• 13.06.2020
      17:15 Uhr
      ARTE Reportage Kuba: Alles Bio | arte
       
      • Kuba: Alles Bio
      • Mexiko: Die Kartelle geben sich „viral-sozial“
      • Hongkong: Die letzte Schlacht um die Freiheit

      Samstag, 13.06.20
      17:15 - 18:10 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo
      • Kuba: Alles Bio
      • Mexiko: Die Kartelle geben sich „viral-sozial“
      • Hongkong: Die letzte Schlacht um die Freiheit

       
      • Alles Bio

      Aus purer Not begannen die Kubaner vor 30 Jahren, ihre Äcker zum großen Teil auf Bio-Landbau umzustellen. Auf Kuba produzieren heute allein 4.000 landwirtschaftliche Kleinbetriebe in den Städten jährlich 1,5 Millionen Tonnen Gemüse, ohne Pestizide, Herbizide und Kunstdünger – vor allem für die Kunden in der unmittelbaren Nachbarschaft. Dieses kleine Wunder, und ganz nebenbei der Traum vieler Vordenker in den reichen Industrienationen, entwickelte sich auf der Karibikinsel nach einem historischen Desaster für die rote Diktatur. Denn mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1990 verlor Kuba mit einem Schlag seinen wichtigsten Verbündeten und treuesten Förderer. Nach der Kuba-Krise und dem Embargo durch die USA 1962 war vor allem die Sowjetunion Kubas überlebenswichtiger Handelspartner: Sie lieferte Öl, Pestizide, Kunstdünger und Herbizide. Also rief der große Führer Fidel Castro die Bio-Revolution aus, um eine Hungersnot zu verhindern – Wissenschaftler und Bauern entwickelten über die Jahre Alternativen aus der Natur, um ohne Chemie zu ackern und zu pflanzen. Heute sieht man den Erfolg vor allem an den Bienen. Während weltweit die Insekten an der Agrochemie in der Industrielandwirtschaft sterben, sind die Bienen auf Kuba voll in Form. Dort sterben nicht wie bei uns jeden Winter 20 bis 30 Prozent der Völker. Kuba produziert heute Honig garantiert ohne Pestizide, der in der ganzen Welt begehrt ist. Kuba könnte, bei allen seinen Mängeln und Fehlern im System und den gravierenden Verstößen gegen die Menschenrechte, immerhin beim Bio-Landbau ein Vorbild sein.

      • Mexiko: Die Kartelle geben sich „viral-sozial“

      Angesichts eines stark geschwächten Staates spielen die Drogenkartelle die Rolle der Samariter gegen Covid-19. Die Pandemie hat auch dem Drogenhandel geschadet. Allerdings nutzen die kriminellen Kartelle gerade die Krise, um sich als Helfer in der Not aufzuspielen. In den sozialen Netzwerken kursieren Videos der „Guten Tat“: Maskierte und schwer bewaffnete Männer verteilen Hilfspakete in den abgelegenen und armen Regionen Mexikos, gefüllt mit Lebensmitteln, Desinfektionsspray und auch Bargeld – auf der Tüte prangt der Stempel der Drogen-NGO. Ihr kriminelles Ziel ist klar, sie wollen um Sympathie werben, in diesen Zeiten, in denen die Regierung unter dem neuen links-populistischen Präsidenten große Mühe hat, das Volk vor der Pandemie und ihren brutalen wirtschaftlichen Folgen zu schützen. Diese neue giftige Saat gegen die Autorität der Behörden könnte aufgehen, denn in Mexiko leben viele Menschen als Tagelöhner, ohne jede soziale Absicherung von Seiten des Staates.

      • Hongkong: Die letzte Schlacht um die Freiheit

      Das neue Sicherheitsgesetz, am 28. Mai von Chinas Parlament beschlossen, soll Hongkong wohl in Ketten legen. „Ein Land, zwei Systeme“, so lautete die Garantie für Hongkong bis 2047, beschlossen bei der Rückgabe der ehemaligen britischen Kronkolonie an China. Doch am 28. Mai schuf Chinas Präsident Xi Jinping Fakten, mit einem neuen Sicherheitsgesetz: Sämtliche Aktivitäten, die China als gefährlich für die nationale Sicherheit einschätzt, soll das neue Gesetz "verhindern, stoppen und bestrafen". Dabei gehe es um alles was geeignet sei, "das Land zu spalten, die Staatsgewalt zu untergraben", also "terroristische Aktivitäten und anderes Verhalten".
      Damit verschärft China dramatisch die Lage für die demokratische Bewegung in Hongkong: Letzten Jahres erst protestierten dort zehntausende gegen das damals geplante Gesetz zur Auslieferung von Straftätern an China – das führte zur größten politischen Krise in der Geschichte Hongkongs. Damals erhoben sich vor allem viele junge Leute, die die garantierten politischen Freiheiten bis 2047 erhalten wollten und sich damit Chinas autoritärem Griff nach Macht und Einfluss widersetzten. Wie reagieren die Akteure der Proteste in Hongkong vom letzten Jahr auf dieses neue Gesetz?

      Wird geladen...
      Samstag, 13.06.20
      17:15 - 18:10 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 05.03.2021