• 09.08.2010
      22:40 Uhr
      Naganos Kinderlieder Dokumentarfilm Deutschland 2010 | arte
       

      Japanische Kinderlieder aus dem 19. Jahrhundert in einem faszinierenden Konzertprojekt von Kent Nagano: Nadja Frenz begleitete Nagano, Peter Schmidt und Jean-Pascal Beintus zwei Jahre lang von Hamburg bis nach Montreal.

      Montag, 09.08.10
      22:40 - 23:35 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Japanische Kinderlieder aus dem 19. Jahrhundert in einem faszinierenden Konzertprojekt von Kent Nagano: Nadja Frenz begleitete Nagano, Peter Schmidt und Jean-Pascal Beintus zwei Jahre lang von Hamburg bis nach Montreal.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Nadja Frenz

      Vor gut vier Jahren hörte der weltberühmte Dirigent Kent Nagano von seiner Tochter das erste Mal traditionelle japanische Kinderlieder: Die damals sechsjährige Karin Kei hatte sie in ihrem Kindergarten in Paris gelernt und ihren Eltern am Frühstückstisch vorgesungen. Der 58-Jährige Nagano war berührt von diesen Liedern, der Musik und den Texten, und forschte nach ihrem Ursprung.
      In Japan bezeichnet man sie auch als "Shoka", Schullieder. Sie basieren auf der Lyrik bekannter japanischer Dichter und orientieren sich an der westlichen Musiksprache. Die Lieder sind während und nach der Meiji-Restauration - Ende des 19. und im 20. Jahrhundert - entstanden. Japan öffnete sich dem Westen nach fast 250 Jahren der Abgeschlossenheit. Mal geht es in den Texten um die einfachen Dinge des Alltags, dann werden die Fremden besungen, die ins Land kommen oder auch die Japaner, die ins Ausland gehen, um der Armut zu Hause zu entgehen - so wie auch der Großvater von Kent Nagano vor 90 Jahren aus Japan in die USA ausgewandert ist.
      Doch die Tradition, Kindern Lieder vorzusingen, stirbt in Japan ebenso aus wie hierzulande. Damit drohte einem wichtigen Stück Kulturgeschichte der Untergang. Kent Nagano beschloss, die Kinderlieder vor dem Vergessen zu bewahren. Er sammelte so viele Lieder wie möglich - wie einst die Gebrüder Grimm in Deutschland ihre Märchen.
      Kent Nagano wollte die Lieder aber nicht nur sammeln und konservieren. Er beschloss, sie zeitgemäß zu interpretieren und mit einem großen Orchester aufzuführen. Der französische Komponist Jean-Pascal Beintus, der unter anderem die Filmmusik für "Coco Chanel" komponierte, arrangierte die Kinderlieder neu für ein großes Orchester.
      Der Hamburger Gestaltungskünstler Peter Schmidt, der mehr als 100 Parfümflakons, Logos und Verpackungen entworfen und mit seiner Arbeit für Luxusmarken zu einem Star im Designgeschäft wurde, schuf die Animationen zu den Kinderliedern. Sein Leben lang hat sich Peter Schmidt für Japan interessiert und für seine ästhetische Tradition begeistert. Er ist insofern ein kongenialer Partner. Im Februar 2010 wurden "Naganos Kinderlieder" zum ersten Mal in Montreal aufgeführt, in der Konzertreihe "Mysteries of Japan" des Orchestre symphonique de Montréal.

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      Montag, 09.08.10
      22:40 - 23:35 Uhr (55 Min.)
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