• 19.02.2017
      21:45 Uhr
      Gespräche gegen das Vergessen im Münchner Volkstheater Gäste: Mano Höllenreiner, Romani Rose, Dotschy Reinhardt | ARD-alpha
       

      Die Verfolgung und Ermordung von 500.000 Sinti und Roma während des NS-Regimes gehört zu den weniger bekannten Kapiteln der deutschen Geschichte. Im Gespräch mit Andreas Bönte berichten drei Gäste aus drei Generationen deutscher Sinti über ihre Erlebnisse während der NS-Diktatur, über den langen Kampf um Anerkennung und über den Umgang mit jüngst wieder aufkochenden Ressentiments.

      • Zu Gast ist der Zeitzeuge und Holocaust-Überlebende Mano Höllenreiner, der Bürgerrechtskämpfer und Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma Romani Rose, sowie die Autorin und Musikerin Dotschy Reinhardt.

      Sonntag, 19.02.17
      21:45 - 23:00 Uhr (75 Min.)
      75 Min.
      Stereo

      Die Verfolgung und Ermordung von 500.000 Sinti und Roma während des NS-Regimes gehört zu den weniger bekannten Kapiteln der deutschen Geschichte. Im Gespräch mit Andreas Bönte berichten drei Gäste aus drei Generationen deutscher Sinti über ihre Erlebnisse während der NS-Diktatur, über den langen Kampf um Anerkennung und über den Umgang mit jüngst wieder aufkochenden Ressentiments.

      • Zu Gast ist der Zeitzeuge und Holocaust-Überlebende Mano Höllenreiner, der Bürgerrechtskämpfer und Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma Romani Rose, sowie die Autorin und Musikerin Dotschy Reinhardt.

       

      Die Verfolgung und Ermordung von 500.000 Sinti und Roma während des NS-Regimes gehört zu den weniger bekannten Kapiteln der deutschen Geschichte. Der Völkermord wurde nach dem Krieg jahrzehntelang geleugnet. Erst in den 80er Jahren begann durch die Selbstorganisation der Betroffenen eine langsame Aufklärung und Aufarbeitung. Im Gespräch mit Andreas Bönte berichten drei Gäste aus drei Generationen deutscher Sinti über ihre Erlebnisse während der NS-Diktatur, über den langen Kampf um Anerkennung und über den Umgang mit jüngst wieder aufkochenden Ressentiments. Zu Gast ist der Zeitzeuge und Holocaust-Überlebende Mano Höllenreiner, der Bürgerrechtskämpfer und Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma Romani Rose, sowie die Autorin und Musikerin Dotschy Reinhardt.

      Mano Höllenreiner, ein deutscher Sinto, wurde 1933 geboren und wuchs in der Münchner Au auf. Im März 1943 wurde er als Neunjähriger gemeinsam mit seiner Familie nach Auschwitz ins sogenannte "Zigeunerlager" deportiert. Mano Höllenreiner überlebte drei Konzentrationslager und schaffte es im April 1945, getrieben von der SS, dem Todesmarsch in Richtung Nordwesten zu entkommen. Er berichtet von den Gräueltaten der Nazis, die er als kleiner Junge erleben musste und die ihn auch heute noch nachts in Albträumen verfolgen.
      Sinti und Roma wurden lange nicht als Opfer rassistischer Verfolgung anerkannt. Auch Mano Höllenreiner musste diese Erfahrung machen. Der Kampf um Entschädigungen hielt lange Jahre an und war geprägt von Leugnung und fortwährender Stigmatisierung. Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, hat diesem Kampf 1980 als Mit-Initiator und Sprecher des Hungerstreiks auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau zu einem entscheidenden Wendepunkt verholfen. Ziel des Hungerstreiks war es u.a. die gesellschaftliche Teilhabe der Sinti in Deutschland zu verbessern. Erst in den 80er Jahren erhielten die ersten Sinti und Roma nach langem Kampf "Wiedergutmachungszahlungen".

      Dotschy Reinhardt ist 1975 in Ravensburg geboren. Sie ist Autorin, Musikerin und Sintezza. In Ihren Büchern ist sie der Geschichte ihrer eigenen Sinti-Familie auf der Spur und geht der Frage nach, warum Sinti und Roma auch heute noch diskriminiert, kriminalisiert und in Klischees gepresst werden. Mit ihrem jüngst gegründeten Verein "Landesrat der Roma und Sinti, RomnoKher Berlin-Brandenburg e.V." setzt sie sich für die Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe der Sinti und Roma in Deutschland ein.
      Dem Abend im Münchner Volkstheater geht auch dieses Jahr wieder der "Tag der Quellen" voraus. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte und dem NS-Dokumentationszentrum München haben Schülerinnen und Schüler Dokumente von Kindern und Jugendlichen aus dem Holocaust aufgearbeitet, gelesen und inszeniert. Diese Texte wurden dem Publikum den ganzen Tag über präsentiert.

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