• 25.09.2014
      22:30 Uhr
      Menschen hautnah: Sektenkinder - Das Urteil gegen den "Guru" Ein Film von Beate Greindl | WDR Fernsehen
       

      Der "Guru von Lonnerstadt" und seine Lebensgefährtin sind wegen schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der vorsitzende Richter bescheinigte den beiden "Komplettversagen" bei der Erziehung. Sie hatten dem damals zwölfjährigen Kilian B., der an Mukoviszidose erkrankt war, lebensnotwendige Medikamente vorenthalten. Während der drei Jahre in der Sekte hat sich seine Lungenfunktion halbiert. Als er entkam, wog er nur noch 28 Kilo.

      Donnerstag, 25.09.14
      22:30 - 23:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Der "Guru von Lonnerstadt" und seine Lebensgefährtin sind wegen schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der vorsitzende Richter bescheinigte den beiden "Komplettversagen" bei der Erziehung. Sie hatten dem damals zwölfjährigen Kilian B., der an Mukoviszidose erkrankt war, lebensnotwendige Medikamente vorenthalten. Während der drei Jahre in der Sekte hat sich seine Lungenfunktion halbiert. Als er entkam, wog er nur noch 28 Kilo.

       

      Der "Guru von Lonnerstadt" und seine Lebensgefährtin sind wegen schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der vorsitzende Richter bescheinigte den beiden "Komplettversagen" bei der Erziehung. Sie hatten dem damals zwölfjährigen Kilian B., der an Mukoviszidose erkrankt war, lebensnotwendige Medikamente vorenthalten. Während der drei Jahre in der Sekte hat sich seine Lungenfunktion halbiert. Als er entkam, wog er nur noch 28 Kilo.

      Die Berichterstattung über die ehemaligen "Sektenkinder" bei Menschen hautnah hatte zu einem enormen Echo in der Bevölkerung geführt. Die Betroffenen erstatteten nach fast zehn Jahren des Schweigens Strafanzeige gegen den Guru und ihre Mutter. Eineinhalb Jahre später wurde nun der Richterspruch gefällt.

      Die Gefängnisstrafe des Gurus wird für den Rest der Gruppe Folgen haben. Einer weiteren Familie wurden bereits im vergangenen Jahr die Kinder entzogen. Sie sind in einer Einrichtung und bei Pflegeeltern untergebracht. Inzwischen gibt es sporadische Kontakte zu den Großeltern. Menschen hautnah hatte über das Schicksal der Kinder Radha, Johannes und Michael berichtet und zahlreiche Fragen aufgeworfen:

      Ist es in Ordnung, wenn Eltern ihre Kinder nachts um vier zur Meditation wecken, auch wenn sie später in der Schule vor Müdigkeit einschlafen? Darf es sein, dass Kinder keinen Kontakt zu Gleichaltrigen haben, auch wenn sie sich nach Freunden sehnen? Müssen sie in absoluter Armut leben, weil die Eltern sich vom Materialismus lösen wollen? Ist es akzeptabel, dass sie ohne Krankenversicherung und ohne ärztliche Versorgung aufwachsen müssen, wenn der Guru das für richtig hält?

      Wie die Verhandlungen im Strafprozess gezeigt haben, sind die Eltern Bärbel und Peter noch immer eng mit dem Guru verbunden. Aktuell finanzieren sie sogar einen Teil seines Lebensunterhalts, da die Mutter nun wieder als Lehrerin tätig ist. Eine eigene Schuld im Umgang mit ihren Kindern können sie offensichtlich nach wie vor nicht erkennen. Bis auf weiteres bleiben diese in einem Heim und bei einer Pflegefamilie.

      Nach dem Gerichtsurteil fragen wir bei den zuständigen Behörden in Erlangen-Höchstadt nach: Wie steht das Jugendamt zu seiner Verantwortung, jahrelang nichts für das Kindeswohl unternommen zu haben? Wie geht es den Kindern Radha, Johannes und Michael heute?

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