• 02.08.2020
      16:00 Uhr
      Das große Welttheater Salzburg und seine Festspiele - Schwerpunkt: 100 Jahre Salzburger Festspiele – Die Jubiläumsausgabe | arte
       

      Im 100. Jahr der berühmten Salzburger Festspiele gewährt der szenische Dokumentarfilm einen Blick auf die Dramen und unbekannten Ereignisse, die sich hinter der Bühne abspielten. Von ihrer Gründung 1920 über den künstlerischen Widerstand nach Hitlers Machtergreifung und den Neustart 1945 bis zur Ära Karajan und einem Ausblick in die Gegenwart. Der Schauplatz ist Schloss Leopoldskron, wo sich die Schlüsselfiguren der Festspielgeschichte zu einem besonderen Diner treffen. Grundlage ihrer Dialoge sind authentische Äußerungen der historischen Figuren.

      Sonntag, 02.08.20
      16:00 - 17:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

      Im 100. Jahr der berühmten Salzburger Festspiele gewährt der szenische Dokumentarfilm einen Blick auf die Dramen und unbekannten Ereignisse, die sich hinter der Bühne abspielten. Von ihrer Gründung 1920 über den künstlerischen Widerstand nach Hitlers Machtergreifung und den Neustart 1945 bis zur Ära Karajan und einem Ausblick in die Gegenwart. Der Schauplatz ist Schloss Leopoldskron, wo sich die Schlüsselfiguren der Festspielgeschichte zu einem besonderen Diner treffen. Grundlage ihrer Dialoge sind authentische Äußerungen der historischen Figuren.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Beate Thalberg

      Salzburg war das einzige Festival weltweit mit einem gesellschaftsphilosophischen Programm, das sich schon kurz nach dem Ersten Weltkrieg ein vereinigtes Europa und die Kunst als Mittel zum Frieden auf die Fahnen schreibt. Avantgarde bei den Festspielen? In den 20er und 30er Jahren bestimmen Regisseurinnen wie Margarete Wallmann mit neuer Sachlichkeit und modernem Ausdruckstanz die Bühne. Salzburg - eigentlich ein Zufall; auch in der Schweiz oder in Deutschland hatte sich der Festpielgründer schon nach einem geeigneten Ort umgesehen.

      Stardirigent Arturo Toscanini, der 1933 von der deutschen Regierung verlangt, sofort die Verfolgung von Juden zu stoppen, und als dies nicht geschieht, erbost sein Stammfestival Bayreuth in Richtung Salzburg verlässt, um hier eine künstlerische Widerstandburg gegen den Nationalsozialismus zu gründen. Der französische Schriftsteller Mauriac schreibt begeistert: „Deutschland hat keinen schlimmeren Feind als Mozart!“

      Nachdem Hitlerdeutschland die Salzburger Festspiele 1933 boykottiert, erweist sich Frankreich als Retter. Führende französische Zeitungen wie „Le Temps“ drängen ihre Landsleute, die Festspiele zu besuchen, um die österreichische Unabhängigkeit und Wirtschaft zu unterstützen. Zur „Association Mozart-Paris-Salzbourg“ in Paris gehören 600 einflussreiche Personen, die Mitgliederliste liest sich wie der Gotha. Und so ist es auch dem Anstieg der französischen Gäste zu verdanken, dass die Festspiele 1933 überleben.

      Der Film enthüllt auch, wie sehr Salzburg immer von der Lokalpolitik abhängig war. Der 28-jährige Erneuerer der Festspiele, Komponist Gottfried von Einem, wird über eine politische Intrige stolpern. Und „Weltmusiker“ Herbert von Karajan beherrscht genauso wie die Festivalgründer die Kunst der Vernetzung, bis die globale Klassikindustrie ihre weltweiten Millionengeschäfte allsommerlich in der „bedeutendsten Provinzstadt der Welt“ abwickelt.

      Unbekanntes Filmmaterial aus weltweit 30 Archiven zeigt neue Facetten des Festivals. So konnten nicht nur Sequenzen von Reinhardts Festspielfamilie aus 1927 in sommerlicher Ausgelassenheit gefunden werden, sondern auch nie gesehenes Material mit Dichter Hugo von Hofmannsthal oder Opernstar Anna von Mildenburg sowie zahlreiche Privatfilme, von der österreichischen Schauspielerdynastie Thimig, Dirigent Bruno Walter bis Hollywoodstar Douglas Fairbanks junior. Letzterer Film, heute im Besitz der Oscar Academy, zeigt eine vergnügte Marlene Dietrich in Lederhosen als Festspielgast und die ganz junge Hedy Lamarr im Publikum des „Jedermann“ auf dem Salzburger Domplatz.

      Dokumentation Österreich / Frankreich / Deutschland 2019

      • Schwerpunkt:100 Jahre Salzburger Festspiele – Die Jubiläumsausgabe

      Vom 01. bis 30. August 2020 begleitet ARTE die 100. Salzburger Festspiele mit einem täglichen Streaming-Rendezvous auf ARTE Concert. Jeden Abend um 20.30 Uhr dürfen sich die ZuschauerInnen im Netz unter arte.tv/salzburg auf Übertragungen von den diesjährigen Salzburger Festspielen 2020 freuen. Den Auftakt macht am 1. August 2020 die live zeitversetzte Übertragung von Richard Strauss' Oper "Elektra" in einer Inszenierung von Krzysztof Warlikowski und unter der musikalischen Leitung von Franz Welser-Möst. Die Titelrolle singt Ausrine Stundyte.
      Ein weiterer Höhepunkt im Netz wird etwa der Salzburg-Klassiker "Jedermann" von Festival-Mitbegründer Hugo von Hoffmansthal sein, unter der Regie von Michael Sturminger und mit Tobias Morreti in der Titelrolle.
      Neben dem täglichen Online-Angebot verwöhnt ARTE sein Klassik-Publikum auch im TV. Dokumentationen und Highlights vergangener Festspiele werden im August ebenso auf dem Programm stehen wie die Höhepunkte des diesjährigen Festivals: Am 2. August 2020 zeigt der ARTE um 16.00 Uhr die Dokumentation "Das große Welttheater - Salzburg und seine Festspiele", welche die 100-jährige Geschichte des Festivals beleuchtet, bevor um 17.00 Uhr Christof Loys Inszenierung von Mozarts "Così fan tutte" unter der Leitung von Joana Mallwitz und mit Elsa Dreisig, Marianne Crebassa und Andrè Schuen live von den Festspielen übertragen wird. Begleitet werden die beiden Sendungen an diesem Tag von der ARTE-Moderatorin Annette Gerlach, live aus Salzburg.Am 23. August überlässt ARTE zunächst Daniel Barenboim und dem West-Eastern Divan Orchestra das Pult, bevor Igor Levit einen Teil seines Beethoven-Zyklus' vom diesjährigen Festival präsentiert.
      Anschließend dürfen Festspielfans dann in Erinnerungen an das Jahr 2017 schwelgen: ARTE wiederholt Verdis Oper "Aida", mit Anna Netrebko in der Hauptrolle. Darüber hinaus darf sich das Fernsehpublikum am 30. August auf die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Andris Nelsons freuen.Mit den "Sternstunden der Musik" erwartet SalzburgliebhaberInnen am 9. August 2020 um 17.55 Uhr außerdem eine Dokumentation, die die legendäre Aufführung von Richard Strauss' "Der Rosenkavalier" unter der Leitung von Herbert von Karajan aus dem Jahr 1960 wiederaufleben lässt. Die Oper wurde damals zur Eröffnung des neuen Festspielhauses aufgeführt und zeigt Starsopranistin Elisabeth Schwarzkopf in einer der bedeutendsten Rollen ihres Lebens.

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