• 14.09.2014
      10:30 Uhr
      Birgit Keil - ein Leben für den Tanz Ein Film von Harold Woetzel | SWR Fernsehen RP
       

      "Eine deutsche Ballerina von Weltformat - die erste seit Fanny Elßler", so nannte sie Clive Barnes, der berühmte Kritiker der New York Times, und fast 40 Jahre lang - eine kaum vorstellbare Karriere für diese schwere Kunst - tanzte sie auf den Bühnen der größten Häuser dieser Welt. Vor allem aber in Stuttgart, wo Birgit Keil als 15-jährige schon von John Cranko entdeckt und in seine Compagnie geholt wurde. Für den legendären Choreographen war sie seine "Baby-Ballerina". In ihr erkannte er das Potential zur ersten großen deutschen Ballerina.

      Sonntag, 14.09.14
      10:30 - 11:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo HD-TV

      "Eine deutsche Ballerina von Weltformat - die erste seit Fanny Elßler", so nannte sie Clive Barnes, der berühmte Kritiker der New York Times, und fast 40 Jahre lang - eine kaum vorstellbare Karriere für diese schwere Kunst - tanzte sie auf den Bühnen der größten Häuser dieser Welt. Vor allem aber in Stuttgart, wo Birgit Keil als 15-jährige schon von John Cranko entdeckt und in seine Compagnie geholt wurde. Für den legendären Choreographen war sie seine "Baby-Ballerina". In ihr erkannte er das Potential zur ersten großen deutschen Ballerina.

       

      "Eine deutsche Ballerina von Weltformat - die erste seit Fanny Elßler", so nannte sie Clive Barnes, der berühmte Kritiker der New York Times, und fast 40 Jahre lang - eine kaum vorstellbare Karriere für diese schwere Kunst - tanzte sie auf den Bühnen der größten Häuser der Welt. Vor allem aber in Stuttgart, wo Birgit Keil als 15-jährige schon von John Cranko entdeckt und in seine Compagnie geholt wurde.

      Für den legendären Choreographen war sie seine "Baby-Ballerina". In ihr erkannte er das Potential zur ersten großen deutschen Ballerina. Nach den ersten internationalen Gastspielen der Compagnie, zunächst New York, dann Moskau und St. Petersburg, sprach die Welt vom "Stuttgarter Ballettwunder". Großmeister wie George Balanchine oder Kenneth MacMillan choreografierten für Stuttgart, und ganz junge Talente aus der eigenen Compagnie (John Neumeier, Jiri Kylián, William Forsythe, Uwe Scholz) durften ihre allerersten Ballette dort produzieren. Zwölf Jahre dauerte die Cranko-Zeit in Stuttgart, dann starb er - unerwartet, viel zu früh. Ein Schock, ein lebenslanger Verlust für die Compagnie, den sie heute noch betrauern, der sie aber dazu brachte, als Compagnie zusammen zu bleiben und Crankos Erbe weiterzuführen.

      Mit 51 Jahren noch tanzte Birgit Keil die großen Rollen in Stuttgart, entschied sich dann "über Nacht", ihre große Karriere zu beenden und sich um den Tanznachwuchs zu kümmern. 70 Jahre - drei "fulltime jobs": das Leben von Birgit Keil spielt sich ab zwischen Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe. In Stuttgart kümmert sie sich um ihre "Tanzstiftung Birgit Keil", die sie mit einer italienischen Marchesa aus Mailand und mit Hilfe des ehemaligen Ministerpräsidenten Lother Späth gegründet hat. In Mannheim ist sie Professorin und Leiterin der Akademie des Tanzes an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Und in Karlsruhe übernahm sie die Ballettdirektion des Badischen Staatstheaters. Seitdem ist dort jede Ballettvorstellung ausverkauft. Der Tanz ist die beliebteste und erfolgreichste Sparte des Staatstheaters geworden. Was ist es, was sie antreibt? Was steckt hinter dieser eleganten, immer noch schönen Frau, die so mädchenhaft albern und lustig sein kann und der man doch die unglaubliche Disziplin und auch Härte gegenüber sich selbst anmerken kann, die man für ein Tänzerleben offenbar braucht?

      Der Film erzählt ein 70-jähriges Leben für den Tanz - und nur für den Tanz. Darum dreht sich alles bei Birgit Keil. Und weil das so ist, versteht sie auch ihre jungen Tänzer in Karlsruhe oder Mannheim so unendlich gut, bei denen sich auch alles nur darum dreht, die von morgens bis abends üben, mit Schmerzen zu Bett gehen und damit wieder aufwachen, die am schlechtesten bezahlt werden im Vergleich zu Schauspielern oder Sängern, obwohl sie doch die kürzeste aller Karrieren haben. Und denen das alles egal ist, Hauptsache sie können tanzen!

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