• 04.12.2016
      12:03 Uhr
      Presseclub Direktwahl und Volksentscheide - muss unsere Demokratie renoviert werden? | Das Erste
       

      Viele Menschen sind mit der Politik unzufrieden. Das zeigen auch gesunkene Wahlbeteiligungen. Als „Heilmittel“ gegen Politikverdrossenheit werden wieder intensiver Volksentscheide auch auf Bundesebene in Deutschland gefordert. Wären Volksentscheide ein „kreatives“ oder doch eher ein „destruktives“ Element für unsere Demokratie? Zu Gast:

      • Hans-Ulrich Jörges (Mitglied der Chefredaktion, Stern)
      • Niklaus Nuspliger (EU-Korrespondent, Neue Zürcher Zeitung)
      • Birgit Wentzien (Chefredakteurin, Deutschlandfunk)
      • Dieter Wonka (Chefkorrespondent im Hauptstadtbüro, Redaktionsnetzwerk Deutschland)

      Moderation: Jörg Schönenborn

      Sonntag, 04.12.16
      12:03 - 12:45 Uhr (42 Min.)
      42 Min.

      Viele Menschen sind mit der Politik unzufrieden. Das zeigen auch gesunkene Wahlbeteiligungen. Als „Heilmittel“ gegen Politikverdrossenheit werden wieder intensiver Volksentscheide auch auf Bundesebene in Deutschland gefordert. Wären Volksentscheide ein „kreatives“ oder doch eher ein „destruktives“ Element für unsere Demokratie? Zu Gast:

      • Hans-Ulrich Jörges (Mitglied der Chefredaktion, Stern)
      • Niklaus Nuspliger (EU-Korrespondent, Neue Zürcher Zeitung)
      • Birgit Wentzien (Chefredakteurin, Deutschlandfunk)
      • Dieter Wonka (Chefkorrespondent im Hauptstadtbüro, Redaktionsnetzwerk Deutschland)

      Moderation: Jörg Schönenborn

       

      Viele Menschen sind mit der Politik unzufrieden. Das zeigen auch gesunkene Wahlbeteiligungen. Als „Heilmittel“ gegen Politikverdrossenheit werden wieder intensiver Volksentscheide auch auf Bundesebene in Deutschland gefordert. Seriöse Befürworter von mehr direkter Demokratie wollen Parteien und Parlamente nicht überflüssig machen, fordern aber mehr Macht für das Volk bei wichtigen Themen. Ihre Frage: Warum sollte nicht auch im Bund gehen, was auf kommunaler Ebene oder in den Bundesländern funktioniert? Die Gegner fürchten noch mehr Einfluss rechtspopulistischer Politiker - so wie die radikalen Wortführer der „Brexit“-Kampagne die knappe Mehrheit der Briten nur mit Lügen über die angeblichen Vorteile des EU-Austritts erreicht hätten. Oder verweisen auf Österreich, wo bei der direkten Wahl des Bundespräsidenten an diesem Sonntag (04.12.2016) ein rechtsgerichteter Politiker gute Chancen hat, gewählt zu werden.

      Wären Volksentscheide ein „kreatives“ oder doch eher ein „destruktives“ Element für unsere Demokratie? Ist das weitgehende Schweizer Modell der Volksbefragungen übertragbar? Entscheiden eher Zufall und Stimmungen statt Sachkenntnis? Kann man komplexe Fragen auf nationaler oder EU-Ebene tatsächlich in ein „Ja“ oder „Nein“ pressen? Zu Gast bei Jörg Schönenborn sind diesmal:

      • Hans-Ulrich Jörges (Mitglied der Chefredaktion, Stern)

      Nach einer Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Nachrichtenagentur „VWD“ absolvierte Hans-Ulrich Jörges ein geisteswissenschaftliches Studium. Anschließend war er Büroleiter bei der Nachrichtenagentur „Reuters“ sowie Korrespondent der „Süddeutschen Zeitung“. 1989 ging er als Politik-Chef zum „Stern“. 1992 wechselte er zur Zeitung „Die Woche“, zunächst als Ressortleiter Politik, später Chefredakteur. Ab Mai 2002 war er stellvertretender Chefredakteur des „Stern“ und Leiter des Hauptstadtbüros. 2009 erschien sein Buch „Regierung verzweifelt gesucht. Zwischenrufe zum Zustand der Berliner Republik“. Hans-Ulrich Jörges ist seit September 2007 Mitglied der Chefredaktion des „Stern“ und Chefredakteur für Sonderaufgaben des Verlags Gruner und Jahr.

      • Niklaus Nuspliger (EU-Korrespondent, Neue Zürcher Zeitung)

      Niklaus Nuspliger studierte Politikwissenschaften und Internationale Beziehungen in Genf, Madrid und Sydney und arbeitete als freier Mitarbeiter für die Berner Tageszeitung „Der Bund“. Nach seinem Volontariat im Jahr 2007 begann er als Redaktor in der Inlandsredaktion der „Neue Zürcher Zeitung (NZZ)“ in Zürich. Nach dreijähriger Tätigkeit als Hauptstadtkorrespondent in Bern ging Niklaus Nuspliger für die „NZZ“ nach New York. Seit Ende 2013 ist er politischer Korrespondent in Brüssel. Dort berichtet er über die EU, die Nato, den Internationalen Strafgerichtshof sowie über die Benelux-Staaten.

      • Birgit Wentzien (Chefredakteurin, Deutschlandfunk)

      Birgit Wentzien machte eine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule und studierte Kommunikationswissenschaften und Politologie in München. 1985 volontierte sie beim Süddeutschen Rundfunk (SDR) in Stuttgart und arbeitete anschließend als Redakteurin, Moderatorin und Autorin im Bereich Politik für den Sender. 1993 wechselte Birgit Wentzien zunächst als Korrespondentin ins SWR-Studio nach Berlin, das sie ab 2004 leitete. Seit 2012 wechselte ist sie Chefredakteurin des Deutschlandfunks.

      • Dieter Wonka (Chefkorrespondent im Hauptstadtbüro, Redaktionsnetzwerk Deutschland)

      Dieter Wonka studierte Soziologie und Politologie. Nach seinem Volontariat begann er nach verschiedenen Stationen, wie unter anderem Stuttgart, Kiel, Wiesbaden, Hannover 1982 als bundespolitischer Korrespondent in Bonn. Er kam vom „Stern“ zur Verlagsgesellschaft Madsack. Seit 1998 berichtet Dieter Wonka über bundespolitische Themen aus Berlin unter anderem 12 Jahre lang für die „Leipziger Volkszeitung“. Heute ist er Chefkorrespondent im Hauptstadtbüro des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“, zu dem über 30 Tageszeitungen gehören.

      Der Presseclub ist eine aktuelle Diskussionssendung, in der das jeweils wichtigste politische Thema der Woche aufgearbeitet wird. Journalistinnen und Journalisten mit unterschiedlichen Standpunkten analysieren aus unterschiedlichen Blickwinkeln politische Ereignisse und Entwicklungen. Dabei wird der Hintergrund von Schlagzeilen aufgehellt, und es entsteht im Dialog ein Wettstreit um die Interpretation von politischen Vorgängen. Für das Publikum ergibt sich damit ein Angebot von Meinungen, die sich in der Diskussion überprüfen lassen müssen und auf diese Weise ihre Glaubwürdigkeit und Plausibilität unter Beweis stellen müssen.

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