• 11.07.2011
      00:20 Uhr
      Grüße aus Kaschmir Spielfilm Deutschland 2004 | arte
       

      Landei Lisa zieht nach München und verliebt sich in Sharif Mishra, einen Moslem aus Kaschmir, der als Ingenieur in Deutschland arbeitet. Um das gemeinsame Glück nicht zu gefährden, behält jeder ein Geheimnis für sich ...

      Nacht von Sonntag auf Montag, 11.07.11
      00:20 - 01:50 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Landei Lisa zieht nach München und verliebt sich in Sharif Mishra, einen Moslem aus Kaschmir, der als Ingenieur in Deutschland arbeitet. Um das gemeinsame Glück nicht zu gefährden, behält jeder ein Geheimnis für sich ...

       

      Lisa ist nach München gezogen, um mit ihrem Leben als naives Landei zu brechen. In einem Club lernt sie den gutaussehenden Sharif kennen und geht gleich in die Vollen und landet im Bett des quasi Fremden. Eigentlich sollte es bei dieser einen Nacht bleiben, doch Lisa muss feststellen, dass sie schwanger ist.

      Lisa sieht sich mit einer Menge neuer Schwierigkeiten konfrontiert, mit denen sie fertig werden muss. Sie ist neu in der Großstadt, schwanger von einem fast Unbekannten und was es auch nicht einfacher macht: Sharif ist ein Moslem aus Kaschmir, weshalb seine Reaktion schwer einzuschätzen ist. Einzig Tanja, ihre Arbeitskollegin im Tonstudio, weiht sie in ihre turbulenten Lebensumstände ein.

      Trotz anfänglicher Bedenken spinnen Lisa und Sharif allmählich zärtliche Fäden zueinander und es entwickelt sich eine Liebe fernab von weltlichen Problemen - wie es scheint. Doch sowohl Lisa als auch Sharif halten ein Geheimnis in sich verschlossen. Für Lisa scheint die Zeit noch nicht gekommen, Sharif von dem wachsenden Kind in ihrem Bauch zu erzählen.

      Als Sharifs Bruder Tajjab Mishra, Mitglied eines terroristischen Netzwerkes, unerwartet auftaucht, hat die beschwingte Leichtfüßigkeit des Liebespaares ein Ende. Tajjab, der auf der Fahndungsliste der Polizei ganz oben steht, möchte Sharif für einen Rachefeldzug gewinnen. Bei dem Einzug des indischen Militärs in Kaschmir wurden die Eltern der Brüder ermordet. Sharif gerät in einen Gewissenskonflikt. Unterstützt er seinen Bruder, weil dieser ihn damals vor dem indischen Militär gerettet hat oder dreht er der Vergangenheit den Rücken zu und lässt sich auf sein neues Leben in München und seine neue Liebe ein?

      Diese innere Zerrissenheit Sharifs und seine zunehmende Abwendung quälen Lisa. Aus Verzweiflung und aus Angst um den Vater ihres ungeborenen Kindes glaubt sie, selbst handeln zu müssen und unterstützt die Fahnder bei der Suche nach Sharif und hofft, dadurch Schlimmeres zu verhindern.

      "Grüße aus Kaschmir" erzählt sensibel die aufgrund der Begebenheiten nur sehr kurz andauernde Liebesgeschichte zweier Menschen, die unterschiedlichen kulturellen Kontexten entstammen. Regisseur Miguel Alexandre führt sein Publikum anhand der stillen, zerbrechlichen Liebesgeschichte an den politischen Konflikt in Kaschmir heran. 2005 wurde "Grüße aus Kaschmir" in der Kategorie Fiktion/Unterhaltung mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.
      Der gebürtige Portugiese Miguel Alexandre erhielt bereits 1993 für seinen Kurzfilm "About War" als bester ausländischer Studentenfilm eine Oscarnominierung. Sein Abschlussfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film in München, "Nana" (1995), erhielt den Deutschen Jugendvideopreis und eine Nominierung für den Adolf-Grimme-Preis. Ein Goldener Löwe und ein TeleStar wurden ihm für das Psychodrama "Der Pakt - Wenn Kinder töten" (1997) zuerkannt. Sein Kinodebüt hatte Alexandre im Jahr 2000 mit dem Spielfilm "Gran Paradiso", der bei den Internationalen Filmfestspielen von Fort Lauderdale in Florida mit dem President Award ausgezeichnet wurde. Er führte unter anderem Regie für den Politthriller "Macht" (1998), "Die Diebin und der General" (2005) - jeweils mit Katja Riemann - und "Störtebeker" (2006). 2005 wurde er für seine Regiearbeit für "Grüße aus Kaschmir" mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Sein Geschichtsdrama "Die Frau vom Checkpoint Charlie" (2007) mit Veronika Ferres wurde 2008 für den deutschen Fernsehpreis nominiert. "Schicksalsjahre" (2011) nach dem Buch "Vom Glück nur ein Schatten", sowie "Der Mann mit dem Fagott" (2011) zählen zu Alexandres aktuellen Fernseharbeiten.

      Bernadette Heerwagen arbeitete für "Grüße aus Kaschmir", der auf dem Filmfest in München 2004 bereits Erfolge feierte, nicht zum ersten Mal mit Miguel Alexandre zusammen. Bereits für seinen Abschlussfilm "Nana" (1995) entdeckte er die damals 17-jährige Schauspielerin. Ebenso stand sie für seinen Liebesfilm "Schutzengel gesucht" im Jahre 2001 vor der Kamera. Für ihre Rolle der Leni in Julian Roman Pölslers zweiteiliger Ludwig-Anzengruber-Verfilmung "Der Schandfleck" (1998) wurde die junge Schauspielerin 2000 mit dem Bayerischen Fernsehpreis und mit Österreichs höchster Auszeichnung, dem Publikumspreis Romy, geehrt.

      René Ifrah absolvierte seine Ausbildung an der "LaGuardia Highschool for Performing Arts" in New York und steht seit 1999 in Deutschland vor der Kamera. 2001 spielte er eine kleinere Rolle in dem Bruce-Willis-Film "Das Tribunal" und überzeugte 2002 in "September", Max Färberböcks Auseinandersetzung mit dem Terroranschlag vom 11. September. Ifrah hatte zudem Auftritte in den Fernsehserien "SK Kölsch", "Berlin, Berlin" oder "Der letzte Zeuge". 2004 war er für seine Rolle in dem Zweiteiler "Das Blut der Templer" in der Kategorie Schauspiel für den "Förderpreis Deutscher Film" auf dem Münchner Filmfest nominiert. Die jüngsten Fernsehfilme, in denen er mitwirkte, waren "Die Sache mit dem Glück" (2008, Regie: René Heisig) und "Das 100 Millionen Dollar Date" (2007, Regie: Josh Broecker).

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 11.07.11
      00:20 - 01:50 Uhr (90 Min.)
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