• 28.05.2011
      23:15 Uhr
      Unbequem und unbestechlich Panorama wird 50 - die Nacht der Polit-Magazine | Radio Bremen TV
       

      "Unbequem und unbestechlich. 50 Jahre Panorama": Das ist ein subjektives Kaleidoskop der bundesrepublikanischen Geschichte - zwischen Strauß und Maschmeyer, zwischen "Emanzen" und Abtreibung, zwischen Brokdorf und Filbinger.

      Samstag, 28.05.11
      23:15 - 00:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      "Unbequem und unbestechlich. 50 Jahre Panorama": Das ist ein subjektives Kaleidoskop der bundesrepublikanischen Geschichte - zwischen Strauß und Maschmeyer, zwischen "Emanzen" und Abtreibung, zwischen Brokdorf und Filbinger.

       

      Am 4. Juni 1961 wurde die Sendung zum ersten Mal ausgestrahlt und entwickelte sich rasch zum Politikum: So kündigten Ministerpräsidenten aus Norddeutschland 1978 u. a. wegen der Berichte in "Panorama" über das Kernkraftwerk Brokdorf den NDR Staatsvertrag. Die Sendung "Unbequem und unbestechlich. 50 Jahre Panorama" ist eine Begegnung mit den Frauen und Männern, die das Politmagazin prägten: Gert von Paczensky, Peter Merseburger, Alice Schwarzer, Stefan Aust, Luc Jochimsen, Kuno Haberbusch, Christoph Lütgert, Volker Steinhoff, Stephan Wels und andere aus den aktuellen wie vergangenen "Panorama"-Generationen äußern sich zu ihren Filmen und Sendungen mit Themen, die damals die Gemüter bewegten. Abtreibung, Kinderarbeit, Lobbyismus und Nazi-Vergangenheit.

      Dr. Bernhard Vogel betont in einem Interview, wie vehement er damals als Vorsitzender des Zentralkomitees der Katholiken gegen die Ausstrahlung der Alice-Schwarzer-Sendung über eine Abtreibung kämpfte. Der ehemalige Bundesminister der Finanzen Theodor Waigel erinnert sich ungern an die Kollektivschelte für die CSU, die "Panorama" oft und großzügig austeilte. Neben Franz Josef Strauß gehörte er als Parteivorsitzender der CSU zu den "Intimfeinden" der "Panorama"-Redaktion. Burkhard Hirsch gratuliert "Panorama" herzlich zum Jubiläum und zu vielen liberalen Standpunkten. Gerade die Auseinandersetzung um den Paragraph 218 habe gezeigt, wie viel eine Fernsehsendung bewegen kann. Monika Hohlmeier, die Tochter des ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, erlebte diverse Attacken der Medien auf ihren Vater. Die gemeinsamen Abende, in der die Familie "Panorama" im TV sah, sind ihr deutlich im Gedächtnis geblieben. Vater Strauß tobte wutschnaubend. Der Bundesvorsitzende der Jungen Union Deutschlands Philipp Mißfelder behauptet, dass keine Sendung so viele junge Menschen in die Arme der CDU getrieben habe.

      Außerdem geben Statements ab:
      Stephan Wels, derzeitiger Chef von "Panorama": "Fernsehen muss schlau sein. "Panorama" muss schlau sein. Aber "Panorama" darf auch nicht vergessen, dass es Fernsehen macht. Deswegen muss "Panorama" auch emotional sein, auch zuspitzen und die dritte Differenzierung bleiben lassen können!"

      Peter Merseburger, 1967 bis 1975 Leiter und Moderator von "Panorama": "Und dann dürfen sie nicht vergessen, die Politik war auch so schön dramatisch mit Willy Brandt und die ganze Guillaume-Affäre und der Abtritt von Brandt, also das waren wirklich politische Dramen, die sich abspielten. Wo spielt sich heute noch ein politisches Drama ab?" ... Kuno Haberbusch, von 1985 bis 2004, ab 1997 Leiter bei "Panorama": "Wir waren berauscht von einer Geschichte, sahen vielleicht nicht immer, was vielleicht dagegen sprechen könnte, aber so waren wir damals. Journalismus war eine Herzensangelegenheit. Viel Leidenschaft." Stefan Aust, 1973 bis 1987 bei "Panorama": Die Berichterstattung des NDR und ganz vorneweg natürlich "Panorama" zu den Auseinandersetzungen um die Kernenergie, Brokdorf und dergleichen mehr - das wurde von manchen Landesregierungen, vor allem in Niedersachsen, ja geradezu als Kriegserklärung betrachtet."

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