• 15.09.2010
      01:20 Uhr
      Die Welt des Claude Chabrol Dokumentarfilm Deutschland 2003 - Zum Tode von Claude Chabrol | BR Fernsehen
       

      In einem Interview mit dem leidenschaftlichen Filmemacher Claude Chabrol blättert Eckhart Schmidt "Die Welt des Claude Chabrol" auf. Chabrol nimmt Stellung zu den Grundthemen, die seine Arbeiten durchziehen.

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 15.09.10
      01:20 - 01:50 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Neu im Programm
      Stereo

      In einem Interview mit dem leidenschaftlichen Filmemacher Claude Chabrol blättert Eckhart Schmidt "Die Welt des Claude Chabrol" auf. Chabrol nimmt Stellung zu den Grundthemen, die seine Arbeiten durchziehen.

       

      Er zeigt das Bürgertum und die Abgründe hinter der wohlanständigen Fassade, schildert die Ver- und Zerstörungen, die durch Leidenschaft, Liebe und Hass, Gier nach Geld und Anerkennung, Angst vor der Entlarvung, Vorverurteilung und Vorurteil angerichtet werden.

      Am Samstag, den 11. September, starb der französische Meisterregisseur im Alter von 80 Jahren in seiner Heimatstadt Paris. Claude Chabrol, Jahrgang 1930, war Autor (meist seiner eigenen Filme) und Regisseur, etliche Male Produzent und gelegentlich brillanter Schauspieler in einer Person. Seine Liebe zum Kino begann schon in der Kindheit. Zunächst Kritiker bei den stilbildenden "Cahiers du Cinéma", wurde er 1958 mit seinen beiden ersten Spielfilmen "Die Enttäuschten" (Le beau Serge) und "Schrei, wenn du kannst" (Les Cousins) gleich zum Mitbegründer der "Nouvelle Vague", die nicht nur das französische Kino entscheidend veränderte.
      Sein Markenzeichen aber wurde etwas später ein elegantes, hochintelligentes und zugleich populäres Kino - eine Rarität: Chabrol begeisterte die Kritiker u n d das Publikum gleichermaßen. In seinen perfiden Kriminalstücken zeigt er die Abgründe hinter der scheinbar heilen Fassade der (groß-)bürgerlichen Wohlanständigkeit auf: "Die untreue Frau", "Das Biest muss sterben", "Der Schlachter" oder "Blutige Hochzeit" heißen die filmischen Höhepunkte. Die Grenzen zwischen Gut und Böse sind in seinen Filmen fließend, die Täter sind auch Opfer, die Opfer keineswegs nur Sympathieträger. Geschieht ein Mord, ist die Kriminalgeschichte nur Vorwand für einen genaueren, schärferen Blick auf die vertrackten Beziehungen zwischen den Figuren.
      Nach einer kreativen Krise Ende der 70er Jahre feierte Chabrol 1982 mit "Die Fantome des Hutmachers" nach George Simenon ein grandioses Comeback. Dann folgte ein Meisterwerk nach dem anderen: Thriller um "Inspektor Lavardin", historische Filme wie "Eine Frauensache" oder die aufwendige Flaubert-Verfilmung "Madame Bovary" und "Die Farbe der Lüge", mit dem er nahtlos an seine genialen Entlarvungs-Stücke der frühen 70er Jahre anknüpft und auf der Berlinale 1999 mit seinem Raffinement und seiner Schauspielerführung alle hinter sich ließ.
      2009 stellte Chabrol bei der Berlinale "Kommissar Bellamy" vor - seinen letzten Film - und wurde für sein fast 60 Spielfilme umfassendes Lebenswerk ausgezeichnet.

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      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 15.09.10
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