• 15.05.2016
      22:15 Uhr
      Yves Montand, Charme, Chanson und Schauspiel Dokumentation Frankreich 2015 | arte
       

      Mit italienischen Wurzeln und im Arbeitermilieu von Marseille aufgewachsen, gehört er zu den berühmtesten französischen Chansonniers und Schauspielern: Yves Montand (1921-1991). Der Dokumentarfilm zeichnet ein facettenreiches Porträt des Stars und Menschen Montand durch unveröffentlichte Archivaufnahmen und Gespräche mit Wegbegleitern wie etwa dem Filmregisseur Constantin Costa-Gavras, dem Politiker Bernard Kouchner, dem TV-Moderator und Simone-Signoret-Enkel Benjamin Castaldi sowie anderen Persönlichkeiten, die dem Künstler nahestanden.

      Sonntag, 15.05.16
      22:15 - 23:15 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

      Mit italienischen Wurzeln und im Arbeitermilieu von Marseille aufgewachsen, gehört er zu den berühmtesten französischen Chansonniers und Schauspielern: Yves Montand (1921-1991). Der Dokumentarfilm zeichnet ein facettenreiches Porträt des Stars und Menschen Montand durch unveröffentlichte Archivaufnahmen und Gespräche mit Wegbegleitern wie etwa dem Filmregisseur Constantin Costa-Gavras, dem Politiker Bernard Kouchner, dem TV-Moderator und Simone-Signoret-Enkel Benjamin Castaldi sowie anderen Persönlichkeiten, die dem Künstler nahestanden.

       

      Stab und Besetzung

      Produzent ARTE F
      Regie Karl Zéro, Daisy d'Errata

      Schauspiel, Liebe, Politik - Yves Montand ist nie irgendetwas in den Schoß gefallen: Montand musste bis zuletzt kämpfen. Der Sohn italienischer Immigranten hatte sich vom Friseurlehrling zum internationalen Star emporgearbeitet. Neben Abenteuerfilmen ("Lohn der Angst", 1952) spielte er vorwiegend in Komödien ("Machen wir's in Liebe", 1960, "Lieben Sie Brahms?", 1960) und gewann als Schauspieler auch zunehmend Anerkennung in politisch engagierten Filmen wie etwa in "Z - Anatomie eines politischen Mordes" (1969) unter der Regie von Constantin Costa-Gavras.

      Montand stellte seine enorme Energie und seinen ungeheuren Ehrgeiz auch in den Dienst vieler bedeutsamer politischer Anliegen des 20. Jahrhunderts. Dafür stehen seine kommunistischen Überzeugungen in den 50er Jahren, die durch die gewaltsame Niederschlagung des "Prager Frühlings" 1968 tief erschüttert wurden, sein pazifistisches Engagement gegen Kernwaffen oder die Moderation der neoliberalen Polit-Sendung "Vive la Crise!" (1984). Er trat für die vietnamesischen Boatpeople ein, stritt für Dissidenten im Ostblock und gegen die Ausländerfeindlichkeit im eigenen Land. Schließlich spielte Montand sogar mit dem Gedanken, sich um das Amt des französischen Staatspräsidenten zu bewerben.

      Was aber wurde aus seinen politischen, gesellschaftlichen und emotionalen Gewissheiten und Illusionen? Am Ende seines Lebens zieht er seinem Freund Jorge Semprún gegenüber folgende Bilanz: "Ich habe meine Gewissheiten verloren, aber meine Illusionen bewahrt." Sechs Jahre nach seinem Tod wird er von seiner Vergangenheit eingeholt. Seine Leiche muss exhumiert werden, da Aurore Drossart vor Gericht dafür kämpft, als uneheliche Tochter des Stars anerkannt zu werden.

      Den unbekannten Montand, den provozierenden Montand, den großartigen Montand, den liebenswerten Montand - all diese Facetten sind in "Yves Montand - Charme, Chanson und Schauspiel" zu entdecken.

      Karl Zéro ist ein bekannter französischer Journalist und Satiriker. Nach dem Erfolg des Dokumentarfilms "Frankreichs Chanson-Legende - Charles Trenet" zeigt ARTE nun den zweiten Film der von ihm und seiner Frau Daisy d'Errata konzipierten Reihe mit Musikerbiografien. Außerdem strahlte ARTE bereits mehrere seiner Politikerporträts aus wie etwa von George W. Bush, Fidel Castro, Putin und Kim Jong Un. Für seinen Film über Jacques Chirac (2006) wurde Zéro mit dem César für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

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