• 10.07.2020
      22:00 Uhr
      Nachtcafé Was uns trennt, was uns verbindet | SWR Fernsehen RP
       

      In Familie, Partnerschaft oder in der Gesellschaft: Was schweißt zusammen, was gibt uns ein Zugehörigkeitsgefühl? Und was schafft dagegen Distanz und lässt uns auseinander driften? Gäste bei Michael Steinbrecher:

      • Esther Gebhard - Sie wuchs bei den Zeugen Jehovas auf
      • Oliver Hope - Durch Drogenkonsum veränderte sich sein Sohn zunehmend und entglitt ihm
      • Aileen Puhlmann - Sie ist in Hamburg geboren und aufgewachsen und erlebt regelmäßig Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund ihrer Hautfarbe
      • Heike Moll - Sie pflegt ihren Partner Stefan nach einem schweren Motorradunfall
      • Prof. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello - Psychologin

      Freitag, 10.07.20
      22:00 - 23:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      In Familie, Partnerschaft oder in der Gesellschaft: Was schweißt zusammen, was gibt uns ein Zugehörigkeitsgefühl? Und was schafft dagegen Distanz und lässt uns auseinander driften? Gäste bei Michael Steinbrecher:

      • Esther Gebhard - Sie wuchs bei den Zeugen Jehovas auf
      • Oliver Hope - Durch Drogenkonsum veränderte sich sein Sohn zunehmend und entglitt ihm
      • Aileen Puhlmann - Sie ist in Hamburg geboren und aufgewachsen und erlebt regelmäßig Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund ihrer Hautfarbe
      • Heike Moll - Sie pflegt ihren Partner Stefan nach einem schweren Motorradunfall
      • Prof. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello - Psychologin

       
      • Esther Gebhard

      Sie wuchs bei den Zeugen Jehovas auf und sagte sich mit 19 Jahren von den strengen Regeln der Gemeinschaft los. Ihr Ausbruch bedeutete auch einen Bruch mit ihrem Vater, der bis heute anhält: „Uns trennt ein Glaubenskonstrukt, in dem mein Vater feststeckt. Ihm ist der Glaube viel wichtiger als der Kontakt zum eigenen Kind.“ Die verinnerlichten Glaubenssätze konnte Esther Gebhard erst viele Jahre später ablegen und so zu wirklicher Freiheit finden.

      • Oliver Hope

      Als sein Sohn mit 13 zum ersten Mal Drogen probierte, ahnte Oliver Hope noch nichts. Doch sein Sohn veränderte sich zunehmend und entglitt ihm. Es folgten Abstürze, Therapien und Rückschläge. „Es gab Phasen, wo ich gesagt habe: Ich kann jetzt einfach nicht mehr. Ich will gar nicht wissen, was passiert, weil ich dann wieder nächtelang nicht schlafen kann.“ Auch wenn es Hope das Herz brach, musste er sich zeitweise von seinem Sohn trennen, um ihn zu retten.

      • Aileen Puhlmann

      Sie ist in Hamburg geboren und aufgewachsen. Doch in ihrem Alltag erlebt sie – und auch ihre kleine Tochter – regelmäßig Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund ihrer Hautfarbe. Immer wieder gibt es Momente, die sie schmerzen. Egal ob im Beruf, in der Kita, der U-Bahn oder bei alltäglichen Gesprächen, die 39-Jährige weiß zu berichten: „Alltagsrassismus gibt es tagtäglich. Da gibt es kein Umfeld, wo das nicht so ist.”

      • Heike Moll

      Sie und ihr Partner Stefan führten eine fast symbiotische Beziehung. Gemeinsam wollten sie alt werden und noch viele Abenteuer erleben. Bis ein tragischer Motorradunfall Stefan zum Schwerstpflegefall machte. Obwohl die beiden von außen betrachtet nun mehr trennt, als verbindet, hält Heike zu ihrem Stefan und pflegt ihn aufopferungsvoll: „Wir haben uns immer blind verstanden. Und das tun wir auch jetzt. Stefan muss nicht reden, damit ich ihn verstehe.”

      • Prof. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello

      Die Psychologin sagt: „Alle Menschen sind soziale Wesen, die sich nach Zugehörigkeit und Akzeptanz sehnen. Sollten sozialkulturelle, örtliche oder emotionale Gründe dies verhindern und uns voneinander trennen, so könne dies enorme psychische Folgen haben. „Doch der Umgang mit Ambivalenzen oder Unsicherheiten ist Bestandteil des Lebens, und das lernen wir im Laufe des Lebens immer besser”, so die Psychotherapeutin.

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