• 15.12.2018
      21:45 Uhr
      Mauerjahre - Leben im geteilten Berlin (7) Die Jahre 1979, 1980, 1981 | ARD-alpha
       

      1979 war das Jahr, in dem die DDR ihr 30-jähriges Bestehen feierte, die Alternative Liste zum ersten Mal im West-Senat vertreten war, die DDR-Regierung die Forum-Schecks einführte und die Bürger ihr Westgeld bei der Staatsbank abliefern mussten. Im Osten herrschte Wehrpflicht. Wer verweigerte, musste ins Gefängnis. West-Berliner waren dagegen von der Wehrpflicht befreit. Wer nicht dienen wollte, zog in die Inselstadt. Im April erschien erstmals die TAZ, die erste überregionale linke Tageszeitung.

      Samstag, 15.12.18
      21:45 - 22:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo HD-TV

      1979 war das Jahr, in dem die DDR ihr 30-jähriges Bestehen feierte, die Alternative Liste zum ersten Mal im West-Senat vertreten war, die DDR-Regierung die Forum-Schecks einführte und die Bürger ihr Westgeld bei der Staatsbank abliefern mussten. Im Osten herrschte Wehrpflicht. Wer verweigerte, musste ins Gefängnis. West-Berliner waren dagegen von der Wehrpflicht befreit. Wer nicht dienen wollte, zog in die Inselstadt. Im April erschien erstmals die TAZ, die erste überregionale linke Tageszeitung.

       

      1979 war das Jahr, in dem die DDR ihr 30-jähriges Bestehen feierte, die Alternative Liste zum ersten Mal im West-Senat vertreten war, die DDR-Regierung die Forum-Schecks einführte und die Bürger ihr Westgeld bei der Staatsbank abliefern mussten. Im Osten herrschte Wehrpflicht. Wer verweigerte, musste ins Gefängnis. West-Berliner waren dagegen von der Wehrpflicht befreit. Wer nicht dienen wollte, zog in die Inselstadt. Im April erschien erstmals die TAZ, die erste überregionale linke Tageszeitung.
      Als Mann der ersten Stunde erzählt Volkswirtschaftler Kalle Ruch, wie mangels Druckerei in West-Berlin täglich einer aus der Redaktion mit den Druckvorlagen nach Frankfurt am Main flog.

      1980 war das Jahr, in dem aus Protest gegen den Einmarsch der Sowjets in Afghanistan die westlichen Staaten die Olympischen Spiele in Moskau boykottierten, Menschen in West- wie in Ost-Berlin auf den Wohnungsmangel mit Hausbesetzungen reagierten und zwei Pandabären den Zoo bereicherten. Die Schauspielerin Renate Krößner, die für die beste weibliche Darstellung im DEFA-Film "Solo Sunny" den Silbernen Bären erhielt, erinnert sich, wie sie zur Preisverleihung nach West-Berlin fuhr, damals gefühlt weiter weg als Moskau. Die West-Berliner Bahnangestellte Elfriede Dube erzählt vom S-Bahn-Streik und den vergeblichen Forderungen nach höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen.

      1981 war das Jahr, in dem Richard von Weizsäcker Regierender Bürgermeister wurde, der Hausbesetzter Klaus-Jürgen Rattay tödlich verunglückte und der Film „Christiane F. Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ das Drogenmilieu darstellte und die Menschen schockierte. Annette Schill erzählt von der Hausbesetzer-Szene und davon, wie sie selbst eine ehemalige Fabrik in Kreuzberg besetzte und zur „Regenbogenfabrik“ umgestaltete. Von einem ganz anderen Bauprojekt schwärmt die Ost-Berlinerin Heide-Marie Heyde: dem Sport- und Erholungszentrum, kurz SEZ genannt, in Friedrichshain. Sie erinnert sich, dass bis zu 10.000 Besucher an Spitzentagen kamen und viele für das „Wellen hopsen“ lange Wartezeiten in Kauf nahmen. Das SEZ versprach Sport und Wellness - made in GDR.

      Der 13. August 1961 ist ein Tag, der das Leben der Berliner veränderte und der nicht nur in den Geschichtsbüchern, sondern auch im Gedächtnis vieler Menschen ein Einschnitt geblieben ist. An diesem Tag wurde die Stadt geteilt: Westberlin wurde abgeriegelt und eingemauert, die Menschen im Osten der Stadt konnten nicht mehr in den Westen. Die Mauer steht für eine Teilung im doppelten Sinne: die der Stadt Berlin und die Deutschlands in zwei Staaten. Das Leben in Berlin wird 28 Jahre lang geprägt durch die Mauer. Die Lage in Berlin ist über Jahrzehnte nicht nur von nationalem, sondern von internationalem Interesse. Doch das Leben geht weiter in der geteilten Stadt - trotz Trennung, Kaltem Krieg und Konfrontation. Turbulent. Politisch. Bunt. Einfallsreich. Improvisiert. Mal Schauplatz der Weltpolitik und heftiger Auseinandersetzungen. Mal Biotop der Aussteiger und Andersdenkenden. Leben in Nischen voller Erfindungsreichtum. Keines der „Mauerjahre“ in Berlin gleicht dem anderen. 1961 der Schock der Teilung, 1968 die Revolte der Studenten, 1973 die Weltfestspiele und viele andere Ereignisse prägen das Leben in Berlin. Mauertote und Militäraufmärsche, Kennedy und Chruschtschow, David Bowie und Wolf Biermann - zahllose Ereignisse und Namen sind untrennbar mit dem geteilten Berlin verbunden.

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