• 13.02.2018
      22:05 Uhr
      Mythos Dresden - Der lange Schatten einer Bombennacht Film von André Meier | MDR FERNSEHEN
       

      Mehr als 100 deutsche Städte wurden im Verlaufe des II. Weltkriegs zum Ziel alliierter Luftangriffe. Über eine halbe Million Menschen verloren dabei ihr Leben. Doch kein Name auf der langen Liste, der von den Bombern der Royal Air Force und der United States Army Air Forces heimgesuchten Städte, erlangte solch eine traurige Berühmtheit wie die alte sächsische Residenz Dresden. Über 70 Jahre nach der Bombennacht des Februar 1945 versucht die Dokumentation, im Gespräch mit Zeitzeugen, Historikern und Archäologen darauf Antworten zu geben.

      Dienstag, 13.02.18
      22:05 - 22:48 Uhr (43 Min.)
      43 Min.

      Mehr als 100 deutsche Städte wurden im Verlaufe des II. Weltkriegs zum Ziel alliierter Luftangriffe. Über eine halbe Million Menschen verloren dabei ihr Leben. Doch kein Name auf der langen Liste, der von den Bombern der Royal Air Force und der United States Army Air Forces heimgesuchten Städte, erlangte solch eine traurige Berühmtheit wie die alte sächsische Residenz Dresden. Über 70 Jahre nach der Bombennacht des Februar 1945 versucht die Dokumentation, im Gespräch mit Zeitzeugen, Historikern und Archäologen darauf Antworten zu geben.

       

      Mehr als 100 deutsche Städte wurden im Verlaufe des II. Weltkriegs zum Ziel alliierter Luftangriffe. Über eine halbe Million Menschen verloren dabei ihr Leben. Doch kein Name auf der langen Liste, der von den Bombern der Royal Air Force und der United States Army Air Forces heimgesuchten Städte, erlangte solch eine traurige Berühmtheit wie die alte sächsische Residenz Dresden. Bereits wenige Tage nach dem verheerenden Angriff auf Dresdens Altstadt im Februar 1945 begann die politische Instrumentalisierung der Katastrophe. Auf Anweisung des Reichspropagandaministers Goebbels wurden die Opferzahlen in die Höhe getrieben. Im Gegenzug bemühten sich Briten und Amerikaner, den Angriff auf die Barockstadt als militärische Notwendigkeit zu legitimieren: "Dresden war in Wirklichkeit", so schrieb der für die Planung des Angriffs verantwortliche britische Marshall Arthur Harris im März 1945, "ein Haufen von Rüstungsfabriken, ein intaktes Verwaltungszentrum und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Das alles ist es jetzt nicht mehr."

      Damit waren die Eckpfeiler für die bis heute anhaltende Debatte um Dresden vorgegeben: Auf der einen Seite wurde die Stadt zum deutschen Hiroshima und unschuldige Opfer eines Terrorangriffs stilisiert, auf der anderen Seite ihre Zerstörung als mehr oder minder bedauerlicher Kollateralschaden oder legitimer Vergeltungsschlag abgetan.

      Dresden wurde zum Mythos. Daran änderte sich auch nicht viel, als eine Historikerkommission nach über fünfjähriger interdisziplinärer Forschungsarbeit 2010 endlich ihren Abschlussbericht vorlegte und die Opferzahl konkretisierte. Schwankten die Angaben vorher zwischen 35.000 und einer Million, so wurden sie nun in der Spanne zwischen mindestens 18.000 und maximal 25.000 festgeschrieben.

      Dennoch bleibt die Frage, warum ausgerechnet die weltberühmte Barockstadt wenige Wochen vor Kriegsende zum Ziel eines so verheerenden alliierten Luftschlags wurde. Welchen militärischen und politischen Nutzen versprachen sich Briten und Amerikaner von der planmäßigen Vernichtung der Dresdner Altstadt? Wie war die sächsische Gauhauptstadt auf den Angriff vorbereitet, wie die Dresdner? Und wie ist zu erklären, dass sich gerade Dresdens Name in das kollektive Gedächtnis einbrennen und zum Synonym für eine fragwürdige Kriegsführung werden konnte?

      Über 70 Jahre nach der Bombennacht des Februar 1945 versucht die Dokumentation, im Gespräch mit Zeitzeugen, Historikern und Archäologen darauf Antworten zu geben.

      Film von André Meier

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