicht auf!

      • Iran: Der Hüter der verborgenen Kunstschätze

      Jeden Tag, seit fast 40 Jahren, geht Firouz Shahbazi den langen spiralförmigen Gang hinunter in den Keller des Museums für zeitgenössische Kunst in Teheran. Hier wacht er über eine der größten Sammlungen moderner Malerei, fernab der Öffentlichkeit. Noch unter dem Schah war er als Fahrer eingestellt worden. Farah Diba, die ehemalige Kaiserin, hatte die legendäre Kunstsammlung in den 1970er Jahren, einer Zeit der Modernisierung des Landes, zusammentragen lassen. So fanden Werke von Andy Warhol, Miro, Roy Lichtenstein, Braque, Rauschenberg, Munch, Chagall und vielen anderen internationalen Künstlern ihren Weg in den Iran. 1979, nur gut 15 Monate nach Eröffnung des Museums, kehrte Ayatollah Khomeini, die Symbolfigur der Revolution, aus seinem Exil in Paris zurück. Ab diesem Zeitpunkt wurde alles, was mit dem Westen in Verbindung gebracht wurde, verachtet, verbannt und zerstört. Die Museumsmitarbeiter wurden entlassen. Nur Firouz Shahbazi durfte bleiben. Der Fahrer, der damals von Kunst keine Ahnung hatte, fühlte sich von da an für die Kunstwerke verantwortlich und passte gut auf sie auf - bis heute.

      • Japan: Sechs Jahre nach Fukushima - Rückkehr der Evakuierten?

      Der 68-jährige Hiroshi Kanno soll zurück nach Iitate, in seinen Heimatort. Der war nach dem Atomunglück von Fukushima 2011 geräumt worden. Der japanische Staat sowie die lokalen Behörden werden Ende März die Evakuierungsorder für große Teile der weitläufigen Dorfgemeinde mit ihren ehemals 6000 Einwohnern wieder aufheben. Nach jahrelangen Dekontaminierungsarbeiten ist nach offiziellen Aussagen ein Leben in den Wäldern und Hügeln Ostjapans wieder möglich. Kanno und viele andere Bewohner misstrauen den Behörden jedoch. Kannos Dosimeter misst im zweiten Stock seines verlassenen Wohnhauses noch immer das Sechsfache des staatlichen Grenzwerts. Und die Umweltorganisation Greenpeace hat bei Langzeitmessungen in Iitate Hotspots mit bis zum Hundertfachen entdeckt. Die Regierung wolle nur die Botschaft verbreiten: Auch eine solche Katastrophe ist zu bewältigen, nichts Schlimmes ist geschehen - meint Kanno und will deshalb mit seiner Familie in Fukushima-Stadt bleiben, wo sie sich eine neue Existenz aufgebaut haben. Bis hierher hatte es die radioaktive Wolke nicht geschafft. Doch der Schmerz über die verlorene Heimat wird sie nie verlassen.

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 21.09.2018